Viele vermissen die Zebrastreifen
05.08.2012 | 15:46 Uhr 2012-08-05T15:46:00+0200
Mülheim. Die Baustelle ist weg, der Ärger groß. Die Umgestaltung im Stadtteilzentrum von Heißen sorgt für viel Unzufriedenheit bei den Bürgern. Die Kreuzung am Heißener Markt wurde in den letzten Wochen komplett neu gestaltet; anstelle von Ampeln gibt es dort jetzt einen kleinen Kreisverkehr .
Außerdem wurde die Honigsberger Straße verengt, die Gehwege verbreitert und das Geschwindigkeitslimit von 20 Stundenkilometern eingeführt. Wer am Samstagmorgen auf dem Weg zum Bäcker oder zum Metzger die Kreuzung überqueren wollte, musste sich also komplett neu orientieren – zu viel hat sich verändert. Und wo genau man als Fußgänger jetzt über die Straßen gehen sollte, ist niemanden so recht klar.
Zebrastreifen? Fehlanzeige. Die Ampeln sind sowieso weg. Auch für die Autofahrer ist nichts mehr wie in der Zeit vor der Baustelle. Die Sache mit der Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 km/h hatte sich wohl noch nicht herumgesprochen.
Und auch der Kreisverkehr hebt sich nur durch eine wenige Zentimeter dickere Asphaltschicht und eine breite weiße Linie vom Rest der Straße ab. Der Grund, warum kein klar abgetrennter Bereich in der Mitte geschaffen wurde, ist schnell erklärt: Die Bushaltestelle „Heißen Kirche“, ist nur über die Kreuzung am Marktplatz zu erreichen. Das bedeutet, dass jeder Bus, der von der Haltestelle kommt oder in diese einfährt, über die Insel des Kreisverkehrs queren muss. Für die Busse ist die Überfahrt der Asphalt-Kante kein Hindernis, Autofahrer sollten sie aber deutlich spüren.
Überwiegend negative Reaktionen
Am Samstag ist die Umgestaltung der Marktplatz-Kreuzung das große Thema in Heißen. Die Reaktionen sind fast ausschließlich negativ. Optisch sind die Leute mit dem Kreisverkehr überhaupt nicht zufrieden. Vor allem die verbreiterten Bürgersteige sehen wirklich nicht besonders schick aus: An die alten Bürgersteige wurde eine einfache neue Asphaltschicht angetragen. Der Heißener Dieter Buhs sieht darin eine verpasste Chance: „Man hätte das Viertel aufwerten können, indem wie in Saarn schöne Pflastersteine verbaut worden wären. Oder hier hätten gleich neue Parkbuchten hingekonnt. Einen so breiten Bürgersteig braucht doch niemand.“
Der größte Kritikpunkt sind aber eindeutig die fehlenden Zebrastreifen. Die Heißener sehen Gefahren für Fußgänger, vor allem für die Kinder. „Drei Mal am Tag“, sagt Heinz Günter Nieß von der gegenüber des Heißener Markts angesiedelten Fleischerei, „kommen Kinder von der Grundschule am Fünter Weg an der Kreuzung vorbei und müssen sie überqueren.“ Der Grund: Im Heißener Gemeindezentrum essen die Grundschüler zu Mittag.
Projekt "Simply-City"
Egal, wen man an diesem Morgen fragt, Zebrastreifen vermisst jeder. Dabei ist das Konzept darauf angelegt, dass Ampeln und eben Zebrastreifen überflüssig sind. Die verkehrsberuhigte Zone mit dem Tempolimit von 20 km/h soll die Basis für gegenseitige Rücksichtnahme von Fußgängern und Autofahrern bilden. Zurück gehen die Veränderungen in Heißen auf das Projekt „Simply-City“ . In den letzten zwei Jahren wurden an drei Orten in Mülheim überflüssige Verkehrsschilder erst verhüllt, dann entfernt .
