Wanderbares Autobahnkreuz
30.07.2010 | 17:21 Uhr 2010-07-30T17:21:00+0200„B1/A40 – die Schönheit der großen Straße“ heißt ein Ausstellungsprojekt zur Kulturhauptstadt an der A40. Unter dem „Spaghettiknoten“ werden geführte Wanderungen angeboten.
Ein Mülheimer Standort von „B1/A40 – die Schönheit der großen Straße“ ist am Rhein-Ruhr-Zentrum, ein weiterer an der Grenze zu Duisburg im Autobahnkreuz Kaiserberg. Ein Gespräch mit Markus Ambach, dem Kurator des Ruhr.2010-Aus-stellungsprojektes „B1/A40“
Landschaftspark Kreuz-Kaiserberg nennen Sie das Ausstellungsprojekt. Und da gibt’s einen Wanderweg mitten durch?
Ambach: Ja. Der ist mit Infotafeln komplett durchmarkiert, es gibt eine lange und eine kurze Wanderung. Man kann die Wanderung alleine machen, ich erzähle bei einer Führung allerdings noch ein bisschen mehr dazu. Ich habe ein Megaphon dabei, denn an manchen Stellen ist es schon sehr laut.
Was kann man denn auf einer Wanderung sehen?
Man sieht hier die typischen Schrebergärten, was man ja als Schienenrandlage kennt. Die wenigsten wissen aber, dass man damit ungenutztes Gebiet unter zivile Kontrolle bringen wollte. Einerseits hat man während der Industrialisierung den Leuten, die entfremdet in den Städten saßen, ein Stück Land gegeben. Gleichzeitig haben die Gärtner das Land vor Verwahrlosung bewahrt.
Ein weiteres Beispiel ist die Pumpstation, die das Wasser von der Autobahn auffängt. In den Auffangbecken bilden sich nach einer Weile Biotope. Oder nehmen Sie das Dorf Werthacker an der Schallschutzwand, zwischen Schienen, Autobahn und Ruhrdeich. Das Dorf ist komplett abgeschnitten, es führt nur ein Weg hinein oder hinaus. Die 120 Einwohner haben gerade ihre Kirche, die abgerissen werden sollen, gekauft.

0mitdiskutieren