War die Mülheimer Kobra-Jagd zu kostspielig?
09.04.2010 | 14:56 Uhr 2010-04-09T14:56:00+0200
Mülheim.100.000 Euro kostete die Jagd auf die Baby-Kobra „Tiffy“, die aus ihren Terrarium ausbüchste. Zahlen wird die Zeche letztlich wohl der Steuerzahler, der Schlangenbesitzer ist mittellos. War die Aktion zu kostspielig? Nein, es ging nicht anders, begründet ein Experte der Feuerwehr.
Eine Rolle mit 66 Metern Profi-Klebeband: 2,17 Euro. Eine Giftschlange aus der Tierhandlung: ca. 100 Euro. Macht zusammen 100.000 Euro, die der Bürger wohl übernehmen wird.
Im Fall der Monokel-Kobra „Tiffy“ regen sich daher die Zweifel, ob man den letztendlich unspektakulären Fang mit einem Klebeband in Kevin O.s gemieteten vier Wänden nicht hätte günstiger haben können.
„Nein“, sagt Sebastian Schreiner von der Reptilien-Gruppe der Feuerwehr Düsseldorf klipp und klar. Die in Deutschland einzigartige Abteilung hatte Mülheim beim Aufspüren des Tieres beraten. „Die Vorgehensweise ergab sich aus der besonderen Situation“, erklärt der Reptilienfachmann die Strategie. Einen ähnlichen Fall hatte das Team zwar noch nicht erlebt, welche Ratschläge jedoch nicht funktioniert hätten, kann Schreiner begründen.
Schnüffler
Clever: Am Frankfurter Flughafen spüren Hunde artengeschützte Tiere auf, die illegal eingeschmuggelt werden sollen. Allerdings seien die Schnüffler auf Koffer und andere Behälter trainiert, sagt Schreiner, „eine freilaufende Schlange in einer Wohnung ist für die Suchhunde ungewohnt, sie würden die Kobra nicht finden.“
Ausgasen!
Klingt einfach: Alle Ritzen nach draußen abkleben und Gas ins Haus einleiten. Die Schlange fällt um, fertig - in der Theorie. „Keine Chance“, erwidert der Feuerwehrexperte, „ein Haus bekommt man nicht dicht.“ Schon gar nicht im Fall von Kevin O., in dessen Wohnung kleinste Löcher Wege nach draußen boten.
Aufheizen!
Schlangen mögen feuchte Wärme, aber nicht zu viel. Der Versuch, dass Haus auf tropische 50 Grad zu erwärmen und die Kobra so austrocknen, scheitert ähnlich wie beim Gas-Trick: Es ist kaum möglich. Schon gar nicht auf längere Zeit, sagt Schreiner. „Zumal, wenn das Tier verborgen in einem Schlupfloch stirbt, weiß man nicht, ob die Methode geholfen hat.“
Läppchen drum!
Feuchte Tücher, vor allem schön warm – das hätte „Tiffy“ gefallen. „Es hätte funktioniert“, glaubt der Kobrakenner, „wenn solche Tücher nicht nach wenigen Stunden austrocknen würden.“ Zudem, ist sich Schreiner sicher, kann der Trick in einem Raum gut umgesetzt werden, nicht aber im gesamten Haus.
Schlangen(sch)maus
Kobras haben zwar Mäuse zum Fressen gern. Der Schlangen-Schmaus muss aber leben, damit er aufgespürt werden kann. Tote Mäuse hätte „Tiffy“ nicht als Beute erkannt. Durchschnittsmäuse sind jedoch zu groß für Baby-Kobra, und „Baby-Mäuse auszusetzen – dagegen hätte der Tierschutz protestiert“.
Keine Alternative
Die Vorgehensweise sieht der Reptilienexperte als alternativlos an, „als sich herausstellte, dass die Kobra unter dem Boden und durch die Decke bis ins Dach und den Hausflur entwischen konnte“. So blieb der Versuch, dem Tier mit ausgelegtem Mehl auf die Spur zu kommen. Und mit Klebebändern.

09:26
Und hier ist jetzt jemand, der das Wohl der Bevölkerung und das Wohl eines jeden Tieres kilometerhoch über die Geltungssucht und Dummheit eines Einzelnen einordnet!
Exotische Tiere gehören nicht in Privathände.
Niemand weiss, wie viele Exoten wegen unsachgemäßem Umgang mit dem Leben bezahlen, ausgesetzt werden und elendig verenden. Es scheint niemanden zu stören,dass sich das Leben von Eidechsen, Leguanen und Schlangen normaler weise nicht auf dem Gebiet 50 x 100 cm (bestenfalls) abspielt, somit eine artgerechte Haltung im deutschen Wohnzimmer ein Witz ist!
Ein weiterer Witz ist, dass nun etliche Züchter von Exoten aus dem Boden schiessen, um auch mit dieser Ware Tier ihr Geld zu machen, wohlwissend, dass die allermeisten Käufer absolute Laien sind. Da stehen sie ihren Kollegen aus dem Haustiersektor in Niedertracht und Ignoranz kein bisschen nach.
