Von besonderer Kragenweite

Erfinder trifft man im Labor an oder doch zumindest am Zeichentisch über Pläne und Entwicklungsskizzen gebeugt? Nicht unbedingt. Da, wo Diana Saar arbeitet, wird gebellt und miaut, denn sie betreibt eine Praxis als Tierheilpraktikerin. Und aus dem täglichen Kontakt mit den Vierbeinern ist auch die Idee für ihre Erfindung entstanden. Für Unkundige sieht diese Erfindung, die die Tiere am Hals tragen, wie eine große Satellitenschüssel aus. In Wirklichkeit ist es ein Leckschutz-Kragen - so nennt Saar ihre Innovation.

„Schon seit langem gibt es Kragen, die vor allem Hunden aufgesetzt werden, wenn sie am Hals verletzt sind und an der Wunde nicht lecken sollen“, berichtet Saar. Nur die alten Modelle waren unbequem - für den Vierbeiner, aber auch für Herrchen und Frauchen. „Diese Modelle hatten meistens eine Trichter-Form. Das ist für das Tier sehr unangenehm.“ Solche klobigen Kragen sorgen aber auch noch für andere Probleme: „Die Tiere stoßen ständig damit gegen die Möbel. Das gibt Macken.“ Immer wieder hat sie von ihren Kunden solche Klagen gehört und auch den Tieren merkte Saar natürlich an, dass sie mit den bisherigen Modellen nicht zufrieden sind. Der Trichter erhöht den Geräuschpegel. Aber auch beim Schlafen stört der Kragen. Also setzte sich Saar eines Tages an ihren Schreibtisch und begann, ihr neues Modell zu entwickeln. „Zuerst habe ich Zeichnungen gemacht“, berichtet Saar. Die wurden dann immer weiter verbessert. „Mir war wichtig, dass das Gesichtsfeld nicht eingeschränkt wird und der Kragen den Hund nicht beim Fressen behindert.“ Das Material musste also weich und flexibel sein. Ein anderer Punkt: „Am Hals sind die Tiere besonders empfindlich, gerade bei scheuen Hunden fällt es deswegen schwer, den Kragen anzulegen.“ Zur Lösung dieses Problemes ist Saar schließlich auch etwas eingefallen. Der Kragen wird über das Halsband angebracht. „Ohne Probleme kann das Lieblingshalsband, an das das Tier gewöhnt ist, durch Schlaufen am Kragen gezogen werden.“

Mittlerweile sind schon etwa 300 Exemplare des Modells verkauft worden. „Es spricht sich langsam herum. Unter den Tierhaltern und auch in den Tierkliniken- und Arztpraxen“, berichtet Diana Saar. Wird es noch andere Erfindungen geben? Diana Saar weiß es noch nicht. Aber die Perspektive, mit der sie auf ihre tierischen Patienten schaut, regt ohne Zweifel zu Ideen an. Sie bringt eine besondere Sensibilität für die Bedürfnisse der Tiere mit. Das zeigt auch der Weg, der sie zu ihrem Beruf geführt hat. Vor 17 Jahren wurde Saars Hündin schwer krank. Als diese von den Ärzten schon aufgegeben worden war, versuchte Saar es mit homöopathischen Methoden. Von der Wirkung - die Hündin ist mit ihren 13 Jahren immer noch putzmunter - war Saar so beeindruckt, dass sie eine Ausbildung als Tierheilpraktikerin begonnen hat. Nun hat sie seit 2007 bereits eine eigene Praxis. Man wird sehen, ob dort in Zukunft noch andere Erfindungen entwickelt werden, die dem „besten Freund des Menschen“ das Leben erleichtern.