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Was man auf der Piste lernen kann

11.01.2010 | 20:50 Uhr

Warum der VBGS seit vielen Jahren eine integrative Skifreizeit im Allgäu anbietet. Noch gibt es ein paar freie Plätze für Kurzentschlossene.

Menschen mit und ohne Behinderung machen gemeinsam Sport. Das ist die Grundidee des Vereins für Bewegungsförderung und Gesundheitssport (VBGS). Da denkt man nicht unbedingt ans Skifahren. Ein Irrtum. „Rund 80 Prozent unserer Teilnehmer haben vorher noch nie auf Skiern gestanden”, berichtet der Vorsitzende des VBGS, Alfred Beyer, über die integrative Skifreizeit, die der Verein seit vielen Jahren in Unterjoch/Allgäu anbietet.

Beyer selbst ist, was den Skisport betrifft, ein Spätberufener. „Ich habe mit 30 zum ersten Mal auf Skibrettern gestanden”, erinnert sich der heute 66-Jährige an sein erstes Wintersporterlebnis in Unterjoch. Damals hatte er gerade ein Bein an den Knochenkrebs verloren. Was ihn mit zwei Beinen nicht interessiert hatte, wurde für den beinamputierten Behindertensportler zur erfolgreichen Leidenschaft. Mehrfach holte er bei der Ski-Abfahrt in NRW, Bayern und Baden-Württemberg Landesmeistertitel. Seine Begeisterung gibt er jetzt in Unterjoch an junge Menschen mit und ohne Handicap weiter. Unterstützt von sieben Skilehrern der Stiftung Sicherheit im Skisport und der Bundeswehr gelingt es ihm immer wieder auch den scheinbar unsportlichsten Teilnehmer sicher und gut auf die Skier zu bringen. „Wir arbeiten sehr individuell und immer in kleinen Schritten”, beschreibt Beyer das pädagogische Erfolgsrezept der Skifreizeit, an der auch Menschen mit geistiger Behinderung teilnehmen können.

Neben dem täglichen Skifahren, zwei Stunden morgens und zwei Stunden nachmittags, bietet die Skifreizeit, die vom 15 bis 22. Januar über die Piste geht ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm, bei dem es sportlich, gesellig und kreativ zugeht. Alle Teilnehmer sind in einem Hotel des Bayerischen Behindertensportverbandes untergebracht.

In diesem Jahr sind noch einige Plätze für Kurzentschlossene frei. Für 600 Euro, inklusive Anreise, Unterkunft, Verpflegung und Ausrüstung, ist man beim integrativen Ski-Spaß im Allgäu dabei. „In der Regel haben wir keine Probleme damit, Schüler, die am integratuiven Skilehrgang teilnehmen möchten, vom Schulleiter für eine Woche vom Unterricht freigestellt zu bekommen, wenn ihre Noten einigermaßen gut sind”, unterstreicht Beyer. Aus den Vorjahren, weiß er auch, dass alle Teilnehmer der Skifreizeit etwas fürs Leben mitnehmen, weil die gemeinsame Skifreizeit nicht nur ihre Selbstbewusstsein, sondern auch ihre motorischen und sozialen Fähigkeiten stärkt. „Die Hilfbereitschaft und Rücksichtnahme, die man hier unter Kindern und Jugendlichen erleben kann, sind heute nicht unbedingt alltäglich” erinnert sich der VBGS-Vorsitzende an frühere Skilehrgänge. Bbei denen staunen auch die Skilehrer von der Bundeswehr immer wieder darüber, „welche Leistung behinderte Kinder und Jugendliche vollbringen können.” Im normalen Leben arbeiten die freiwilligen Helfer von der Bundeswehr als Sanitäter bei den Gebirgsjägern im Allgäu oder in Afghanistan.

Auskünfte und Anmeldung bei Alfred Beyer: 01 77/44 56 789.

Thomas Emons

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