Unterkunft in Styrum ist überbelegt

Die Flüchtlingsunterkunft an der Gustavstraße ist deutlich überbelegt. Darüber informierte gestern Sozialdezernent Ulrich Ernst Politik und Medien. Statt der geplanten 140 Menschen leben dort derzeit 200. Eine Überbelegung liegt selbst dann vor, wenn die Richtlinien, die für Unterkünfte vorgegeben sind, zugrunde gelegt werden. Diese werden allerdings in der Stadt aus sozialpolitischen Gründen nicht eingehalten. „Ich versichere Ihnen, dass es uns sehr schwergefallen ist, die von uns vorgesehene Belegungsgrenze nicht einzuhalten“, schreibt Ernst, spricht von einer unglücklichen Situation und versichert, alles daran zu setzen, um durch die Anmietung zusätzlicher Wohnungen die gesetzte Marke wieder zu erreichen.

Im vergangenen Jahr seien mehr Flüchtlinge als erwartet gekommen. Zum Jahresende lag der Bestand nicht wie erhofft bei 600, sondern bei 730 Personen. Außerdem sollen nun die Flüchtlinge kürzer in den zentralen Einrichtungen leben, so dass die Zuweisung schneller erfolge. Alleine in der ersten Januarwoche seien 30 Flüchtlinge gekommen. Der SWB habe 70 weitere Wohnungen zur Verfügung gestellt und nach dem Fernsehbeitrag im ZDF hätten auch Bürger Wohnraum zur Verfügung gestellt. Ernst geht aber davon aus, dass 2016 eine zusätzliche Containerlösung notwendig werde. Dafür müssten Mitte des Jahres die Weichen gestellt werden.

Auch das müsse dann für alle Seiten sozialverträglich gelöst werden. Auch hier sieht er 140 Personen als Obergrenze. „Bei einer dezentralen Unterbringung bleibt es grundsätzlich“, so Ernst und betont, dass derzeit 50 Prozent der Flüchtlinge in dezentralen Wohnungen lebten, in den vier städtischen Heimen sind es insgesamt 200. Styrum käme allerdings als Standort der Wohncontainer nicht in Betracht. Optionen müssten bis zum Sommer geprüft werden.