Neben dem Stadtteilzentrum in Heißen gehörten die Mellinghofer- und die Leineweberstraße zum Projekt. Ein zentraler Punkt von „Simply-City“ war die Bürgerbeteiligung. In Workshops konnten die Heißener mitarbeiten an den Ideen für die Umgestaltung. Unter anderem wurde der Wunsch nach einer ampelfreien Kreuzung oder breiteren Bürgersteigen geäußert. Aber wen man auch fragt an diesem Samstag, gewusst hat scheinbar niemand von der Möglichkeit der Mitgestaltung.
Heinz Günter Nieß, Mitglied der Werbegemeinschaft Heißen, kritisiert nun die Umsetzung der Ideen: „Uns wurden Pläne vorgelegt. Jetzt sehen die Ergebnisse aber anders aus.“ Eins dürfte sicher sein: Die Neugestaltung der Marktplatz-Kreuzung dürfte noch länger ein großes Thema bleiben in Heißen.
14:20
Bürgerbeteiligung Marke Mülheim.
Wir fragen den Bürger mal pseudomäßig aber wir machen es dann sowieso wie die geballte Stadtplanungskompetenz möchte.
12:38
Prima, alle üblichen Maulaffen sind versammelt.
Die Stadt hat diesen neuen Kreisverkehr extra für euch anlegen lassen, damit ihr etwas zu nörgeln habt.
09:51
Der Kreisverkehr ist nicht einmal ornungsgemäss beschildert!
Das Ding ist eine einzige Katastrophe!
Wie, bitteschön wäre es denn richtig?
Ohne die dortige Beshcildungerung zu kennen muss ein Kreisverkehr an sich mit "Vorfahrt gewähren" und dem Gebotsschild Kreisverkehr an jeder Zufahrt beschildert sein.
#15-1. das ist mir bekannt und auch so ausgeschildert, aber drberger hat bemängelt das ja noch nicht eiunmal "ornungsgemäss" beschildert wäre.
soll "einmal" heissen
20:12
Brauchen wir erst auch ein Unglück wie am Hauptfriedhof???
17:21
Wofür war das gut? Konnte man vorher an den Ampeln nicht über die Straße gehen? Oder was hat den Sinn ausgemacht, für geld etwas funktionierendes bestehendes einzuebnen und was Neues zu versuchen, in Zeiten klammer Kassen?
06:31
Ich glaube die Mülheimer haben nichts Besseres zu tun als sich über Alles und Nichts aufzuregen. Bei 20 km schlägt meine Tachonadel noch nicht einmal aus. Zum Thema Zebrastreifen, sollte mal bei den Bürgern nachfragen, ob diese Streifen auch tatsächlich genutzt werden.
21:30
Dass da nur mal eben etwas Asphalt hingerotzt wurde ist doch nichts neues - man beachte bspw. die "neue" Ausformung des Fuß und Radfahrwegs auf der Nordbrücke...
dürfte wohl das teuerste Stück Radweg in ganz NRW sein. Wenn schon, denn schon.
20:12
Sieht aus wie auf dem Dorf. Nur nicht so schön. Hauptsache wir haben wieder was - schärt späss - simbli siddi - Torret-Wochen. Was brauchen wir denn als nächstes? Man kann doch sicherlich noch irgendwo intakte Infrastruktur abreißen. Bloß nichts reparieren, was kaputt ist.
19:30
Das mit dem daneben geklatschten Asphalt (die beabsichtigte Verbreiterung der Bürgersteige) sieht so aus, als hätte ich das mal eben am Wochenende versucht hinzubekommen. Vom Gesamtbild her kann man nun sagen, dass Mülheim einen weiteren/neuen Schandfleck hat. Arme Heißener.....
17:58
Typisch Mülheim, die bekommen nichts auf die Kette was Verkehrsführung u.ä. angeht!
Mist aus einer ansich guten Idee!