Unterwegs mit OB-Kandidatin Barbara Steffens
11.08.2009 | 19:43 Uhr 2009-08-11T19:43:00+0200
Bei einer Fahrt mit der Weißen Flotte diskutierte die OB-Kandidatin der Grünen mit den Bürgern. Besonders intensiv wurde über Ruhrbania und Fachhochschule gesprochen.
Was man mit dem Flugblatt auch machen kann, zeigt Barbara Steffens, bevor es los geht: Sohn David soll damit die Wespen verscheuchen, die ihm bedrohlich nahe kommen. Die OB-Kandidatin von Bündnis 90/Die Grünen hatte zu einer Fahrt mit der Weißen Flotte eingeladen. Nach Essen-Kettwig und zurück – eine Kurzfassung des Wahlprogramms und ihren sechsjährigen Sohn im Gepäck.
„Zeit für Grün” heißt der Slogan, also soll es auf ins Grüne gehen. Zu spießig für die Partei findet Werner Helmich das nicht: „Wir sind doch auch ein bisschen spießig”, gibt er zu. Damit keine Missverständnisse aufkommen, haben er und die anderen Mitglieder sich ein grünes Seidentuch um die Schultern gewickelt. Ansonsten muss auch Barbara Steffens erst herausfinden, wer von den Leuten an Deck über Politik reden will und wer nur die schöne Aussicht auf die Ruhr genießen möchte. Sie ist locker, gut gelaunt, drängt sich den Mitfahrern nicht auf. Das führt aber auch dazu, dass die Grünen am Anfang unter sich bleiben.
Versorgung in Altenheimen
Während Tim Giesbert, Direktwahlkandidat für den Bundestag, fleißig Flyer verteilt und David immer noch Partner zum Skatspielen sucht, unterhält sich Barbara Steffens dann mit einer Frau über die Zustände in Mülheimer Altenheimen. Die Versorgung ihrer Mutter sei schlecht, mit der Heimleitung habe sie bereits gesprochen. Was könne sie tun? Steffens nickt, rät ihr, sich an den medizinischen Dienst der Krankenversicherung und die Heimaufsichtsbehörde zu wenden. Kurz darauf wird sie sich mit zwei anderen Mitfahrerinnen über das gleiche Thema unterhalten. Sie kritisieren, dass es in Mülheim zu wenig alternative Wohnformen wie Wohn- oder Hausgemeinschaften für Alte gebe. In anderen Kommunen sehe das anders aus.
Auch der Bebauungsplan an der Tilsiter Straße wird auf der „Friedrich Freye” diskutiert. Die wichtigsten Themen an diesem sonnigen Nachmittag sind aber – kaum überraschend, Ruhrbania, Flughafen und Fachhochschule. „Unsere Erklärungen dazu sind immer etwas komplizierter”, schiebt die Kreisvorstandssprecherin Ingrid Tews gleich vorweg. Das sei ein weiteres Argument für die Bootstour: An Bord hat man Zeit, um alles ausführlicher zu erklären. „Wann hat man schon mal die Gelegenheit, einen Rundumschlag zu machen?” Dafür müssten die Bürger sich wohl auf den Weg ins Parteibüro machen – da ist eine Fahrt auf der Ruhr natürlich angenehmer.
Kindergartenplätze zu teuer
Markus Miszewski, der mit seiner Frau und den drei Kindern unterwegs ist, hat den Flyer in der Hand – und stellt fest, dass ihm etwas fehlt. „Über Kinderbetreuung für unter Dreijährige und Kindergartenplätze steht hier nichts.” Doch die Gelegenheit, Barbara Steffens anzusprechen, nutzt er nicht. Markus Miszewski wird nicht in Mülheim wählen, er wohnt mit seiner Familie in Essen. „Die Kindergartenplätze in Mülheim sind viel teurer”, sagt er. Einer der Gründe, warum die Familie in Essen geblieben sei.
Wer Kondition bewies, konnte auf dem elf Kilometer langen Fußmarsch zurück nach Mülheim noch seine Fragen loswerden. Wie die OB-Kandidatin sich die Zukunft der Stadt vorstellt? „Es geht darum, dass Mülheim ökologisch ausgerichtet und sozial wird”, fasst sie zusammen. „Es ist wichtig, dass zusammen mit den Menschen entschieden wird und nicht über deren Köpfe hinweg.” Die Bootsfahrt hat ihr gut gefallen: „Das können wir in Zukunft häufiger machen.”
Das letzte Stück der Strecke legte Barbara Steffens übrigens mit dem Bus zurück: Sohn David war dann doch erschöpft.

19:32
Wow - die Barbara.
Die zeigt den Mülheimern, wo der giftgrüne Frosch die Locken hat.
16:46
Für mich ist Barbara Steffens jedenfalls eine echte Alternative zu Frau Mühlenfeld.
15:33
Das große Stadtgeheimnis scheint zu sein: der Ehemann von Barbara ist der frühere Landtagsabgeordnete der CDU und haushaltspolitische Sprecher sowie jetzige CDU- Regierungspräsident in Arnsberg- Hartmut Diegel. Das riecht nach einer schwarz-grünen Koalition- und zwar nicht nur privat ! -wogegen ja nun wirklich nichts einzuwenden wäre !! Besser als bisher allemal!
11:20
Ich weiss nicht genau warum, aber hier verspürt man am allerwenigsten diese Arroganz und Ignorranz die die anderen Parteien so weit weg vom Bürger erscheinen lassen.
08:57
Ich finde die Idee gar nicht so schlecht, sie kann keiner Frage ausweichen und es kann keiner des Saales verwiesen werden.
@Schranzbaum
Musste die SPD in den 60ern Wahlkampf betreiben ?
In Mülheim ja wohl eher nicht.
08:02
ui, jetzt sind die grünen mit ihrem wahlkampf auch da angekommen, wo spd und cdu schon in den 60ern waren, bootfahren und vielleicht noch einen luftballon? toll.
21:29
Frage an die Redaktion:
Kam der Bus pünktlich?
Und wenn ja, wieso?