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Was der Flughafen Essen-Mülheim 2013 an Veranstaltungen plant

27.12.2012 | 20:00 Uhr
Was der Flughafen Essen-Mülheim 2013 an Veranstaltungen plant
Groß aufgefahren hatten die Veranstalter, aber das FEM Airport Festival for Electronic Music am 1. September war nur schwach besucht.Foto: Fabian Strauch

Mülheim.  Frank Jakob, der die Veranstaltungsagentur am Flughafen Essen-Mülheim führt, arbeitet am Jahresprogramm 2013. Nachdem das große Elektro-Festival gefloppt war, soll es einen neuen Anlauf für Konzerte im Hangar geben. Dafür aber kein Open-air- oder Autokino mehr.

Ernüchternd gestaltete sich für Frank Jakob, Gründer der Veranstaltungsagentur „checkinevent“ , das erste Jahr unter dem Dach des Flughafens Essen-Mülheim. Nun aber verspürt er Rückenwind, sieht positive Signale, möchte 2013 mit allerlei Ideen durchstarten.

Inzwischen, so Jakob, werde seine Agentur auf Basis eines Vorvertrags für den Flughafen tätig, „das hat die Gesellschafterversammlung beschlossen“. Mit einem endgültigen Vertrag rechnet er im März 2013, befristet auf drei Jahre werde dieser sein. Bereits im Januar sollen Gespräche mit zuständigen Stellen der Stadt geführt werden, er nennt das Rechts- und Ordnungsamt, „vernünftige Gespräche“, betont Jakob, „auf deren Grundlage wir einen Jahresfahrplan aufstellen können“.

Problem fehlender Genehmigungen

In der Vergangenheit seien Vorhaben, etwa die angedachten Inlineskate-Nächte, an fehlenden Genehmigungen gescheitert, künftig möchten sich Jakob wie die Flughafengesellschaft FEM zeitig absichern. Hoffnungen setzt er auch auf einen engeren Schulterschluss und Informationsfluss zwischen allen Mietern im Flughafen: Letztens ließen die Firmen den Nikolaus per Helikopter einfliegen und betrieben mit dieser Benefiz-Aktion gemeinsames Marketing in eigener Sache.

Fortsetzung soll folgen: Auf einer Tafel in Jakobs Büro sind Veranstaltungsformate stichwortartig notiert, aus denen er ein Programm für 2013 formen möchte. Einen „Tag des Flughafens“ könnte es wieder geben und eine Neuauflage vom „Tag des Sports“, ein Osterfeuer auf dem Airport mit „Ballonglühen“ und ein Treffen der Opel-Fans. Von April bis September sollen – diesmal tatsächlich – Skater freie Bahn bekommen.

Kooperationen sind gewünscht

Vor allem aber möchte Jakob ein großes Festival an Land ziehen, was mit dem FEM Airport Festival for Electronic Music versucht wurde, aber floppte: „Die Resonanz war leider negativ,, aber Veranstalter sind auf diesen Standort aufmerksam geworden, der von Größe, Lage und Anbindung her ideal ist.“ Am liebsten würde man ein bewährtes Festival-Format auf den Flughafen Essen-Mülheim ziehen. „Es gibt eine konkrete Anfrage“ deutet Frank Jakob an, die vor der Entscheidung stehe. Gedacht wird in der Größenordnung 10.000 bis 15.000 Leute.

Deutlich kleiner, geräuscharmer und wetterunabhängig kämen kulturelle Reihen im alten Hangar daher: Hier könnte man musikalisch begleitete Stummfilme zeigen oder Jazzkonzerte über die Bühne gehen lassen. Ausdrücklich sind dabei Kooperationen mit Akteuren aus Mülheim gewünscht, etwa den jungen örtlichen Bierbrauern: „Wenn alles gut geht“, sagt der Flughafen-Eventplaner Frank Jakob, „machen wir hier Ende Januar einen Neujahrempfang mit Mölmsch.“

Station beim „EinsLive-Sektorkino“

Open-air- oder Autokino wird es auf dem Flughafen Essen-Mülheim in 2013 nicht geben. „Damit tut man sich keinen Gefallen“, meint Veranstalter Frank Jakob aufgrund seiner Erfahrungen aus den Vorjahren. Im Sommer 2012 wurde die Reihe wegen schlechten Wetters abgebrochen .

