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Kultur

War dat schön, Frank!

15.04.2010 | 20:49 Uhr
War dat schön, Frank!

Er hat seine Wurzeln an der Alleestraße 36 in Bochum, in einer Gegend, durch die der Bücherbus mit verdeckten Scheiben durchrausche – einer Gegend, „die es in Mülheim, der wohlhabendsten Stadt im Ruhrgebiet, nicht gibt“. Und doch: Im Mikrokosmos Ruhrpott hat Frank Goosen überall ein Heimspiel.

Auch in der prall gefüllten Mülheimer Stadthalle, wo er am Mittwochabend sein neues Programm „Radio Heimat“ über den Äther schickte.

Tabus kennt der im Abstiegskampf erprobte Bochumer keine, dem Charme seiner detailverliebten Nostalgie-Wahrheiten über den Menschenschlag in der geliebten Heimat nimmt es dabei nicht einen Hauch durchdringender Wärme. Wer Goosens Erzählung in Siggis Kneipe folgt, dem Treff der 80er für französisch-geplagte Gymnasiasten am Bochumer Westring, ist mitten drin im Nostalgiegeschehen. Da, wo die Wirtsfrau morgens noch kopfüber in ihren standhaft-gestärkten weißen Kittel stürzen kann. Dort, wo als Kreismeister gilt, wer es schafft, mit seinen Strichen den Deckel zu umrunden. Wo es klare Ansagen gibt: „Mach ma vier Bier, vier Asbach, drei Frikas und ein’ Jungferntraum!“ – wie die lange Bockwurst frivol getauft ist.

Goosen versucht sich dem zu nähern, was Heimat ist zwischen Emscher und Ruhr. Theo, der Schrebergarten-Nachbar, hat’s damals schon auf den Punkt gebracht: „Hier! Wo man das Schönsaufen erfunden hat.“ Goosen würde es anders sagen, hat es vergeblich auch den Machern von Ruhr.2010 als Motto fürs Kulturhauptstadtjahr angedient: „Anderswo ist auch scheiße!“

Das Konzept „Heimat“ zog sich durchs Programm. Das war kurzweilig, weil Goosen die Lesung und Plauderei perfekt portioniert. Wie würde der Kabarettist selbst sagen? War dat schön, die Scheiße!

Mirco Stodollick

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Kommentare
16.04.2010
19:48
War dat schön, Frank!
von kes163 | #6

Vielen Dank für den schönen Abend, Frank

16.04.2010
15:07
War dat schön, Frank!
von sauber! Mann | #5

War super, vor allem dat mit dem Ich möchte auch mal aus der Champions League rausfliegen, oder der Laberfürst ;- Großartig! Heisst übrigens: Woanders is auch *******!!! Und stimmt, kann ich nur bestätigen ;-

16.04.2010
13:55
War dat schön, Frank!
von Gospodin | #4

#3
Neokommunistische Darsteller???
Wie blöd ist das denn?
Wenn man von irgendwas keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten.
Ich kann die anderen Kommentare und den Artikel nur bestätigen. Dieser Abend war hervorragend, lustig, witzig und Goosen authentisch, eben Ruhri.
Da kommt man raus wie aus einer Wiederaufbereitungsanlage: Frisch und mit Lachen inne Backen.

16.04.2010
13:06
War dat schön, Frank!
von soisses | #3

Dass sich die Ruhrpottler immer noch von diesen neokommunistischen Darstellern einseifen lassen. Der kassiert dabei ganz nett auf kapitalistische Art und Weise ab. Das wissen alle, das freut alle. Richtiger Schwachsinn eben.

16.04.2010
08:48
War dat schön, Frank!
von Stephan Habig | #2

Super Abend, wir erzählen uns immer noch ähnliche Geschichten aus unserer Familie: Herrlich-abbba so war dat un dat war schön- echt glaubse!

15.04.2010
19:16
War dat schön, Frank!
von dacoach | #1

Zu Frank Goosen kann ich nicht mehr hingehen, oder zuhören. Ich hab ja nur gelacht!
Wie alz wennze den schon immer kennz. Und der mich...

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