Verdi will bei der MVG auf die Bremse treten
22.10.2009 | 20:01 Uhr 2009-10-22T20:01:00+0200
Der Verdi-Bezirk Mülheim-Oberhausen hat die Schwerpunkte seiner Arbeit für die nahe Zukunft abgesteckt. Sie lauten: Tarifrunde öffentlicher Dienst sowie Auseinandersetzungen mit den öffentlichen Nahverkersunternehmen und Schlecker.
Neben der anstehenden Tarifrunde im öffentlichen Dienst bereitet sich die Dienstleistungsgewerkschaft auf Auseinandersetzungen mit der Drogeriemarkt-Kette Schlecker und mit den öffentlichen Verkehrsbetrieben MVG und Stoag vor. Groß angehen will Verdi die Betriebsratswahlen 2010 – mehr Betriebsräte sollen her.
Für die anstehenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst will Verdi in den kommenden vier Wochen in Erfahrung bringen, welche Forderungen unter dem Eindruck der Haushaltsmisere der zwei Städte bei den Mitgliedern im Bezirk Unterstützung finden. Die Forderungen aus dem Bezirk sollen Ende November auf den Weg zur Bundestarifkommission gebracht werden, die im Dezember abschließend tagt.
Richtig Dampf machen will Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Henrike Greven im Kampf gegen das Geschäftsgebaren der Drogeriekette Schlecker, kleine Filialen zu schließen und deren Mitarbeiterinnen, wenn überhaupt, das Angebot zu unterbreiten, bei einer neu gegründeten Leiharbeitsfirma angestellt zu werden – und zu deutlich schlechteren Konditionen in den neuen Märkten „Schlecker XL” zu arbeiten. Die Verdi-Kreisdelegiertenversammlung hat bereits zum Boykott gegen die neuen Märkte aufgerufen. Ende des Monats, so Greven, werde man weitere Arbeitskampfmaßnahmen beschließen.
Eine Auseinandersetzung sucht Verdi auch mit den öffentlichen Nahverkehrsunternehmen Stoag und MVG. Nach Kündigung des Tarifvertrags durch die Gewerkschaft will Verdi nicht nur beim kommunalen Arbeitgeberverband, sondern explizit bei den Betrieben Stoag und MVG einfordern, dass nicht mehr 30 % der Leistungen fremdvergeben werden an private Busunternehmen. Die Fremdvergabe gefährde die Arbeitsplätze bei Stoag und MVG, fremdbeauftragte Firmen zahlten auch weniger. Greven hält erste Streiks im Januar für möglich.
Von März bis Mai 2010 stehen Betriebsratswahlen an. Verdi will vor allem im Bereich der privaten Dienstleistungen für die Gründung von Betriebsräten werben – im Blick hat Greven ein weites Feld: das Sicherheitsgewerbe, Reisebüros, die Wohnungswirtschaft, den Einzelhandel, Speditionen und das Gesundheitswesen, „gerade die Pflegedienste”. Teilweise, so die Gewerkschaftsfunktionärin, sei der Umgang von Arbeitgebern mit -nehmern in diesen Bereichen „Kraut und Rüben” – Betriebsräte könnten klare Spielregeln durchsetzen.
Übrigens haben drei neue Mitarbeiter ihre Arbeit im Verdi-Bezirk aufgenommen: Ute Kellert (54) ist bereits seit Mai zuständig für den Fachbereich Gemeinden, Katja Arndt (32) betreut die knapp 900 jungen Verdi-Mitglieder bis 28 Jahre und Detlef Schmidt (54) ist neuer Ansprechpartner im Rechtsschutz.

19:23
stimmt, muß sowas sein ?
19:45
Dann kann verdi gleich mal nachhaken ob es denn nötig ist, dass bei der MVG neuerdings neutrale Firmenfahrzeuge ( BMW u. VW Kombi ) angeschafft werden. Den ganzen überflüssigen Luxus bezahlt letztenendes der Fahrgast mit seinen Tickets. Gehen solche Ausgaben nicht auch zu Lasten der Mitarbeiter?