Ein Hangar des Airports soll aber eine von fünf Stationen beim „EinsLive-Sektorkino“ werden, das die Radiowelle an ausgefallenen Locations plant, wo jeweils von Donnerstag bis Sonntag Filme laufen. Starten wird die Reihe am 6. Juni 2013, der Termin für Mülheim steht noch nicht genau fest.

Annette Lehmann



Kommentare
29.12.2012
17:37
Was der Flughafen Essen-Mülheim 2013 an Veranstaltungen plant
von weihnachtsmann78 | #12

Gut, dass die Fläche auch bei Degradierung zum Sonderlandeplatz noch genutzt wird.

Dauerhafte Arbeitsplätze werden so zwar nicht geschaffen, aber das von allen zu tragende Defizit wird so (hoffentlich) reduziert.
Jakob muss zwar noch ordentlich Gas geben, sonst ist 2013 vorbei ohne dass er es gemerkt hat. Wir hoffen aber auch, dass die Veranstaltungen viele Bürger erreichen und nicht nur für eine Handvoll Firmenkunden stattfinden. In Zeiten der Finanzkrise fahren ja auch Wirtschaftsunternehmen derartige Events auf ein Mindestmaß zurück - viel Geld ist damit dann nicht mehr zu verdienen. Ein Festival, ein Sporttag und eine Handvoll Skaterabende machen noch keinen Sommer.
Bleibt abzuwarten wie der Verein mit den geänderten Verhältnissen klarkommt.
Auch dessen Flugverkehr wird nicht unbeeinträchtigt bleiben aufgrund von Sicherheitsvorschriften an Veranstaltungstagen.

Also weiter so.

29.12.2012
17:15
Was der Flughafen Essen-Mülheim 2013 an Veranstaltungen plant
von wohlzufrieden | #11

Gut, das es Menschen wie Herrn Jakob gibt. Und gut, das sich die Wirtschaft uneingeschränkt für den Flughafen einsetzt. Nörgler und Bremser haben Mülheim kaputt gemacht. Daher haben die Innovation der Unternehmer und die Interessen der Wirtschaft uneingeschränkten Vorrang. Mülheim braucht Arbeitsplätze, keine Schlafkojen. Bitte so weiter machen!

28.12.2012
19:33
@modtiger
von klabautermann77 | #10

Ziert sich der Verein noch etwas oder hat er die Entwicklung noch nicht realisiert?

Vielleicht wurde ihm vom Weihnachtsmann, der mit dem Hubschrauber kam, noch etwas anderes erzählt. Oder er ist von dem unverhofften "Weihnachtsgeschenk" noch erschlagen.

28.12.2012
17:55
Was der Flughafen Essen-Mülheim 2013 an Veranstaltungen plant
von modtiger | #9

@moebiusband, wen interessiert Baurecht? Entschieden wird so etwas nach Gusto der Verwaltung. Und nein, zum Sonderlandeplatz degradiert sind solche Nutzungen eher besser vereinbar. Und ja, Herr Sauerland wurden anscheinend nur geparkt, sein Einsatz an anderer Stelle, wäre der Stadt zu teuer geworden. Letztlich ist die Frage, wie hoch der Haushalt der FEM überhaupt sein wird. Prinzipiell reicht ein Sachbearbeiter, der die Lizenz hält. Nach den Schwimmbädern wird zukünftig auch dieser Sportplatz von seinem Verein betrieben. Nur ziert sich der noch etwas. Kosten und Nutzen lassen sich noch nicht überblicken.

28.12.2012
14:15
Positive Signale
von knueppeljunge | #8

Herr Jakob läutet die Abkehr vom Flugverkehr ein.

Nutzungsänderung zum Veranstaltungsplatz in der Schublade?

Geschäftsführer und Veranstaltungsmanager der Flughafengesellschaft können eingespart werden - Externer Dienstleister übernimmt.

