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Warum an der A40 in Mülheim Kaffeeduft in der Luft liegt

26.03.2016 | 10:00 Uhr
Warum an der A40 in Mülheim Kaffeeduft in der Luft liegt
So verändern sich Kaffeebohnen beim Röstprozess.Foto: Oliver Müller / Funke Foto Services

Mülheim.   Schon seit 1960 betreibt Aldi Süd am Heifeskamp in Mülheim-Dümpten eine Rösterei. Sie zählt zu den modernsten der Welt – wir durften reinschnuppern.

Kaffeeduft liegt am Heifeskamp mal wieder in der Luft. Immer, wenn der Wind von Südwesten  weht, riecht es hier – bis hoch zur A 40 – köstlich nach frisch gemahlenen Kaffeebohnen. Viele Mülheimer ahnten es, publik gemacht wurde es bisher aber nie: Aldi Süd betreibt hier in Dümpten eine Kaffeerösterei. Bereits seit 1960. „Aldi zählt momentan zu den drei größten Kaffeeproduzenten Deutschlands und hat hier in Mülheim eine der modernsten Röstereien der Welt“, erklärt Werksleiter Klaus Kramer.

Im Hof, an einer Laderampe, hat ein Lkw angedockt. Er liefert Rohkaffee an, grüne Bohnen von Arabica- oder Robusta-Pflanzen, die in verschiedensten Ecken der Welt  angebaut werden. Die Ware wird zunächst gewogen, gereinigt und in ein Silo gefüllt, bevor der Produktionsprozess beginnt. Alles, was mit den Erträgen aus den Kaffeekirschen dann geschieht, ist vollautomatisch gesteuert und wird computerüberwacht. Vom Röstleitstand aus beaufsichtigen die Mitarbeiter auf mehreren Bildschirmen und mittels eines speziellen Computer-Programms jeden einzelnen Produktionsschritt – bis hin zur Auslieferung an die LKW.

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Röstmeister Arthur Durdak beobachtet gerade, wie der frisch gelieferte Rohkaffee eingelagert wird, später wird er kontrollieren, ob die Weiterverarbeitung in den Röstanlagen problemlos funktioniert. Zuvor findet im Leitstand aber eine Wareneingangsverkostung statt. „500 Gramm des Rohkaffees werden hier in einer Miniatur-Röstanlage nach der entsprechenden Rezeptur einige Minuten lang geröstet und dann gemahlen, danach aufgebrüht und getestet“, berichtet Nina Desmer, Kaffee-Sommelière und Qualitätsbeauftragte am Standort.

Der Kaffee wird lauwarm verkostet

50 kleine Tassen Kaffee werden zubereitet und lauwarm verkostet. Bereichsleiter Reiner Bär, der einen besonders guten und geübten Geschmackssinn hat, nimmt aus jedem Tässchen in Schlückchen – schlürfend wie ein Weinkenner. „Ich rieche erst an jeder Probe, dann prüfe ich den Kaffee geschmacklich – auf Aroma, Säure und Körper“, erklärt er. Schon eine einzige schlechte (etwa überfermentierte) Bohne könne eine Charge verderben. „Dann geht die ganze Ladung zurück“, berichtet Klaus Kramer.

60 Tonnen Rohkaffee werden täglich am Heifeskamp angekarrt. Für jede Kaffeesorte von Aldi Süd gibt es eine eigene Rezeptur. Sie wurde von den Verkostern kreiert, ist meist eine Mischung verschiedener Bohnen, die miteinander harmonieren – und natürlich streng geheim.

Carola Lipp und Reiner Bär bei der Probe-Verkostung einer neuen Warenlieferung. Foto: Oliver Müller

Derzeit verkauft Aldi Süd in Deutschland sieben Sorten gemahlenen und vakuumverpackten Kaffee, fünf Sorten mit ganzen Bohnen und sechs Kaffee-Pad-Varianten. Die Produkte gehen an 40 Prozent der insgesamt 1860 deutschen Filialen, aber auch in die USA, nach Großbritannien und Australien. Für manche dieser Länder gibt es ganz eigene Rezepturen und Formate.

Besteht eine Rohware-Lieferung den Eingangstest, wird sie auf unterschiedliche Art geröstet. Vom Röstofen aus gelangen die Bohnen (auch entkoffeinierte) in eine von drei großen Mühlen, wo sie mit unterschiedlichem Mahlgrad gemahlen werden. „Das Kaffeepulver für den britischen Markt zum Beispiel ist grober gemahlen, weil die Briten meist Pressstempelkannen benutzen, für die das dünne Mehl nicht so geeignet ist“, erläutert Nina Desmer.

Bohnen reagieren auf Sauerstoff und verlieren ihr Aroma

Das Problem beim Kaffee: „Die Bohnen reagieren auf Sauerstoff, oxidieren dann und verlieren nach vier bis sechs Wochen einen Großteil ihres Aromas. Deshalb wird der gemahlene Kaffee in Vakuumpackungen gefüllt“, so Klaus Kramer. Bei den ungemahlenen Bohnen, die in Folienbeuteln verkauft werden, entsteht wegen noch freiwerdender Aromen in der Packung dann ein Überdruck. Damit der entweichen kann, aber kein Sauerstoff an den Kaffee kommt, ist in die Packung ein Überdruckventil eingebaut. Ein Maschinenführer hat sich eine verschweißte Packung geschnappt und führt eine Sauerstoffrestmessung durch. „Zwischenkontrollen gibt es in der Produktionskette an verschiedenen Stellen“, sagt der Werksleiter.

In der riesigen Produktionshalle, die zwischen 2013 und 2015 nochmal erheblich vergrößert wurde, geht es nicht gerade leise zu. Neben den Mühlen gibt es hier auch hochmoderne, eigens für diese Rösterei entwickelte, neue Verpackungsmaschinen – sowohl für den gemahlenen Kaffee als auch die ganzen Bohnen und seit Kurzem für die Pads.

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Kommentare
29.03.2016
08:14
Warum an der A40 in Mülheim Kaffeeduft in der Luft liegt
von Tim_Writer | #6

"Viele Mülheimer ahnten es, publik gemacht wurde es bisher aber nie: Aldi Süd betreibt hier in Dümpten eine Kaffeerösterei"

Das war doch kein...
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2016-03-26 10:00
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