Wasserdiplom, Geburtstage und Hochzeiten im Aquarius

Styrum.  . Das Thema der Projektwoche an der Styrumer „Brüder Grimm-Grundschule“ ist „Wasser“, und so besuchen 21 Schüler der 3. und 4. Klassen mit ihrem Lehrer Mathias Gerz das „Aquarius Wassermuseum“, um das hoch aufragende Wahrzeichen Styrums zu erkunden. Auf dem Programm stehen Filterversuche und eine Museumsführung. Für die Brüder Grimm und die Gemeinschaftsgrundschule Augusta-straße, beide seit zwei Jahren Partnerschulen des Museums, ist der Besuch fester Bestandteil ihrer Grundschulzeit und kostenlos.

Alle Schüler sollen das Museum und den Wasserversorger RWW, die Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft, in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft kennen lernen. Die Gruppe wird geteilt, eine Hälfte startet mit der Führung, die andere beginnt mit Filterversuchen in der alten Schlosskapelle.

Filterversuch mit Einmachglas

Im Styrumer RWW-Wasserwerk waren die Schüler bereits am Tag zuvor und konnten dort sehen, wie das Ruhrwasser im großen Stil für den Verbraucher gefiltert und aufbereitet wird. Museumspädagogin Beate teKloot vertieft an diesem Morgen das Thema und leitet die 9- bis 10-Jährigen dabei an, das gleiche Prinzip im Kleinen mit Einmachglas und einen Kaffeefilter selber zu erforschen. Der Filter wird mit einem Papierhandtuch, Kieselsteinen und Sand gefüllt, bevor gefärbtes Wasser hindurch geleitet wird. Die Kinder sind völlig perplex, dass ihr Wasser nahezu klar und völlig sauber in den Gläsern ankommt. Eifrig sind sie bei der Sache, füllen ihre Arbeitsblätter aus, Voraussetzung für die Erlangung ihres Wasserdiploms zum Ende der Projektwoche.

Ihre Klassenkameraden erkunden währenddessen mit Aquarius-Mitarbeiter Thomas Kremer das Museum. Ihr erster Stopp ist beim großen Globus. Dort fragt Kremer: „Woraus besteht die Erde zu größeren Teilen: aus Wasser oder Land?“ oder: „Habt ihr schon einmal Meerwasser probiert?“ Später malen die Schüler fleißig ein Meer mit Pflanzen und Tieren für ihre Mappe. Auf der nächsten Etage sehen sie Filme von Quellen. Die Kinder lernen, sauberes und schmutziges Wasser zu unterscheiden. Krämer möchte wissen, wohin die Ruhr fließt. Ein Junge erklärt ernsthaft: „Die Ruhr mündet in den Rhein.“ Auch dass der Rhein nach Holland fließt und dort sein Name anders ist („Rijn“), kann er den Mitschülern berichten. Zum Schluss sehen sie Filmsequenzen über Natur, Wasser, Vulkanismus und auch Aufnahmen von Pinguinen. Dass Eisbären am Nordpol und Pinguine am Südpol leben, war den Nachwuchswissenschaftlern schon bekannt.

„Für eine Vertiefung der Themen geben wir eine Chipkarte aus, mit der mehr als 25 Multimedia-Stationen genutzt werden können. Das machen wir während des Gruppenrundgangs natürlich nicht“, erklärt Museumsleiter Andreas Macat.

August Thyssen baut Wasserturm

Das Museum, passenderweise in einem über 120 Jahre alten Wasserturm eingerichtet, ist seit der Mülheimer Landesgartenschau 1992 ein beliebter Anziehungspunkt. 1892/93 von August Thyssen zur Versorgung seines Eisenwalzwerkes erbaut, lieferte der Turm bis zu seiner Stilllegung 1982 vorwiegend Betriebswasser, zunächst an Thyssen, später an Mannesmann. Neben seiner Funktion als Wasserspeicher diente er zudem lange Zeit als Wohnung.

Viele Schulklassen haben das Museum mittlerweile als außerschulischen Lernort oder im Rahmen eines Ferienprogramms kennen gelernt, Besucher von nah und fern schätzen ihn – auch als Aussichtsort. Unzählige Kindergeburtstage mit unterschiedlichen Themen-Schwerpunkten sind im Aquarius gefeiert worden. Für Hochzeiten bietet die historische Schlosskapelle ein stimmungsvolles Ambiente, ein Sektempfang im knapp 50 Meter hohen Panoramakranz mit fantastischer Aussicht rundet eine Feier ab.