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"Verbrechen" feierte im Theater Mülheim Premiere

24.11.2011 | 18:09 Uhr
"Verbrechen" feierte im Theater Mülheim Premiere
Das Stück "Verbrechen" feierte nun im Theater Mülheim Premiere.

Mülheim.  Nach „Kaos“ im Oktober brachte Roberto Ciulli mit „Verbrechen“ ein zweites Stück des italienischen Literatur-Nobelpreisträgers Luigi Pirandello (1867 - 1936) nun im Theater Mülheim zur Premiere. Es entstand 1934, als der italienische Faschismus unter Mussolini wütete.

Bedrohlich hängen zehn Ventilatoren an Ketten unter der Decke im schwarz-weißen Raum. Aber erst am Ende werden sich die Flügel drehen und in einem starken Abschlussbild zeigen, woher der Wind kommt. Es ist sinnbildlich der scharfe Wind des Faschismus, der durch diese Inszenierung weht. Nach „Kaos“ im Oktober brachte Roberto Ciulli mit „Verbrechen “ sein zweites Stück des italienischen Literatur-Nobelpreisträgers Luigi Pirandello (1867 - 1936) zur Premiere. Es entstand 1934, als der italienische Faschismus unter Mussolini wütete.

Die zwangvolle, geistige Enge legt sich auf eine geknebelte Gesellschaft, in der niemand seine Gedanken aussprechen darf. Im Klima der Kontrolle wird alles zum Verbrechen – selbst die geheimsten Träume. In der Turnhalle (Bühne: Gralf-Edzard Habben) wird der Körperkult zwischen Böcken, Barren und Ringen grotesk auf die Spitze getrieben.

In all’ der Tragik liegt auch Komik

Im Mittelpunkt stehen die großen Fragen der Menschheit an sich – Unfreiheit des Willens, unkontrollierbare Triebe und das unkalkulierbar Unbewusste. Die trügerische Wahrnehmung zwingt so manchen auf die „Matte“. Auf „Freud’schem“ Boden entfaltet sich die Geschichte um Ehebetrug, die Lüge von der Treue, von Tabus, Schuld, Verrat, Rache: das System Macht.

Mit Leichtigkeit schwingt sich das Ensemble zu diesem schweren Thema auf. Fabio Menéndez spielt den bis auf die Körperbehaarung durchtrainierten, tumben und gehörnten Kraftprotz Giorgio, der Bananen futtert: ein gefährlicher Primat des Bösen und eine Marionette der Macht. Wenn sein Nebenbuhler Romeo (Steffen Reuber), verrückt geworden im Schuldkonflikt, in der Freiheit die Strafe sieht, so handelt Giorgio am Ende folgerichtig. Da bewahren die schöne Gräfin Bice (Simone Thoma) und die kurvige Ginevra (Petra von der Beek) einen kühlen Kopf mit Kalkül. Wobei sich wieder einmal zeigt: Die Frauen sind fürs Leben, die Männer machen sich verrückt. Und in all’ der Tragik liegt auch Komik.

Nächste Termine: 2. und 10.Dezember, Tel. 0208 - 599 0188

Margitta Ulbricht

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