Das aktuelle Wetter Mülheim 11°C
Wirtschaft

Unsicherheit bei Praktiker-Mitarbeitern in Mülheim ist groß

18.07.2013 | 07:00 Uhr
Unsicherheit bei Praktiker-Mitarbeitern in Mülheim ist groß
Im Praktiker-Baumarkt am Heifeskamp weiß niemand, wie es weiter gehen wird.Foto: Mirjam Bleck

Mülheim.  Die Zukunft der angeschlagenen Baumarkt-Kette Praktiker in Mülheim ist ungewiss. Noch geht der Betrieb weiter, aber niemand weiß, wie lange. Ob es zu Schließungen oder Entlassungen kommt, weiß niemand. Während die Märkte noch offen bleiben, wird hinter den Kulissen fieberhaft nach Lösungen gesucht.

Noch immer steht nicht fest, wie es mit der angeschlagenen Baumarktkette Praktiker weitergeht. Am vergangenen Donnerstag reichte das Hamburger Unternehmen Anträge auf Insolvenz ein, doch wie es weitergeht, weiß so recht niemand. Harald Günter aus der Praktiker Pressestelle: „Der Betrieb geht zunächst weiter wie bisher, alle Märkte bleiben geöffnet.“ Doch hinter den Kulissen wird fieberhaft nach Lösungen gesucht.

Ob es zu Schließungen oder Entlassungen kommen wird, weiß Günter zum momentanen Zeitpunkt allerdings noch nicht. Die Frage, ob es bereits Interessenten oder Investoren gibt, die den Konzern aus seiner Schieflage befreien können, mag er nicht beantworten. „Dazu ist es noch zu früh“, so Günter.

Große Angst bei den Angestellten

Vor der Praktiker-Filiale am Heifeskamp genießen ein paar Handwerker ihre Rostbratwurst und die Mittagspause. Im Inneren herrscht unterdessen große Unsicherheit. Ein Mitarbeiter, der lieber anonym bleiben möchte, schildert die Situation: „Wir haben alle große Angst, weil wir nicht wissen, wie die Zukunft aussieht.“ Die Mitarbeiter seien verunsichert. „Alles, was wir wissen, erfahren wir ja selbst ausschließlich aus der Zeitung.“

Auch die Kunden beginnen mittlerweile, Fragen zu stellen. „Aber was sollen wir denen sagen?“, so der Mitarbeiter. Lediglich ein laminiertes Schild weißt die Besucher der Filiale auf die drohende Insolvenz hin: Darauf steht unter anderem, dass es aus insolvenzrechtlichen Gründen leider nicht mehr möglich ist, Waren umzutauschen oder Gutscheine einzulösen, die vor dem 11. Juli datiert sind, dem Tag an dem der Insolvenzantrag gestellt wurde. Und die Kunden scheinen angesichts der Situation in zwei Lager gespalten.

„Wenn der Praktiker hier schließen würde, wäre das schon schade“, sagt ein Kunde, der gerade mit seinem Sohn aus dem Baumarkt kommt. „Zum einen natürlich für die Mitarbeiter, zum anderen aber auch für uns Kunden.“ Denn der Standpunkt sei ideal, um aus der Stadtmitte „mal eben hinzufahren“. Ein anderer Kunde zuckt mit den Schultern: „Das ist ja auch ein bisschen eigene Schuld. Wer immer nur Rabatte, Rabatte, Rabatte verspricht und selten Qualität liefert, der muss sich nicht wundern, wenn er am Ende dumm dasteht.“

Kunden müssen Raten abbezahlen

Dumm dastehen könnten allerdings auch einige Kunden, die bereits Vorauszahlungen, zum Beispiel auf Küchen, geleistet, diese aber noch nicht erhalten haben. Denn: Die Vorauszahlung geht bei ausbleibender Lieferung in die Insolvenzmasse ein. Davor warnt die Verbraucherzentrale. Je nach Verlauf des Insolvenzverfahrens hätten Kunden dann nur eine geringe Chance, ihr Geld zurückzubekommen. Anders sieht es dagegen beim Ratenkauf aus: Wer einen Ratenkauf vereinbart und die bestellte Ware bereits behalten hat, muss die ausstehenden Raten auch bezahlen.

