Von der Ente bis zur Titanic

Foto: Fabian Strauch

Voll die Ruhr – seit 20 Jahren eine feste Marke im Mülheimer Veranstaltungskalender. Dass ausgerechnet die Jubiläumsausgabe der Jugendfestspiele keine Sekt-, sondern eine dicke Wasserdusche abbekam, ließ dennoch die Besucher nicht abschrecken. „Man weiß doch, es gibt kein schlechtes Wetter – nur falsche Kleidung“, sagt Besucherin Ines Fischer und zeigt lachend ihre Gummistiefel und den Schirm.

Wie sie zog es am Samstag wieder viele Menschen ins Luisental rund um den Wasserbahnhof, um den runden Geburtstag von „Voll die Ruhr“ zu feiern. Los ging es bereits um 11 Uhr, als sich die Floßbesatzungen unter dem Motto „Von der Ente bis zur Titanic – alles was schwimmt!“ von Mintard aufmachten in Richtung Wasserbahnhof. 17 bunt geschmückte, selbst gebaute Flöße starteten erstmalig in der Geschichte von „Voll die Ruhr“ im einstelligen Temperaturbereich, und die Teams waren noch vor der obligatorischen Wasserschlacht pitschenass. „Bei schönem Wetter wäre es natürlich besser gewesen“, sagt Organisator Carsten Scharwei vom Mülheimer Jugendamt. „Aber wir lassen uns die gute Laune von den paar Tropfen Regen doch nicht verderben.“ Gut gelaunt waren dann auch die Sieger des Floßrennens.

Wie jedes Jahr wurde nicht das schnellste Floß, sondern das kreativste mit dem ersten Platz belohnt. Über die meisten Punkte konnte sich in diesem Jahr die Evangelische Kirchengemeinde Hösel aus Ratingen freuen. „Wir haben die Arche nachgebaut, mit allem was dazugehört“, sagt Diakon Bernd Rohr. „Auch das Team hatte sich als Tiere verkleidet, ein Noah durfte natürlich auch nicht dabei fehlen.“

Großer Andrang war an dem Parcours der Mülheimer Parkour Generation (MHPKG), der auf der Wiese direkt vor dem Wasserbahnhof aufgebaut war. Vier Mülheimer Jungs haben sich vor vier Jahren zusammengefunden, um die Trendsportart Parkour oder auch Freerunning bekannter zu machen. „Wir bringen den Kindern und Jugendlichen heute die Grundlagen der Sportart bei“, sagt Gründungsmitglied Kevin Rutkowski. Schon in verschiedenen Parkour-Camps haben die Mülheimer Parkoursportler mit dem Mülheimer Jugendamt zusammen gearbeitet und die Resonanz war immer groß.

Multikulturelles Essen

Aber auch die Eltern kamen am Samstag wieder auf ihre Kosten. „Hier ist immer so ein tolles Angebot, nicht nur für die Kinder“, sagt Rita Vogel. Die Speldorferin besucht jedes Jahr „Voll die Ruhr“ und wird immer wieder neu überrascht. „Es gibt jedes Jahr etwas Neues. Besonders, dass es hier so ein multikulturelles Essensangebot gibt, finde ich toll.“