April, April... ;-)=)

28.12.2012
11:01
Spekulatius vom Helikopter-Weihnachtsmann Jakob
von moebiusband | #7

Für eine Jahresplanung sind aber noch sehr viele Konjunktive im Spiel. Ich kann dem noch einige hinzufügen: Könnte es sein, dass der Hangar baurechtlich gar nicht für Veranstaltungen genutzt werden darf? Könnte es sein, dass in diesem Jahr der Flugplatz zum Sonderlandeplatz degradiert wird und dies mit einer dreijährigen Event-Nutzung nicht vereinbar ist? Könnte es sein, dass Herr Sauerland sein Geld am Flugplatz im Schlaf verdient und dort überflüssig ist? Könnte es sein, dass durch die Eventveranstaltungen nur ein minimaler Entlastungseffekt im Haushalt der FEM zustande kommt? (Man liest erstaunlicherweise keine Zahlen dazu.) Könnte es sein, dass die WAZ der Eventagentur zu viel kostenlosen Werbeplatz durch solche Meldungen einräumt? …

28.12.2012
09:53
Ein Festival für zehntausend Fans soll her
von Yofuture | #6

Immer nur Lärm, niemals Ruhe. Schade, daß Ruhe immer nur mit Stagnation und Unwirtschaftlichkeit gleichgesetzt wird. Es fehlt die Fähigkeit, alternativ zu denken! Nur mit "bumm bumm" und "ratter ratter" läßt sich die Droge Geld erwirtschaften. Schade! Stille ist Luxus und gut für die Seele. Und gesunde Seelen produzieren gute Gedanken. Das Gelände ist ökologisch eine Schatztruhe, genauso wie das Ruhrtal. Werte, die weniger mit materiellem Reichtum als mit Nachhaltigkeit und Zukunft zu tun haben. Wie wäre es mit einem Nationalpark, in dem es wilde Tiere und eine ausufernde Natur zu bewundern gibt? In der die Kinder den Wurzeln allen Seins begegnen, und wir Menschen uns selbst. Wir sind soweit weg von der Normalität! Erich Fromm stellte einst fest, daß in einer "kranken Gesellschaft" die Krankheit zur Normalität verklärt wird, und so die Kranken auch nicht mehr als krank auffallen. Wen wundert da noch ein Nikolaus im Hubschrauber? Guten Rutsch in die Tiefen des Irrsinns ;-) Bumm bumm!

27.12.2012
23:27
Terminplanung
von kitty73 | #5

Im März soll also der 3-jährige Vertrag geschlossen werden.

Im März soll auch das Leitbild der Stadt beschlossen werden und damit Stellung bezogen werden zu Schließung oder Beibehaltung Flughafen. Wozu dann auch die Mitgesellschafter gehört werden müssen.

Wie will man dann noch für Frühjahr/Sommer - also die Hauptsaison - Events organisieren? Oder bietet der Vorvertrag genügend Planungssicherheit?

Je mehr Events, die aber auch "Geld in die Kasse spülen müssen", desto besser für die Gesellschafter - aber desto wahrscheinlich auch das Zurückfahren der Flugbewegungen auf das Mindestmaß.

27.12.2012
22:08
Wenn diese Agentur
von lospolloshermanos | #4

es schafft das Gelände zu vermarkten, vllt. mit "Events", dann kann sie das ja machen. Man darf ja wohl davon ausgehen, daß diese Agentur, wie andere Mieter, dafür auch bezahlen. Wenn das den Flughafen zu einer "schwarzen Null" bringt: Bitteschön.

Natürlich sollten auch Dauer- oder Intensivnutzer dementsprechend zur Kasse gebeten werden. Was kostet eigentlich ein Stellplatz in DDorf?

Angesichts der Mülheimer Gemengelage liegt es aber nahe, frage mich bitte niemand warum, daß hier irgendwas riecht...

27.12.2012
21:57
Parallelen?
von teetrinker82 | #3

Wieso fällt mir bei der Kombination Stadt - Events - Vertrag - Eventmanager bloss

Sascha Hellen - SPD Bürgermeisterin - Bochum ein?

Gibt es hier eine Neuauflage:
Stadt- Flughafengesellschaft - Eventmanager - SPD-Bürgermeisterin - Vertrag?

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