Vergnügen statt Streik

Styrum..  Es herrscht ein reges Treiben im Haus der Begegnungsstätte Feldmann-Stiftung. Kaffee, Kuchen und kleine Snacks werden angeboten, die Stimmung ist ausgelassen. Streikende des Bildungs- und Erziehungswesens unterhalten sich mit Eltern und ihren Kindern entspannt über Themen aus dem Alltag.

Zu diesem Zweck hatte die Gewerkschaft Verdi zum Solidaritätsfest nach Styrum eingeladen: Eltern und Erzieherinnen sollen sich in einer neutralen Umgebung unterhalten – und vermutlich wollen sie auch um Unterstützung für ihre Sache werben. So werden der Streik und die aktuellen Entwicklungen natürlich auch thematisiert.

Dirk Neubner, Verdi-Fachbereichsleiter und Personalratsvorsitzender der Stadt Mülheim, richtet sein Wort an die Erzieherinnen und Eltern: „Nach fünf Verhandlungsrunden halten sich die Arbeitgeber weiterhin bedeckt, Ergebnisse gibt es noch immer nicht.“ Und: „Die Situation ist weiterhin angespannt und die Betroffenheit der Eltern bei uns natürlich bekannt. Der Streik dient leider als letztes Mittel“, sagt Neubner mit Blick auf die schwierige Situation der Eltern.

Beim Solidaritätsfest soll aber das Vergnügen im Vordergrund stehen. Und so haben die Streikenden einige Aktionen für die Kinder vorbereitet, etwa Schminken oder Luftballon-Tiere formen. Die Eltern sitzen drinnen im Warmen oder draußen auf Biergarnituren. Selbst einige Großeltern sind gekommen, halten sich aber eher bedeckt. „Die Veranstaltung ist eine nette Idee und mit den Gesprächen zwischen Betroffenen und Streikenden wird es bestimmt mehr Verständnis auf beiden Seiten geben“, freut sich der Großvater eines dreijährigen Enkels.

Doch trotz der positiven Resonanz gibt es auch einige negative Stimmen. Eine Mutter beschwert sich darüber, dass „viel weniger Eltern gekommen sind als gedacht.“ Eine andere ist über den Mangel an Redebereitschaft bezüglich des Streiks empört und ist der Auffassung, dass „die Streikenden eher untereinander sprechen, als mit den Eltern“.

Um Inhalte geht es aber dann doch an diesem Nachmittag. Anna Conrad, Verdi-Gewerkschaftssekretärin für den Fachbereich Gemeinde, weist explizit darauf hin, dass „ein Angebot von den Arbeitgebern kommen muss und nicht von uns. Eltern fragen immer wieder, warum wir kein Angebot stellen. Das ist nicht unsere Aufgabe.“ Viel Neues gebe es über den Streik nicht zu berichten, die Verhandlungen seien zunächst unterbrochen. Ergebnisse wird es frühestens am Donnerstag geben, wenn in Oberhausen die nächste Versammlung aller Streikenden stattfindet.