Wahlprüfsteine sorgen für Aufregung
04.08.2009 | 22:34 Uhr 2009-08-04T22:34:00+0200Für Waldemar Nowak vom Netzwerk gegen Fluglärm ist es „eine Überraschung”, den Befürwortern kommt es nicht ungelegen: Das Reizthema Flughafen schien bei dieser Wahl von der Agenda verschwunden zu sein. Ausgerechnet Flughafen-Geschäftsführer Eismann hat das jetzt geändert.
Am Freitag verschickte die Flughafen Essen-Mülheim GmbH nämlich zwei als „Wahlprüfsteine” deklarierte Fragen an die OB-Kandidaten, von Eismann unterschrieben. Ob die Bewerber die Einschätzung „von Fachleuten” teilten, dass der Flughafen ein wichtiger Standortfaktor sei und unter welchen Bedingungen sie den Ausbau eines „qualifizierten Luftverkehrs” und den Schutz des Wohnwerts unterstützen würden. Die Antworten nähme man bis zum 11. August entgegen. So lange wollten die Grünen nicht warten. Sie antworteten schon am Dienstag, öffentlich.
„Mülheimer Filz in Reinkultur” sei das, wetterte die OB-Kandidatin Barbara Steffens. Gewerkschaften, Bürgerinitiativen, Kirchen; sie alle nutzen die Möglichkeit, Politik auf ihre Standpunkte abzuklopfen. Aber öffentliche Gesellschaften mit städtischer Beteiligung? Ob sie demnächst Fragen von Medl, MEG und SWB oder gleich von städtischen Ämtern beantworten solle, schimpfte Steffens, womöglich ebenso tendenziös wie die des Flughafens, dessen Geschäftsführer sie bescheinigte, ein „Meister des Fettnapftretens” zu sein. Fraktionsprecher Thomas Behrendt erinnerte zudem daran, dass OB Dagmar Mühlenfeld Vorsitzende von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung des Flughafens ist und über derartige Vorgänge informiert sein sollte. Behrendts bissige Schlussfolgerung: „Befragt die OB sich jetzt schon selbst?”
Tut sie's? Einer Anfrage der NRZ im Rathaus war rasch Antwort beschieden - durch Eismann. Er habe da einen Fehler gemacht, räumte der Geschäftsführer ein, der am Dienstag eigentlich seinen Geburtstag feierte. Die Wahlprüfsteine habe er nicht als Flughafen-GmbH, sondern gleichsam als Dienstleister für die Vereinigung „Wir am Flughafen” geschrieben, einen losen Verbund aller elf ansässigen Unternehmen und Luftsportvereine. „Da war einfach nur der falsche Briefkopf drauf”.
Also ein Versehen? Viel Lärm um Nichts? Zumindest Netzwerk-Sprecher Nowak ist das einerlei. Er will den ungeahnten Schwung nutzen und für das Netzwerk am Mittwoch selbst Post verschicken, auch an alle OB-Bewerber. Der Inhalt: Wahlprüfsteine.

10:20
Da sind wir also bei dem Argument 80 Jahre. Ungefähr so alt ist der Flughafen. Wenn ich mir so die betroffenen Grundstücke und Häuser anschaue, habe ich den Eindruck, dass hier keineswegs historische Stadtkerne, die jahrhundertelang erhalten wurden, gepflegt wurden. Fast ausschließlich wurde dort gebaut, als der Flughafen längst in Betrieb war.
Nein, es verstärkt sich (nicht nur bei mir) der Eindruck, dass viele Initiativen und Netzwerke als oberstes Ziel das Sankt-Florian-Prinzip befolgen:
Lieber Gott, lass Arbeitsplätze entstehen, aber bitte, bitte nicht in der Schlafstadt Mülheim an der Ruhr.
08:52
Wirtschaftlichkeit - lieber sockerfan - ist auch die Steigerung der Lebensqualität in einer Region. Dann leben hier auch gerne die sg. Leistungsträger in der Gesellschaft. Große Metropolen geben dafür viel Geld aus. Dank der Menschen, die hier aber an alten Zöpfen festhalten, die in 80 und mehr Jahren nichts gebracht haben, wie z.B. dieser Flugplatz, wird Mülheim und das Ruhrgebiet auch weiterhin nur im unteren Mittelmaß dahindümpel. Und das Stadtsäckel in Mülheim - von dem hier so oft die Rede ist - wird sich auch nicht füllen.
