„Villa Kunterbunt“ bald Familienzentrum?

Die Kita „Villa Kunterbunt“ am Priestershof in Mülheim bewirbt sich sich als Familienzentrum.
Die Kita „Villa Kunterbunt“ am Priestershof in Mülheim bewirbt sich sich als Familienzentrum.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Angebote für Eltern, Kinder und andere Menschen aus dem Stadtteil gibt es bereits. Politik entscheidet am 23. Februar. Die integrative Kita zieht zudem noch 2015 vom Priestershof an den Kuhlendahl.

Heißen/Holthausen.. Die städtische Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“ am Priestershof möchte Familienzentrum werden – und der Zeitpunkt dafür ist günstig. Wird die Einrichtung doch im kommenden Sommer in einen Neubau am Kuhlendahl umziehen. „Mit dem Umzug stellt sich die Kita nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich neu auf. Schon jetzt ist man auf dem Weg, das Early Excellence-Konzept einzuführen“, berichtet Ingolf Ferner, Abteilungsleiter für den Bereich Elementarbildung im Jugendamt.

In dem modernen Modulbau am Kuhlendahl, der im Sommer 2015 bezugsfertig sein soll, könnten dann die für ein Familienzentrum notwendigen Bildungs- und Intensivräume wie beispielsweise ein Forscherraum, ein Atelier, ein Snoezelraum oder eine Schreib- und Zahlenwerkstatt eingerichtet werden.

Zustand des Gebäudes nicht zukunftsfähig

Die „Villa Kunterbunt“ in Trägerschaft der Stadt gibt es seit 1996, sie befindet sich in der ehemaligen Bismarckschule (Baujahr 1804), wo seit 1963 schon eine sonderpädagogische Einrichtung des Sozialamtes untergebracht war. Diese wurde in den 90er Jahren in eine integrative Kindertagesstätte umgewandelt. Hinzugekommen waren zuvor schon zwei altersgemischte Gruppen. „Die Tageseinrichtung am Priestershof ist etwas Besonderes, weil sie schon sehr lange integrativ arbeitet“, sagt Ingolf Ferner. Sprachtherapie, Motopädie und Krankengymnastik für Kinder mit besonderem Förderbedarf sind in den Kita-Alltag integriert.

Dass das Schulgebäude in seinem jetzigen Zustand nicht „zukunftsfähig“ ist – vor allem nicht für die Betreuung von inklusiven Kindern und U-3-Knirpsen geeignet – erkannte man vor Jahren. Vor allem auch der Brandschutz stellt ein großes Problem dar. Daher suchte die Stadt nach einer anderen Bleibe für die 70 Kinder (in fünf Gruppen) und das Team aus Erzieherinnen, Heilpädagoginnen, Ergänzungskräften, Sprachtherapeuten, einer Motopädin, einer Physiotherapeutin und einer Hauswirtschaftskraft.

Jährliche Landesförderung in Höhe von 13.000 Euro wahrscheinlich

Schon seit 2008, so Kita-Leiterin Antonella von der Heiden, arbeite man im Sinne eines Familienzentrums mit Angeboten wie etwa Themenabenden und Cafés für Eltern, Hausbesuchen oder auch einer Lernwerkstatt Natur, uvm. Man kooperiere mit diversen Partner - zum Beispiel der Frühförderstelle, dem Mülheimer Sportbund, den Grundschulen im Stadtteil, Kinderärzten. Künftig werde man u.a. auch mit dem Seniorenzentrum am Kuhlendahl zusammenarbeiten.

„Die Bewerbung als Familienzentrum ist da ein logischer Schritt“, so Ingolf Ferner. Sollte der Jugendhilfeausschuss zustimmen, was sehr wahrscheinlich ist, erhielte die „Villa Kunterbunt“ eine jährliche Landesförderung in Höhe von 13.000 Euro, um ihr Netzwerk noch zu vergrößern, ihr Angebot für Familien und andere Stadtteilbewohner weiter auszubauen – und 2016 als Familienzentrum zertifiziert zu werden.