Von Zwergen, Tigern und Fröschen

Die Kinder der Kita „Birkenhof" trafen ihre Vorlesepaten in der Stadtteilbücherei Heißen und hörten klassische Märchen.
Die Kinder der Kita „Birkenhof" trafen ihre Vorlesepaten in der Stadtteilbücherei Heißen und hörten klassische Märchen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Bundesweiter Vorlesetag: Spannende Geschichten hörten die kleinen Besucher in den drei Stadtteilbüchereien in Styrum, Speldorf und Heißen. An der Kleiststraße lasen Grundschüler den Knirpsen aus derm Kita Märchen vor.

Mülheim.. Das Lernen fällt aus, heute ist Lauschen angesagt: Viertklässler aus der Brüder Grimm Schule haben es sich in der Styrumer Stadtteilbücherei auf einem roten Wuschelteppich bequem gemacht und genießen es, mal nicht selbst lesen zu müssen, sondern vorgelesen zu bekommen. Schauspielerin Maria Neumann vom Theater an der Ruhr macht es richtig spannend und lässt die Lesung zu einem lebendigen Dialog mit dem jungen Publikum werden.

Mitreden können alle Kinder, denn sie haben „Frerk, der Zwerg“ von Finn-Ole Heinrich schon in der Schule kennengelernt. Jeder kann etwas erzählen über den kleinen Jungen Frerk, der von aufmüpfigen Zwergen dazu ermutigt wird, einfach auch mal frech zu sein. Begeistert machen alle Zuhörer dann auch mit, als die Vorleserin fragt: „Wer kann bellen wie ein Wolfshund?“ oder „Kannst du so genervt sprechen wie Frerks Mutter?“

"Buch ist altersgemäß"

„Lesen ist schön, man wird dabei in eine andere Welt versetzt“, hat Büchereileiterin Petra Sachse vorher bei der Begrüßung zum „Weltvorlesetag“ gesagt. Wie wahr. Ihre Gäste sind ganz versunken in die vorgetragene Geschichte...

„Zwerge“ trifft man auch in der Speldorfer Stadtteilbücherei an, hier sind es zwei- bis sechsjährige Knirpse aus der Kita „Mandala“. Sie lümmeln auf bunten Sitzsäcken herum und hören Christine Wittkampf zu, die das Bilderbuch „Riesenparty für den Tiger“ vorliest. „Janosch ist immer noch ein gerne gelesener Autor und dieses Buch ist altersgemäß“, sagt die Bibliotheksmitarbeiterin. Vor allem, weil man hinterher darüber reden kann, was man selber bei seiner Geburtstagsfeier machen möchte. „Urwald-Limonade“ trinken wie der Tiger?

Knusperhäuschen gebastelt

Eine Bücherei direkt um die Ecke – die Erzieherinnen finden das superpraktisch. „Wir kommen regelmäßig her – auch ohne Kinder, bekommen hier tolle Buch- und Basteltipps“, erzählen sie.

Aus der unmittelbaren Umgebung stammen auch die Kita-Kinder und Grundschüler, die heute in der Stadtteilbücherei in Heißen zu Gast sind. Die Großen aus der 4b der GGS an der Filchnerstraße lesen den Kleinen aus der Kita an der Kleiststraße Märchen vor – in einem gemütlichen Zelt oder in anderen Kuschelecken, die märchenhaft dekoriert wurden. Zu „Frau Holle“, „Rotkäppchen“ oder „Froschkönig“ gibt’s Äpfelchen. Für eine weitere Besuchergruppe – aus der Kita „Birkenhof“ – hat das Familiennetzwerk Heißen drei erwachsene Lesepaten organisiert. Nach der Märchenstunde werden die Vorlesetagsbesucher selber aktiv, sie basteln Knusperhäuschen.

Lesestoff im Stadtteil - ein paar Fakten

Die Schul- und Stadtteilbibliothek in Styrum will „die Familien im Stadtteil nicht nur mit Medien versorgen, sondern ihnen einen Ort zum Verweilen und zur Begegnung bieten“, so Leiterin Petra Sachse. Die Bücherei hat rund 5400 Bände für Kinder und Jugendliche im Bestand. Die Zahl der aktiven jungen Leser belief sich 2013 auf 637. Die am häufigsten entliehenen Bücher waren „Der kleine Drache Kokosnuss“ oder „Gregs Tagebücher“. Gut vorlesen könne man zum Beispiel aus Axel Schefflers „Der Grüffelo“.

In der Speldorfer Stadtteilbücherei gibt es 5268 Kinder- und Jugendbücher. Sie machen rund ein Drittel des Bestandes aus. Bei den aktiven Lesern ist die Hälfte noch nicht erwachsen. 484 Mädchen und Jungen liehen in 2013 Bücher aus. Zu den Rennern zählten laut Bücherei-Leiterin Sylke Stannat dabei die Conni-Bücher (vom Bilderbuch bis zum Teenie-Roman), aber auch „Gregs Tagebücher“ oder verschiedene Folgen aus den Reihen „Die drei ???“ oder „Die drei !!!“. Als Bilderbuch war „Der kleine Rabe“ sehr gefragt. Beliebt auch: die Bilderbücher aus der Tip-Toi-Serie, bei denen man mit einem interaktiven Stift auch Sprachmeldungen abrufen kann. Zum Vorlesen eignen sich laut Expertinnen „Käpt’n Sharky“ für Jungs und „alles mit Prinzessinnen“ für Mädchen.

Die Heißener Bücherei verfügt über rund 600 Bücher für Kinder und Jugendliche. 553 aktive Leser bis 19 Jahren zählte man 2013. Besonders beliebte Bilderbücher sind hier „Der kleine Rabe Socke“, „Lieselotte“ oder die „Wieso? Weshalb? Warum?“-Bände. Auch hier gehören zum gefragtesten Kinderlesestoff die Reihen „Conni“, „Die drei ???“, „Die drei !!!“, „Gregs Tagebücher“ oder „Das magische Baumhaus“. Ein Tipp von Leiterin Beate Buschhorn: Dreijährige bekommen in der Bücherei eine Lesestart-Tasche mit dem ersten Schmökerstoff geschenkt.