Unklar ist derzeit noch, was mit den Praktiker-Kundendaten geschehen wird: Nach dem Bundesdatenschutzgesetz müsste der Insolvenzverwalter dafür sorgen, dass nach einem etwaigen Verkauf alle Daten gelöscht werden.

Simon Rahm



Kommentare
18.07.2013
16:23
Unsicherheit bei Praktiker-Mitarbeitern in Mülheim ist groß
von RitaNottenmeier | #4

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/medienbericht-heuschrecken-wollen-praktiker-retten/8513902.html

18.07.2013
15:54
Unsicherheit bei Praktiker-Mitarbeitern in Mülheim ist groß
von RitaNottenmeier | #3

ICH kann den Mitarbeitern nur raten schnell zu Max Bahr zu wechseln...ihr seid dem Untergang geweiht! Mit der PraktikerAktie wird gezockt ohne Ende

18.07.2013
13:52
Unsicherheit bei Praktiker-Mitarbeitern in Mülheim ist groß
von Autobahnraser | #2

Für die Mitarbeiter ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, sich nach neuen Herausforderungen (sprich neuer Arbeit) umzusehen.

Man sollte das sinkende Schiff nicht erst verlassen, wenn einem das Wasser bis zum Hals steht...

18.07.2013
09:50
Unsicherheit bei Praktiker-Mitarbeitern
von ghostman | #1

Ich wollte gestern vier Schrauben M8X20 kaufen, geben wollte man mir ellenlange Holzschrauben, Endergebnis: Diese Schrauben haben wir nicht!
Wen wundert da noch die Pleite!

Aus dem Ressort
Grippe-Impfaktion zugunsten syrischer Kinder
Spendenaktion
Wer sich in der kommenden Woche in seiner Haus- oder Facharztpraxis eine Grippeschutzimpfung geben lassen will, dürfte in vielen Mülheimer Praxen auf eine Spendenaktion zugunsten von Kindern in Syrien aufmerksam gemacht werden.
Mülheimer lehnte Straßenreinigungsgebühr für Wiese ab
Gebühren
Obwohl er regelmäßig Straßenreinigungsgebühr für sein Grundstück bezahlt hatte, sollte ein Mülheimer vom Werdener Weg zusätzlich auch noch für die unerschlossene Wiese hinter seinem Garten Gebühren zahlen, und das rückwirkend für fünf Jahre. Er ging gerichtlich dagegen vor – und verlor.
Ingo Appelt - „Wir Männer sind so grausam peinlich“
Comedy
Ingo Appelt hat sein aktuelles Programm „Frauen sind Göttinnen“ runderneuert und kommt damit zurück nach Mülheim in die Stadthalle. Im Interview erzählt er von dem Prügel-Gen der Männer, den Vorteilen von Frauen in der Chefetage und warum seine Programme stets „Patchwork“ sind.
Mehr Chancen für Bürger aus Eppinghofen
Soziale Situation
Der neugegründete Bürgerverein lud zur Info-Veranstaltung. Fachleute aus der Verwaltung referierten. Unter den 50 Gästen waren jedoch nur wenige Migranten. Vereinsvorsitzender skizzierte Ziele. „In kleinen Schritten etwas verändern“ lautet das Motto.
Betriebe bilden weniger aus
Wirtschaft
Die Zahl der Bewerber auf einen Ausbildungsplatz hat abgenommen, aber auch bei den Ausbildungsstellen gibt es einen leichten Rückgang. Dennoch spricht Jürgen Koch, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Oberhausen/Mülheim, von einem „stabilen Ausbildungsjahr“.
Umfrage zur VHS
Eine der großen politischen Debatten im Herbst wird sich um die Zukunft der Volkshochschule drehen. Wie soll es mit der maroden VHS weitergehen?

Eine der großen politischen Debatten im Herbst wird sich um die Zukunft der Volkshochschule drehen. Wie soll es mit der maroden VHS weitergehen?

 
Fotos und Videos
European Darts Championship
Bildgalerie
Fotostrecke
European Darts Championship
Bildgalerie
Fotostrecke
37. Styrumer Straßenlauf
Bildgalerie
Fotostrecke
Rockerkrieg in NRW
Bildgalerie
Bilderchronik