Was sich nun in Mülheims Schullandschaft ändert

Foto: Roy Glisson
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Mülheim.. Nach vierstündiger Diskussion wurde am Donnerstag Abend der Bildungsentwicklungsplan verabschiedet. In geheimer Abstimmung votierten 32 Ratsmitglieder für das Papier, 26 dagegen. Die Spaltung des Rates – CDU, FDP, Grüne, MBI auf der einen und SPD, Wir-Linke und Linke auf der anderen Seite – blieb bis zum Schluss. An Anfeindungen und teils Beleidigungen mangelte es in der Debatte nicht. Was ändert sich nun in der Schullandschaft im einzelnen?

Die Ergebnisse:

1. Das Ziel sind dreizügige Grundschulen, um eine bessere Lehrerversorgung zu erreichen. 75 Schüler pro Jahrgang sollen dazu erreicht werden. Dies wird nicht überall möglich sein.

2. Die Teilstandorte von Grundschulen an der Schlägelstraße, an der Meißelstraße, Fröbelstraße und Blötterweg werden aufgelöst. Die Grundschule Gathestraße läuft aus, die Kinder können dort jedoch ihre Schullaufbahn beenden als Teilstandort der Erich-Kästner-Grundschule. Die Grundschule im Dichterviertel wird Teilstandort der Astrid-Lindgren-Schule. Aufgegeben werden auch die Teilstandorte Arnoldstraße und Kurfürstenstraße, sie gehören zur Katharinenschule, die voraussichtlich in zwei Jahren in das soeben modernisierte Gebäude der Hauptschule Speldorf umzieht.

3. Die Hauptschule Speldorf läuft aus, ebenso wurde das Auslaufen der Hauptschule Eppinghofen beschlossen.

4. In Eppinghofen entsteht ein Frühförderungszentrum.

5. An der Gustav-Heinemann-Gesamtschule muss ein achter Zweig eröffnet werden, damit können in Mülheim mehr Schüler als bisher eine Gesamtschule besuchen.

6. Das Gymnasium Heißen kann noch weitere Räume im benachbarten Gebäude der ehemaligen Hauptschule Heißen nutzen.

7. Die Grundschule an der Trooststraße soll einen Neubau erhalten.

SPD und Linke bleiben unzufrieden

Die SPD wie Linke bleiben unzufrieden, sehen in Eppinghofen eine gravierende Fehlentwicklung. Von einem tragfähigen Kompromiss, der Planungssicherheit bringt, spricht die CDU. Fraktionschef Wolfgang Michels und Heiko Hendriks vertreten die Auffassung, dass der neue Bildungsentwicklungsplan insoweit wegweisend ist, da es zum ersten Mal gelungen sei, sich sowohl an der demografischen Wirklichkeit mit sinkenden Schülerzahlen zu orientieren, als auch am Elternwillen auszurichten.

FDP zeigt sich zurfrieden

Zufrieden zeigt sich auch die Vorsitzende des Bildungsausschusses Meike Ostermann (FDP): „Unser Auftrag war es, die Schullandschaft gesamtstädtisch zu betrachten und zukunftsfähig zu ordnen. Dazu gehört, nach Lösungen zu suchen, die den Kindern dieser Stadt eine solide Bildungsbiografie ermöglichen.“ Der vorliegende Bildungsentwicklungsplan bevorteile oder benachteilige keinen Stadtteil.