„Wäre bereit, wieder zu streiken“

Gestreikt haben nicht nur die Erzieherinnen, sondern auch die städtischen Sozialarbeiter. „Mein Eindruck ist, dass die meisten eher unzufrieden sind, das ist aber natürlich meine persönliche Ansicht“, erläutert Inge Lantermann, die als Sozialarbeiterin in der Seniorenberatung tätig ist. „Ich wäre bereit, wieder zu streiken. Unter Umständen auch mit den Sozialarbeitern allein.“ Auch ihr geht es um mehr Anerkennung für ihren Beruf: Dazu würde eben nicht nur etwas mehr Geld gehören – wobei das geringe Plus, das erstritten worden ist, natürlich positiv sei. „Es geht aber auch um Aufstiegsmöglichkeiten.“

Joyce Abebrese, Referentin für Tarifangelegenheiten der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der viele Erzieherinnen angehören, weiß, dass das Ergebnis nicht befriedigend ist. Sie weiß auch, dass der Druck der Mitglieder auf die Gewerkschaft wächst, die gewünschten Ergebnisse zu liefern. „Das endgültige Ergebnis steht ja noch nicht fest. Am Ende gibt es ja noch eine Urabstimmung.“ Wie die ausfallen könnte, wagt derzeit keiner zu sagen.

Der lange Streik, ist sich Neubner sicher, habe bei vielen sehr hohe Erwartungen geweckt, die nun nicht erfüllt würden. Eine gewisse Enttäuschung kann er daher nachvollziehen.