Verbraucherzentrale warnt vor Handy-Abzocke per MMS

Christiane Lersch von der Mülheimer Verbraucherzentrale warnt vor der neuen Internet-Abzocke.
Christiane Lersch von der Mülheimer Verbraucherzentrale warnt vor der neuen Internet-Abzocke.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Mülheimer Verbraucherzentrale warnt vor einer neuen Internet-Abzocke. Ihr sind schon einige Fälle des MMS-Tricks in diesem Jahr aufgefallen.

Mülheim.. Um an das Geld der Leute zu kommen, lassen sich Abzocker immer wieder neue Tricks einfallen. Das konnte Christiane Lersch in diesen Tagen erneut feststellen. Der Leiterin der Verbraucherzentrale Mülheim, die in der Vergangenheit viele Bürger bei ungewollten Glücksspielverträgen beraten musste, wurden im neuen Jahr schon sechs Fälle aus Mülheim bekannt, mit der ein alter Trick übers Smartphone neu versucht wurde. Sie geht davon aus, dass es in Mülheim noch weitaus mehr Fälle werden.

Arglose Verbraucher sollten daher achtgeben, wenn sie eine SMS geschickt bekommen mit dem Hinweis, dass es sich um eine MMS, also eine Multimedia-Nachricht (etwa ein Foto, ein Video) handelt. Die SMS verweise dann darauf, so Christiane Lersch, dass diese Datei zu groß sei, daher solle man sich im Internet schlau machen.

Fehler in der Widerrufsbelehrung

Wer das tut und auf die angegebene Seite geht (wie etwa eine Mülheimerin, die ein Foto von ihrem Sohn erwartet hatte), und sich möglicherweise dort auch einloggt, hat ein Abo am Hals: 84 Euro im Jahr. Wer nicht zahle, bekomme Mahn-Post von einem Inkassobüro. Lersch: „Das macht aus den 84 Euro 170 Euro.“

„Ich hätte nicht gedacht, dass wir noch einmal eine klassische Internet-Abzocke bekommen“, kommentierte Christiane Lersch diesen und andere Fälle. „Ich dachte, damit wären wir durch.“ Eine Preisliste sei auf der betreffenden Seite wohl angegeben gewesen, jedoch habe der vorgeschriebene Button gefehlt, mit dem die anfallenden Kosten transparent gemacht werden müssten. „Damit sind sie angreifbar“, sagt die Verbraucherschützerin über das betreffende Videoportal, bei dem sie auch Fehler in der Widerrufsbelehrung gefunden habe. Wehren kann man sich per Musterbrief, der auf der Internetseite der Verbraucherzentrale zu finden ist, oder man lässt sich beraten.