Vorwurf: Reine Gefälligkeit
14.11.2008 | 15:54 Uhr 2008-11-14T15:54:00+0100Als eine einmalige Chance hat der Gutachter Prof. Richard Klophaus die Entwicklung des Flughafens Mülheim zum Geschäftsflughafens dargestellt. Seitdem hagelt es Kritik.
„Gefälligkeitsgutachten” wird dem Wissenschaftler mit den Schwerpunkten Verkehrswirtschaft und Logistik unterstellt. Und: Als ehemaliger Mitarbeiter der Lufthansa sei auch Partner der Interessengemeinschaft der Regionalflughäfen. „Was soll da anderes herauskommen? Überall, wo er Gutachten zu Flughäfen erstellt habe, sei das Ergebnis gewesen: ausbauen! Hier werde der Bock zum Gärtner gemacht, so die Kritiker.
„Der Gefälligkeitsgutachter Prof. Klophaus verkennt die nackten ökonomischen Realitäten. Regionalflughäfen mit einem Aufkommen unter zwei Millionen Passagieren pro Jahr schreiben auf Dauer rote Zahlen, wie die Deutsche Bank unlängst analysiert hat”, sagt Horst Becker, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Landtagsfraktion. Für einen Geschäftsflughafen fehle angesichts der nahe gelegenen Flugplätze jeglicher Bedarf. Das Netzwerk gegen Fluglärm verweist auf Gutachten des Professors zum Flughafen Leipzig-Altenburg:Vom prognostizierten Aufschwung gebe es dort keine Spur. Im Gegenteil.
Ähnlich wie Becker argumentieren die Mülheimer Grünen: „Rein theoretische und nicht nachprüfbare Zahlen über eine längst widerlegte enorme Nachfrage als auch mögliche Arbeitsplätze sollen beeindrucken”, kritisiert Fraktionssprecher Thomas Behrendt. Die Grünen sehen stattdesssen sinkende Lebensqualität durch Lärmbelästigung, massenhafter Wertverlust von Grundstücken und Immobilien und einen Imageverlust Mülheims als Wohnstandort.
Volle Unterstützung signalisieren die Spitzen von Partei und Fraktion der SPD. „Mit den Aussagen des Gutachtens von Prof. Klophaus sehen wir unsere Haltung voll und ganz bestätigt.” Die SPD ist im Gegensatz zu anderen politischen Kreisen von der Seriosität des Gutachtens überzeugt. Ihrer Auffassung nach sei es einfach zu billig, die Kompetenz eines Gutachters in Frage zu stellen, nur weil man mit den Aussagen einer Untersuchung nicht überein stimme. „Das Gutachten zeigt das enorme Entwicklungspotential bei der Schaffung neuer Arbeitsplätze auf. Politik hat die Verpflichtung, diese Chance für die Zukunft Mülheims ernst zu nehmen”, so sehen es Fraktionschef Dieter Wiechering und Parteichef Frank Esser.

11:33
Schön, jetzt wissen auch Analphabeten wie funzel was eine sachliche Diskussion ist. Mehr davon!
Es ist übrigens immer das selbe Spiel: Will man etwas verhindern, werden die Kosten hoch gerechnet (siehe Freibad etc.), will man etwas haben werden die Zahlen geschönt bis zur Absurdität (siehe Stadthalle, Rathaus, Museum, Flughafen etc. pp).
So werden wir seit über 50 Jahren mit Methode veräppelt.
Und wir wählen trotzdem immer den selben Mist. Oder?
11:09
geht es den grünen,der MBI oder wier aus mülheim den maoisten gegen den strich,heist es gleich gefälligkeit.eine sachliche diskusion,bei denen, gleich null.
22:35
Die SPD war auch von der Kompetenz des Herrn Yassine überzeugt. Warum soll sie an dem Gutachten von Herrn Klophaus zweifeln.
20:49
Mittlerweile befällt einem fast Mitleid mit der Mülheimer SPD: Wie kann eine Partei so unreflektiert und blind jeglicher Realität einen Flughafenausbau mit A 320 Wartungsbetrieb, Großer und kleiner Düse als Entlastung für Düsseldorf mitten im dichtbesiedelten Stadtgebiet gutheißen. Wer so verantwortungslos handelt verliert jegliche Legitimation überhaupt das Wort Allgemeinwohl in den Mund zu nehmen.
19:31
Es ist erschreckend, was die SPD-Mh alles auf´s Spiel setzen will. Neben den von Herrn Behrendt benannten Effekten kommt noch ein Koalitionsbruch mit der CDU hinzu. Zudem nimmt man einen Bruch bei einer zukünftigen Zusammenarbeit mit der Sadt Essen in Kauf, der auch Auswirkungen auf die Metropole Ruhr haben wird. Auch die Eingaben von etlichen Bürgern werden einfach ignoriert. Und letztlich setzt die SPD durch ihre kompromisslose Haltung sogar das gesamte Gewerbegebiet aufs Spiel.
Regieren heißt für mich auch nach politisch tragfähigen Mehrheiten suchen. Davon kann ich bei der SPD-MH nun gar nichts mehr entdecken. Wie wäre es mal mit einem diskussionsfähigen Kompromissvorschlag, Herr Esser und Herr Wiechering?