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Unzertrennliche Schwestern

26.05.2012 | 12:00 Uhr
Unzertrennliche Schwestern
Foto: Fabian Strauch

Mülheim. „Paas opp watt fällt“ heißt der im Mai 1952 gegründete Kegelclub. Und auch jetzt, beim Geburtstagsfrühstück, kippt was um. Eine der Damen hat nicht aufgepasst, ihr Glas fällt: Auf ihrem Teller schwimmen plötzlich Scherben in einer Lache aus Orangensaft. Die Gruppe bleibt entspannt: Niemand verletzt? Alle noch da? Dann ist gut.

So lief es früher auch auf den Kegeltouren, von denen die Damen beseelt berichten, die sie aber vor Jahren aus Altersgründen aufgaben: „Wir haben mit einem Tag angefangen“, sagt Hannelore Beeckmann, „aber immer, wenn es lustig wurde, mussten wir in den Bus steigen und zurückfahren.“ Also dehnten sie die Touren auf zwei, drei, gar vier Tage aus, tummelten sich am Rhein, an der Mosel. „Da wurde das Tanzbein geschwungen. Später, als wir nicht mehr so gut zu Fuß waren, haben wir Städtetouren gemacht“, ergänzt Ursula Neuhaus. Nach Paris, Heidelberg, Hamburg.

Den silbernen Kegel stets dabei haben, oder Strafe zahlen

So lief es früher auch auf den Kegeltouren, von denen die Damen beseelt berichten, die sie aber vor Jahren aus Altersgründen aufgaben: „Wir haben mit einem Tag angefangen“, sagt Hannelore Beeckmann, „aber immer, wenn es lustig wurde, mussten wir in den Bus steigen und zurückfahren.“ Also dehnten sie die Touren auf zwei, drei, gar vier Tage aus, tummelten sich am Rhein, an der Mosel. „Da wurde das Tanzbein geschwungen. Später, als wir nicht mehr so gut zu Fuß waren, haben wir Städtetouren gemacht“, ergänzt Ursula Neuhaus. Nach Paris, Heidelberg, Hamburg.

Hannelore Beeckmann lacht und sagt, manchmal habe sie ihre Schäfchen mühsam zusammenhalten müssen. „Aber ich habe immer alle nach Hause gekriegt.“ Das gehört zu ihren Aufgaben als erste Vorsitzende, als „Präses“. Eine Kassiererin haben sie, auch einen Vereinswimpel, der auf dem Tisch zu stehen hat, und einige unumstößliche Regeln. Hierzu gehört: das verpflichtende Mitführen eines etwa kinderfingergroßen silbernen Kegels. Praktischerweise hat man den immer im Portemonnaie, denn es gilt: Wer einer Kegelschwester begegnet, sei es zufällig auf der Straße, muss dieses Accessoire vorzeigen können. Oder Strafe zahlen: 50 Cent in die Kegelkasse.

Durch dick und dünn

Traditionell trifft sich „Paas opp watt fällt“ montagsnachmittags um 16 Uhr. Die Zeit freischaufeln, sagen die Damen, mussten sie sich nie: „Unsere Männer waren auch in Kegelvereinen. Die hatten immer Verständnis.“ Sieben Mitglieder sind sie, wenn alle kommen, Frauen zwischen 71 und 89 Jahren. Ilse Lockstädt, die Älteste, gehört seit Mitte der fünfziger Jahre zum Club. Das letzte Gründungsmitglied verstarb vergangenes Jahr. „Wir reden immer noch oft von ihr und vermissen sie sehr..“ Fast alle Frauen sind inzwischen verwitwet, und man ahnt, dieser Kegelclub hat nicht nur fröhliche Stunden miteinander geteilt, auch schwere.

Auf der anderen Seite gab es oft Grund zu feiern. „Für jedes Enkelkind, das zur Welt kam, wurde eine Runde auf der Bahn gegeben“, sagt der (die?) Präses. An Nachwuchs sind sie in anderer Hinsicht durchaus interessiert: an neuen Kegelschwestern. „Es ist schwer, jemanden in unserem Alter zu finden“, sagt Ursula Neuhaus, „aber wir würden uns freuen. Ein bisschen ernst nehmen sollten sie das Kegeln aber schon“ Die Vereinsälteste ergänzt: „... und zu uns passen. Lustig sein, nicht alles auf die Goldwaage legen. Das hier ist ein besonderer Club.“

Der Damenkegelclub „Paas opp watt fällt“ ist für neue Mitglieder durchaus offen. Wer Interesse hat, schaut am besten einfach vorbei: Gekegelt wird alle zwei Wochen montags von 16 bis 19 Uhr im Haus Lierberg, Saarner Straße 347.

Nächster Termin: 4. Juni.

Annette Lehmann



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