Verfallene Villa wird flott gemacht

Die ehemalige Direktorenvilla der Ruhrtaler Maschinenfabrik.
Die ehemalige Direktorenvilla der Ruhrtaler Maschinenfabrik.
Foto: MUE
Was wir bereits wissen
Der MWB konnte das Direktoren-Haus der Ruhrtaler Maschinenfabrik in Mülheim verkaufen. Nun wird das Haus saniert.

Mülheim.. Die herrschaftliche, aber total verfallene Villa an der Scheffelstraße im Dichterviertel wird wieder hergerichtet. Ein Privatmann aus Gelsenkirchen hat sie der Mülheimer Wohnungsbau eG bereits im September abgekauft, wie Vorstandsvorsitzender Frank Esser jetzt auf Anfrage erklärte. Der neue Eigentümer, der sich mit „Sanierungsfällen“ wohl auskennt, ist bereits dabei, das Dach zu erneuern, um es winterfest zu machen. Das gesamte Gebäude ist dafür auch schon eingerüstet worden.

Die ehemalige Direktorenvilla der Ruhrtaler Maschinenfabrik (Baujahr 1903) steht seit vielen Jahren leer, der Mülheimer Wohnungsbau hatte sie 2003 von der Gagfah erworben und hätte sie gerne abreißen lassen. Doch das rund 300 m² große Gebäude steht unter Denkmalschutz, einem Abrissantrag wäre wohl nie stattgegeben worden, die Genossenschaft hat ihn daher auch gar nicht erst gestellt. „Das Haus ist unserer Meinung nach gar nicht denkmalwürdig, das haben auch Gutachten des Vorbesitzers bestätigt“, sagt Esser. Schimmel und Schwamm haben die Bausubstanz zudem im Laufe der Jahrzehnte enorm beschädigt, bereits 2003 hatte der MWB errechnet, dass man 600.000 Euro in eine Sanierung stecken müsse.

Der Plan, einen Käufer für die „Ruine“ zu finden, gestaltete sich deshalb nicht leicht. Zwei Mal schien eine Veräußerung kurz bevorzustehen, zerschlug sich dann aber wieder (weil der Interessent zum Beispiel die Finanzierung doch nicht hinbekam). „Wir hatten gar nicht mehr damit gerechnet, das Haus noch verkaufen zu können, und uns mit unserem Schicksal abgefunden“, so Frank Esser, „wir hätten im Rahmen unseres Neubauprojektes ,Wohnen im Dichterviertel’ irgendwas mit dem Haus angefangen.“ Zur Erinnerung: Auf dem Brachgelände hinter der Direktorenvilla – zwischen Scheffel-, Eichendorff- und Bruchstraße – will der MWB eine Siedlung mit über 40 Eigenheimen realisieren (siehe auch Info-Kasten).

Steuerliche Vorteile nutzen

Ein „absoluter Glücksfall“ war es für die Genossenschaft, dass mit dem Gelsenkirchener nun doch noch ein Käufer gefunden wurde. Dieser habe sich von sich aus an den MWB gewandt, ganz unproblematisch sei der Verkauf über die Bühne gegangen. Was der neue Eigentümer mit dem Haus anstellen will, kann Esser nicht sagen. „Eine Selbstnutzung ist aber nicht vorgesehen“, weiß er. Sicher ist dagegen wohl: Als Privatmann kann er steuerliche Vorteile nutzen, die die Genossenschaft nicht hätte geltend machen können. Das Projekt ist für ihn daher wohl wirtschaftlicher. Zum Verkaufspreis will sich der MWB-Chef nicht äußern, Gewinn habe man mit dem Verkauf der Villa „sicher nicht gemacht“.