19:51
#38
Wie ich schon unter #27 schrieb: Es ist schade, dass hier doch überwiegend polemisch und persönlich diskreminierend diskutiert wird. Dabei frage ich mich, ob zu Ihrem Repertoire auch Altersdiskreminierung gehört. Und überhaupt - woher wollen Sie wissen, wie alt ich bin?!?
Ihre Wirtschaftlichkeit können Sie übrigens auch vergessen. Einmal abgesehen davon, dass der FEM zu den guten Steuerzahlern Mülheims gehört, will ich noch einmal deutlich machen:
Wenn die örtliche Politik die wirtschaftlichen Möglichkeiten derart einschränkt wie am Flughafen FEM, werden dort niemals weitere Arbeitsplätze entstehen, wird weiterhin der Steuerzahler ein von der Politik geschaffenes Finanzloch stopfen müssen.
Allerdings - wenn Wirtschaftlichkeit nur noch am Wert der flughafennahen Grundstücke gemessen wird, soll das wohl so sein ...
15:29
#36 Wahrscheinlich handelt es sich hier um einen aktuen Fall von Altersschwerhörigkeit. Altersschwerhörigkeit ist zwar bedauerlich, für sich alleine aber noch kein Problem. Problematisch wird es erst, wenn die Phrase der Wirtschaftlichkeit dieses Flugplatzes - in enger Verbindung mit seinen Fesseln wegen der bösen Anlieger - aufgetischt wird. Der Flugplatz Essen/Mülheim richtet jedenfalls mehr Schaden an, als er wirtschaftlich nutzt und je nutzen könnte. Deshalb ist es zwingend notwendig, ihn so schnell wie möglich endgültig abzuwickeln.
08:54
@ 36: Ich wohne auch in der Nähe des Flughafens, mache aber andere Erfahrungen als Sie. Wenn die Düsenjets aus Mülheim, die sich außerdem deutlich von denen in Düsseldorf unterscheiden - in Bezug auf Flughöhe und Größe der Flieger, direkt über das Haus fliegen, dann hat das schon was von Tieffliegern. Was an diesen Fliegern leiser als Turboprop-Maschinen sein soll, erschließt sich meinem Ohr nicht.
Wer heute morgen bereits um 6 Uhr von den Fliegern aus Düsseldorf geweckt wurde, wird zu Recht fragen, ob zusätzlicher Fluglärm in Mülheim in Kauf genommen werden sollte, um als Ausweichflughafen für Düsseldorf zu fungieren, damit Düsseldorf noch mehr Flieger in die Luft bringen kann. Meine ANtwort ist: NEIN
22:23
@35 okapi
Hmmm - woher wissen Sie in Dümpten eigentlich, woher / wohin die kleine Düse fliegt? Könnte sie nicht aus Düsseldorf kommen bzw. dorthin fliegen wollen?
Den Lärm eines Starfighters habe ich auch noch gut in Erinnerung. Der ist jedoch keinesfalls vergleichbar mit den kleinen Maschinen vom FEM.
Nein, zu hohe Lärmbelästigung sehe (besser höre) ich hier - wie schon geschrieben max. 1.500 m vom Flughafen ebtfernt - nicht wirklich.
21:02
@27 von sockerfan Die Lärmbelastung ist deutlich niedriger als bei manchem Auto....
Ich werde bei einem Überflug der kleinen Düse über mein Grundstück in Dümpten regelmäßig an die Zeit erinnert, als am Niederrhein noch Tieffluggebiet war, ein Starfighter machte zu der Zeit den gleichen Lärm, nur der Überschallknall fehlt noch.
18:43
in Styrum
15:37
„Mülheimer Filz in Reinkultur” so Frau Steffens von den Grünen.
Hat sie als außenstehende denn gar nicht mitbekommen, dass die Grünen schon längst Teil davon sind?
Mit den Grünen hat zum Beispiel der große Ausverkauf an RWE & Co begonnen.
Warum hat man denn von einer Oppositionsarbeit der Grünen unter SPDCDU nichts gemerkt?
Und warum haben die das Feld Opposition dem Hühnerhaufen von der MBI überlassen?
15:11
@ elwer
Tolles Argument, dann ziehe ich schon mal los und verklage einen großteil der Autofahrer. Machen sich Touristen eigentlich Strafbar wenn Sie in den Urlaub fliegen? Wo machen Sie denn Urlaub Elwer?
So einen Schwachsinn habe ich schon lange nicht mehr gehört.