Die Haltung von Tieren aller Art in Privathaushalten sollte strengen Kontrollen unterliegen. Die Artgerechte Haltung muß von Gesetzgeber am obersten Level angeordnet werden und sich nicht am Mindeststandart orientieren, der dann aus Bequemlichkeit noch meterweit unterschritten wird. Weiterhin hat jeder Tierhalter eine Haftpflichtversicherung entsprechend der Risiken abzuschließen und bei Übergabe des Tieres vorzulegen, ebenso einen Sachkundenachweis, der sein Papier auch wert ist.
Jedes Haustier muß gesetzlich registriert und seine Haltung regelmäßig kontrolliert werden - damit werden sowohl Spaßtierhaltern wie auch Tierquälern die Schuhe gründlich ausgezogen.
Das Argument der persönlichen Freiheit schallt durchs Land - die Freiheit hört dort auf, wo ich durch mein Handeln die Lebensqualität Anderer einschränke - sei es nun Mensch oder Tier.
Wirtschaftsfaktor? Arbeitsplätze? Existenzen?
Nun, es würden jede Menge Mitarbeiter gebraucht und es schadet der Seele eines Züchters oder Haustierhändlers keinesfalls, die teilweise unsäglichen Lebensumstände seiner Ware mal persönlich zu erleben.
Wenn durch meine Lebensweise der Allgemeinheit Schaden droht und solche Kosten entstehen, kann kein gesunder Verstand es richtig finden, nun die Gesellschaft zur Kasse zu bitten. Der Verursacher soll gefälligst arbeiten gehen und die Summe schön abzahlen!
10:46
@#41 - Gegen welches Risiko sollte denn die Schlangen-Versicherung sein? Weglaufen?
Hätte der Junge Mann sich eine Haftpflichtversicherung für wenige EURO im Monat geleistet, wäre er die Sorge los ... naja - ist nun auch zu spät!
Nur warum die Experten nicht gleich die Heizung untersucht haben, als einzige Wärmequelle in der Wohnung, verstehe ich nicht? Naja kann man ja nun nicht ändern ...
09:51
Warum gibt es für solche Tiere keine verpflichtende Versicherung ?
Jeder, der so ein Tier haben will, muss erst einmal eine Versicherung nachweisen. Damit es mit dem Bezahlen keine Probleme gibt, Lebenserwartung * Jahresbeitrag als Vorauszahlung.
16:52
Die Tierschützer kommen nicht zu Wort, sie werden nicht gefragt bzw. es wird nicht das abgedruckt, was sie sagen. Wer nicht an den Massenmedien vorbeikommt, bleibt stumm in diesen Diskussionen.
(Kommentar wird hoffentlich nicht entfernt)
12:20
Von den Tierschützern hört man garnichts. Sonst regen die sich doch wegen jeder Taube auf, der Unheil droht. Warum ergreift man dort nicht die Initiative, um zum Schutze exotischer Tiere die Einfuhr und Haltung dieser Tiere zu verbieten ?
11:37
Antonietta - die Wertigkeit dieses Kommentars verliert sich durch die Häufigkeit der Kopien, die immer und immer wieder eingesetzt werden.
10:16
Wie der Mensch sein Tier haben will, wird es produziert. In Zoogeschäften werden Hamster, Meerschweinchen oder Kaninchen hinter den Ladenscheiben angeboten, wie in anderen Geschäften tote Gegenstände wie Staubsauger oder Kühlschränke. Für die Zoogeschäfts-Betreiber ist das Tier ein rein materieller Gegenstand, nur der Profit zählt. Die Bedürfnisse der Tiere spielen keine Rolle. Damit die Menschen mit ihrer vermeintlichen Tierliebe unsere Mitgeschöpfe in ihre Wohnzimmer oder Käfige sperren können, treibt die gigantische Heimtierbranche den Markt an. Jährlich macht sie Umsätze von 2 - 3 Mrd. Euro. Davon entfallen etwa 180 Mill. Euro auf den Kauf neuer Tiere. In heimischen Wohnzimmern leiden aber nicht nur Hunde, Katzen und Nager, sondern mehr und mehr auch exotische Tiere. Die Gier nach dem besonderen Haustier macht auch vor Schlangen, Echsen, Spinnen, Schildkröten, Krokodilen, Raubkatzen und Wüstenfüchsen nicht halt.
00:39
Wie können Wiederholungen vermieden werden?
Ich glaube, dass ist eine der wichtigen Fragen.
Politische Lösungen sind gefragt und gefordert.
00:36
Die Helfer, die in der gesetzlichen Pflicht der Gefahrenabwehr für die Bevölkerung agierten, stehen jetzt noch in der öffentlichen Kritik: Das ist unerträglich!
00:23
Die amtlichen Verantwortlichen sind hier nicht zu kritisieren. Schon gar nicht die Feuerwehr und andere kompetente Hilforganisationen. Das rechtiche, finanzielle und ethische Haftungsrisiko für die Haltung solcher lebensgefährdeten Tiere trägt allein der Halter. In der Verantwortung ist allerdings auch unsere in allen Lebensbereichen inkompetente parteiübergreifenden politische Klasse, die es nachhaltig versäumt, die Allgemeinheit vor solchen unqualifizierten Tierhaltern adäquat zu schützen.