Viele Mülheimer stehen drauf
15.01.2010 | 06:00 Uhr 2010-01-15T06:00:00+0100Sie sind sehr gute Skifahrer und auch geschäftlich mit Schneesport befasst: Markus Hanisch (46) und Frank Jablonowski (47) betreiben am Fuße des Hingbergs einen Verleih für Bretter und Boards samt Werkstatt. Auch Ausrüstung fürs Alpine verkaufen sie. Ein Gespräch über die Mülheimer Wintersportszene
Kann man sagen: Wer hier in der Stadt wohnt und ernsthaft Ski oder Snowboard fährt, war bestimmt schon mal in Ihrem Laden?
Markus Hanisch: Nee, das wäre übertrieben. So lange machen wir den Verleih ja auch noch nicht. Aber mehrere hundert Leute waren schon da.
Sind die Mülheimer wintersportbegeistert?
Hanisch: Ich glaube schon. Und ich denke auch, dass – prozentual gesehen – viele Mülheimer in den Skiurlaub fahren. Vielleicht, weil es hier noch relativ viele gibt, die ordentliche Jobs haben. Das ist schon eine große Klientel.
In welcher Altersgruppe haben Sie denn die meisten Kunden?
Frank Jablonowski: Das geht wirklich von ... bis ...
Hanisch: Den Schwerpunkt bilden Familien. Viele reisen auch im eigenen Auto, verpflegen sich selbst in Appartements und fahren gemietete Skier. Was natürlich kostet, ist der Skipass.
Jablonowski: Ich kann mit sechs Personen Skiurlaub für 1500 Euro machen. Dann aber natürlich ohne Sterne-Hotel und Wellness. Oder auch für 3000 Euro.
Hanisch: Viele Familien bleiben auch nur fünf, sechs Tage vor Ort. Wir merken bislang jedoch noch nichts von der Wirtschaftskrise, sondern befinden uns in der Wachstumsphase.
Hat die Stadt schon mal einen wirklich erfolgreichen Skisportler hervorgebracht?
Jablonowski (überlegt): Nicht, dass ich wüsste.
Wie sind Sie selber zu Skiexperten geworden?
Hanisch: Bin ich ein Skiexperte? Weiß nicht. Mein Kollege fährt eigentlich schon länger und ambitionierter.
Jablonowski: Ich bin Diplom-Sportlehrer und habe auch schon als Skilehrer gearbeitet, u.a. für den Landesportbund. – Aber du fährst doch auch sehr gut...
Hanisch: Im letzten Jahr habe ich mit Snowboard angefangen.
Warum das?
Hanisch: Um mitreden zu können, auch in punkto Material. Der Anfang war schwierig, denn das ist ein ganz anderer Sport. Aber inzwischen funktioniert es, und ich habe auch Spaß.
Ihr liebstes Skigebiet?
Hanisch: Bei keinem würde ich sagen: Das ist das einzig Wahre. Aber in die Schweiz, nach Engelberg, fahre ich sehr oft und gerne. Das ist total schneesicher von November bis April und außerdem ein richtiger, gewachsener Ort.
Sind Sie in Mülheim schon einmal Ski gelaufen?
Hanisch: Nein. Aber natürlich sind wir alle schon Schlitten gefahren, auf dem „Todeshang” an der Dimbeck.

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