Verbraucherzentrale Mülheim hilft bei Problemen des Alltags

Besonders junge Menschen wenden sich mit Fragen zu den Kosten von Handyverträgen an die Verbraucherzentrale
Besonders junge Menschen wenden sich mit Fragen zu den Kosten von Handyverträgen an die Verbraucherzentrale
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Mülheimer Verbraucherzentrale erhielt 2014 mehr als 10.000 Anfragen. Besonders zwei Urteile des Bundesgerichthofs sorgten für Gesprächsbedarf.

Mülheim.. Für viele Endverbraucher ist sie erster Ansprechpartner bei finanziellen oder rechtlichen Schwierigkeiten mit Anbietern jeglicher Art. Die Mülheimer Verbraucherzentrale hat im vergangenen Jahr 10 177 Anfrage und Kontakte bearbeitet, 5569 Zugriffe verzeichnete die Homepage.

Die Klientel der Verbraucherzentrale sei dabei je nach Problemlage bunt gemischt, erzählt die Leiterin Christiane Lersch. „Es gibt jedoch einige, die besonders schutzlos sind und sich vermehrt an uns wenden – beispielsweise sehr junge oder alte Personen, aber auch Menschen mit Migrationshintergrund.“

Nachfragewelle nach zwei BGH-Urteilen

Bei ihrer Beratung müssen Lersch und Jessen immer auf aktuelle Entwicklungen reagieren. Im vergangene Jahr sorgten zwei Urteile des Bundesgerichtshofs für viel Arbeit. „Uns erreichte eine Nachfragewelle, nachdem der BGH im Oktober entschieden hatte, dass Banken keine Bearbeitungsentgelte für Darlehen verlangen dürfen“, bericht Christiane Lersch. Viele Kunden hätten sich beraten lassen die Gebühr erfolgreich zurückverlangt.

Das sei – abhängig von der Verjährungsfrist – noch immer möglich, sagt Lersch. Zudem gab und gibts es viele Beratungstermine wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrungen bei Verträgen über Immobilienkredite. Ein BGH-Urteil sorge dafür, dass Betroffene einen Kreditvertrag womöglich auch nach Jahren ohne Entschädigung kündigen können.

Widerrufsrecht von 14 Tagen kann Geld sparen

Daneben gebe es aber seit Jahren klassische Themen, bei denen Lersch mit ihrer Kollegin Ariane Jessen Beratung bietet. „Häufig geht es um Telefon und Internet. Beispielsweise um Fragen zum Anbieterwechsel oder unseriöse Drittanbieter, die mit versteckten Abos Kosten verursachen.“ Zur Vorbeugung empfehle sich gegebenenfalls eine „Drittanbietersperre“. Auch bei Abofallen im Internet könne man einschreiten. Jessens Tipp: „Rechtzeitig zu uns kommen.“

Entscheidend bei Verträgen sei oft das Widerrufsrecht von 14 Tagen. Das gelte nicht im Laden, aber bei Geschäften an der Haustür, am Telefon oder im Internet, ebenso bei den berüchtigten Kaffeefahrten. Innerhalb von zwei Wochen könne man oft noch etwas tun. „Ist das Geld aber erstmal weg, wird es schwierig. Da bleibt oft nur der Klageweg. Man sollte nichts unterschreiben, was man nicht versteht“, rät Ariane Jessen. Weiteres klassisches Thema im vergangenen Jahr sei die Energierechtsberatung bezüglich Anbieterwechsel oder Stromrechnung gewesen.

In einigen Fällen bietet die Verbraucherzentrale eine weitergehende Beratung durch Anwälte oder Spezialisten wie Finanz- und Versicherungsberater an und übernimmt gegen Aufpreis die Vertretung in rechtlichen Auseinandersetzungen.