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Karneval

Unter Freunden

25.01.2010 | 15:59 Uhr

Mülheim. Statt Glamour gab's bei der Gemeinschaftssitzung der Kolpingfamilie und der KG Blau-Weiß bodenständigen Karneval. Hier hatte man auch diesmal als Zuschauer das betont angenehme Gefühl: Auf der Bühne stehen Menschen wie du und ich.

Wer das karnevalistische Großereignis mit Glitzer und Glamour sucht, kommt hier nicht auf seine Kosten. Doch wer familiären und bodenständigen Karneval mag, der war am Freitagabend bei der Gemeinschaftssitzung, zu der die Broich-Speldorfer Kolpingfamilie und die Karnevalsgesellschaft Blau-Weiß einluden, an der richtigen Adresse. Hier hatte man auch diesmal als Zuschauer das betont angenehme Gefühl: Auf der Bühne stehen Menschen wie du und ich. Prinz Markus, dessen Frau und Prinzessin Sandy bei den Blau-Weißen Ehrensenatorin ist, sagte es schließlich so: „Es ist schön, unter Freunden zu sein.”

Knapp 150 Jecken, mehr hätten in den Broicher Herz-Jesu-Pfarrsaal auch nicht hineingepasst, hatten viel Spaß, an dem, was ihnen an Musik, Tanz, Gesang und Wortwitz aus der Bütt geboten wurde. Und je später der Abend, desto mehr gingen die Jecken aus sich heraus. Spätestens, als Blau-Weiß-Präsident Thomas Straßmann die Rollen wechselte und vom Sitzungspräsidenten zum Schlagersänger wurde, gab es auch für Prinz Markus und seinen närrischen Hofstaat kein Halten mehr. Unter den Klängen von „Ich fand sie irgendwo, in Mexiko” oder „Good bye, my love” und: „Aber bitte mit Sahne”, starteten die Tollitäten eine von Straßmann immer wieder musikalisch angeheizte Polonaise, bei der es nur ganz wenige Narren im Saal auf ihren Stühlen hielt.

Doch nicht nur Straßmann erwies sich an diesem Abend als Multitalent der guten Laune. Auch Kolpingschwester Adelgunde Hüring stand nicht nur am Buffet, sondern auch in der Bütt ihre Frau. Als Apothekersfrau kitzelte sie mit

kleinen Dönekes aus dem Alltag die Lachmuskeln ihrer Zuhörer. Besonders viele Lacher hatte sie mit ihrem Ferienbericht vom Bauernhof auf ihrer Seite: „Die ersten drei Tage waren wirklich klasse. Doch dann starb der Hahn. Da gab es morgens, mittags und abends Hühnersuppe. Dann starb die Kuh. Da gab es morgens Frikadellen, mittags Rinderbrühe und abends Sauerbraten. Doch als der Großvater der Bauernfamilie plötzlich krank wurde, haben wir vorzeitig die Heimreise angetreten.”

Dass sich auch in Sachen Tanz bei den Blau-Weißen eine Menge tut, zeigten der Auftritt des neuen Tanzpaares Denis Arnold und Michelle Jacobs sowie die mit Saalraketen belohnten Garde- und Showtänze der Kinder und Junioren. Da gab es keine Angst vor anspruchsvollen Choreografien. Vor allem die Tanzmäuse der Kindergarde waren an diesem Abend schier unermüdlich. Obwohl sie bereits einen Auftritt im Hildegardishaus hinter sich hatten, tanzten sie nicht nur auf, sondern auch vor der Bühne, etwa, als die Kindertollitäten Mirko, Sandy, Rene und Chiara mit ihrem Piratentanz die Bühne enterten.

Passend zur kalten und erkältungsträchtigen Jahreszeit belohnte die örtliche Kolpingfamilie, aus der die KG Blau-Weiß 1947 hervorgegangen ist, alle Aktiven auf der Bühne mit einem vitaminreichen Dankeschön, nämlich mit einer Flasche selbstgepressten Apfelsaftes. Der Vorsitzende der Kolpingfamilie, Karl Heinz Sell, hatte als Clown aber auch kostümtechnisch im Sitzungspräsidium die närrische Nase vorne.

Thomas Emons

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