Unfall: 19-Jähriger Mülheimer lebengefährlich verletzt

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Was wir bereits wissen
Auf eisglatter Fahrbahn verlor ein 19-Jähriger auf der Heimaterde die Kontrolle über sein Auto und prallte gegen einen Baum. Es war der schwerste von 28 Mülheimer Glätte-Unfällen.

Glatteis hat am Mittwochmorgen für zahlreiche Unfälle auf Mülheims Straßen gesorgt. Der erste wurde der Polizei gegen 6.15 Uhr gemeldet – es war zugleich der schwerste: Ein 19-jähriger Mülheimer verlor auf der glatten Max-Halbach-Straße die Kontrolle über sein Auto, prallte gegen einen Baum und wurde lebensgefährlich verletzt. In den folgenden drei Stunden krachte es noch weitere 27 Mal. Überfrierende Nässe ließ die Straßen vor allem in Heißen und Dümpten plötzlich spiegelglatt werden. Glücklicherweise blieb es sonst bei Blechschäden.

Ein Zeuge entdeckte den jungen Mann, der schwer verletzt und bewusstlos hinter dem Steuer seines schwarzen Mitsubishi Colt saß. Die alarmierten Rettungssanitäter und ein Notarzt versorgten den Verletzten und fuhren ihn ins Klinikum. Am Nachmittag schwebte er noch in Lebensgefahr. Die Polizei geht bisher davon aus, dass der 19-Jährige die abschüssige Max-Hal-bach-Straße Richtung Rhein-Ruhr-Zentrum hinunterfuhr. Hinter dem Rechtsknick an der von links einmündenden Kolumbusstraße kam das Fahrzeug links von der eisglatten Fahrbahn ab. Die Polizei sucht dringend Zeugen ( 0201/82 90). Die Straße war nach dem Unfall rund zwei Stunden lang gesperrt.

Auch andernorts brachten glatte Fahrbahnen Autofahrer ins Schleudern – und sorgten bei der Polizei Essen/Mülheim für so viele Einsätze, dass etwa geplante Geschwindigkeitskontrollen kurzfristig gestrichen wurden. „Alle, die irgendwie verfügbar und in Uniform waren, wurden rausgerufen“, sagt Polizeisprecher Peter Elke. „Wir waren mit dutzenden Streifenfahrzeugen im Einsatz.“ Neben den 28 Mülheimer Glatteisunfällen rückten die Beamten der stadtübergreifenden Behörde auch zu 55 auf Essener Gebiet aus. „Das“, sagt Elke, „haben wir sonst nur, wenn es wie verrückt schneit.“

Die plötzliche Glätte überraschte nicht nur die Autofahrer, sondern auch die Mülheimer Entsorgungsgesellschaft (MEG). „Die Vorhersagen am Dienstag kündigten Temperaturen über dem Taupunkt an – auch auf Brücken“, sagt Dirk Eurskens. Er ist bei der MEG Leiter der Straßenreinigung und des Winterdienstes und war vor sechs Uhr unterwegs: „Da war noch nichts.“ Nach dem schweren Unfall auf der Heimaterde rückten Mitarbeiter der Entsorgungsgesellschaft mit drei Streuwagen aus. Sie machten Heißen und Dümpten als Glatteis-Schwerpunkte aus. „Es waren vor allem höher gelegene Ecken, über die Wind geht“, sagt Dirk Eurskens, der allerdings auch von einem „Ereignis von zwei Stunden“ spricht. „Als die Sonne rauskam, schmolz alles wieder weg.“

Meteorologen warnen, dass solches Blitzeis immer wieder auftreten kann, wenn es früh morgens klar ist, es zuvor aber geregnet hat. Für den heutigen Donnerstag wird das aber laut MEG nicht erwartet.