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Verbesserungsfähig

03.07.2008 | 20:01 Uhr

In Heißen lebt man gern. Doch der Fluglärm stört genauso, wie manche Verkehrssituation. Und die "Käseglocke" wollen die Bürger nicht mehr sehen

Von Bettina Kutznerund Kristina Mader

Der Heißener – und die Heißenerin – wohnt ausgesprochen gern im Stadtteil. Es gibt ein schönes Zentrum, die vielen Einkaufsmöglichkeiten werden gelobt, vor allem Senioren fühlen sich wohl. Da Heißenern ihr Stadtteil so wichtig ist, war das WAZ-Mobil am gestrigen Markttag gut besucht. Denn einiges ist wohl verbesserungsfähig. Stichwort Fluglärm: Anwohner Hans-Jürgen Koch spricht aus, was viele denken: „Seit Änderung der Flugrouten hat der Lärm zugenommen. Im Garten kann man sich oft überhaupt nicht mehr unterhalten.” Dann käme noch der Flugverkehr vom Flughafen Mülheim dazu. Bürgermeisterin Renate aus der Beek (SPD) kündigte den Bürgern die neue Lärmmessstation an, die bald installiert wird.

Lärmmessstation kommt Rolf Monning, der am Markt wohnt, findet Fluglärm auch nicht schön. Aber die Signalhörner der Feuerwehr von der Wache Heißen stören ihn viel mehr. „Wieso gibt es keine Vorrangschaltung? Alle Ampeln auf Rot – dann kann die Wehr ohne Horn nur mit Blaulicht durchfahren.” Lärm auch auf der Fichtestraße, wo Rolf Lehnen lebt. „Seit die Straße Vorfahrtsstraße ist, fahren hier sogar Reisebusse durch.” Der Verkehrslärm sei kaum auszuhalten. Lehnen hat die Navigationsgeräte in Verdacht – denn vor allem der Lkw-Verkehr von auswärts habe zugenommen. Auch am Hingberg und in der Kurt-Gies-Straße werde gerast, dort 30er-Zonen nicht beachtet, und Rechts-vor-links-Regelungen auch nicht. Nur weil Anwohner aufpassten, sei noch nicht so viel passiert. Vom Lkw- zum öffentlichen Personennahverkehr: Über die „Käseglocke” über dem U-bahnhof sind sich die Heißener einig: „Das Drecksloch muss weg.” Unsauber sei es da, dunkle Gestalten drückten sich dort abends herum, man werde oft angepöbelt – da müsste viel öfter kontrolliert werden. „Viele Ältere trauen sich abends nicht mehr in die U-Bahn. „Wir wollen nach 18 Uhr nicht zu Hause bleiben müssen,” klagten Irmgard und Horst Cellar MVG-Pressesprecher Peter Beine. Der erklärte, dass eine permanente Überwachung aus wirtschaftlich Gründen nicht machbar sei, kündigte bis 2009 aber neue Kameras an, die auch aufzeichnen könnten. Er rät, die MVG anzurufen, falls sich Pöbelnde ansammeln würden, auch per Notrufsäule: „Wir werden dann tätig, wir können Hausverbote aussprechen.”  Etwas grüner hätte es mancher Heißener gern: „Wieso hat die grüne Baudezernentin nicht dafür gesorgt, dass auf dem Lidl-Parkplatz Bäume wachsen?” Und vor mehr Geschäften sollten doch Blumenkübel stehen. „Das kostet nicht viel und macht den ganzen Stadtteil freundlicher.” Jozef Bensch (72) langjähriger Hausmeister bei der Sparkasse kann dazu etwas beitragen.

Randale auf dem Platz „Es ist eine Sisyphus-Arbeit”, klagt er. Kaum habe er etwas weggefegt, rissen Jugendliche Blumen aus den Kübeln, schmissen mit Flaschen, prügelten sich. „Erst letztens hat einer von ihnen drei Tage lang im Gebüsch geschlafen.” Und: „Jedes Mal muss ich die Polizei anrufen.” Jeden Abend träfen sich zehn bis 30 Jugendliche auf dem Marktplatz, würfen Flaschen kaputt, randalierten, pöbelten Leute an. Benschs Nachbarn Georg Schröer und Elsbeth Schulte stimmen zu: „Jeden Tag, besonders am Wochenende, gibt es hier Randale”, sagt Schröer von der Honigsberger Straße. Auch wenn die Polizei die jungen Leute abmahne oder mitnähme, sie träfen sich immer wieder, auch hinter der Gnadenkirche. „Mir wurde das Auto zerkratzt, die Fassade angesprüht, vor meiner Tür liegen ständig Scherben”, so Schröer. Vielleicht sollte sich mal ein Streetworker um die Kids kümmern, schlägt er vor. Christine Schönberger und Inge Heckhoff stinkt's: Emissionen der Firma Metallurgica machen sie dafür verantwortlich. „Süßliche Gerüche ziehen durch den ganzen Stadtteil”, erklären die beiden. „Wir würden uns wünschen, dass das Unternehmen mehr auf uns zukommt und den Schornstein höher baut”, fordern sie. Auch könnten sich Politiker stärker einsetzen.


Kommentare
03.07.2008
23:26
Verbesserungsfähig
von hamicha | #1

Ne, echt interressant der Beitrag.
Wer soll die MVG anrufen,wenn er gerade zusammengeschlagen wird ?

Wenn früher der Wind richtig stand und von der Grossbäckerei Oesterwind der Duft von frischem Gebäck rüberzog hat sich auch keiner beschwert.

Oder der Duft der Kaffeerösterei von ALDI ,aber die stand ja in Dümpten.

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