Unterstützung für die Hebammen durch WAZ-Aktion

Jennifer Jaque-Rodney, die Leiterin der Mülheimer Familienhebammen, zeigt, was zuletzt von der Spendenaktion „Jolanthe 2015“ angeschafft wurde.
Jennifer Jaque-Rodney, die Leiterin der Mülheimer Familienhebammen, zeigt, was zuletzt von der Spendenaktion „Jolanthe 2015“ angeschafft wurde.
Foto: FUNKE Foto Services
Eine Kinderkrankenschwester ist neu im Mülheimer Hebammen-Team und betreut ältere Kinder in Familien, die von den Familienhebammen aufgesucht werden.

Mülheim.. Die Mülheimer Familienhebammen können eine neue Kollegin in ihrem Team begrüßen, die dazu beiträgt, in den zu betreuenden Familien auch die etwas älteren Kinder im Blick zu haben. Kinderkrankenschwester Nina Finkelmeier hat sich zur Familiengesundheitskinderkrankenschwester weitergebildet und verstärkt nun das Team der Familienhebammen um Leiterin Jennifer Jaque-Rodney.

Die Familienhebammen begleiten Mülheimer Familien, die eine besondere Unterstützung benötigen, in der Schwangerschaft bis zum ersten Lebensjahr des Kindes. Nina Finkelmeier hat nun auch die Kinder bis zum dritten Lebensjahr im Auge. Damit kommen die Familienhebammen auch einem Wunsch der Familien nach, die gern länger betreut werden wollen.

Die gut vernetzten Mülheimer Familienhebammen (und die Kinderkrankenschwester) kümmern sich um sehr junge Eltern, um Alleinerziehende oder auch um Familien in einer schwierigen Lebenssituation, die ohne die Hebammen völlig auf sich gestellt wären. „Wir unterstützen und übernehmen verlässliche Vorbildfunktion“, erklärt Jennifer Jaque-Rodney, „wir zeigen den Frauen, wie es geht.“ Die Familienhebammen leisten aufsuchende, begleitende Arbeit, sie beantworten Fragen, helfen den Eltern, ihr Kind besser zu verstehen, es gut zu versorgen und unterstützen. Auch bei den nötigen Behördengängen sind sie oft mit dabei.

Eltern-Kind-Beziehung fördern

Vor allem liegt den Familienhebammen am Herzen, eine gute und stabile Eltern-Kind-Beziehung zu fördern. Wie sie das etwa machen, zeigt eine der Anschaffungen, die die Spendengelder aus der WAZ-Aktion „Jolanthe“ (siehe auch Infobox) auch möglich machte: Eine Kamera, mit der die Hebammen glückliche, zufriedene Momente zwischen Mutter/Vater und Kind aufnehmen, diese Bilder dann den Frauen aushändigen.

„Wir haben hier viele Frauen, denen man immer gesagt hat, du kannst nichts und du bist nichts“, erklärt Jennifer Jaque-Rodney. „Das tragen die ihr ganzes Leben lang mit sich. Auch als Mutter.“ Diese Frauen merken oft nicht, wie ihr Kind auf sie reagiere, erklärt sie. Ein positives Foto könne das ändern.

Rückhalt der Familie fehlt

Rund 100 Mülheimer Familien hat das Team um Jennifer Jaque-Rodney im vergangenen Jahr betreut: „Die Familien kommen zu uns, weil sie Vertrauen zu uns haben.“ Viele kommen mittwochs und freitags in die Sprechstunde, andere werden zu Hause besucht.

Inzwischen sind auch 15 Flüchtlingsfamilien dabei. Dazu gehören vier junge Schwangere in der Wohneinrichtung am Wenderfeld. Diesen Frauen fehle vor allem der Rückhalt ihrer Familien. Ihre erfahrenen Mütter, Tanten oder Schwestern sind weit weg, erklärt Jennifer Jaque-Rodney.

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