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Unfälle, Staus, Verspätungen

14.01.2013 | 19:12 Uhr
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Unfälle, Staus, Verspätungen
Foto: Hayrettin Özcan

Mülheim. Die (Arbeits-)Woche begann für viele Mülheimer mit Verspätungen, bei einigen mit einem Blechschaden. Schuld waren ca. zehn Zentimeter Schnee , der vor allem in den Morgenstunden gefallen war. Das merkten die Frühaufsteher und der Frühdienst der Polizei: Alle Kräfte waren auf der Straße, so Dienstgruppenleiter Helmut Tesmer von der Polizeiinspektion Mülheim.

Mittags beruhigte sich die Lage

Erst gegen Mittag beruhigte sich die Lage, doch bis dahin hatten die Beamten schon 45 Unfälle aufgenommen. Von einer leicht verletzten Person abgesehen, gab es vorwiegend Blechschäden. „Unfallschwerpunkte waren überall da, wo es Steigungen oder Gefälle gibt“, so Polizeihauptkommissar Tesmer. Etwa auf der alten B1/Essener Straße, in Broich, am Worringer Reitweg, oder in Heißen.

Es waren, berichtet Helmut Tesmer, sogar ein paar Autofahrer auf Sommerreifen unterwegs oder mit schlechter Matsch-und-Schnee-Bereifung: „Die haben den Verkehr massiv blockiert“. Genauso wie schlecht vorbereitete Lkw-Fahrer mit unpassender Reifenmischung auf der Antriebsachse. Da habe es auch Anzeigen gegeben.

ÖPNV hatte auch massiv Verspätung

Auf der Heimaterde hatte es morgens auf dem Sunderweg zweimal gekracht, beteiligt waren 13 Fahrzeuge. Wurde nur Blech verbeult und niemand verletzt, mussten die Unfallbeteiligten bis zur Unfallaufnahme teils lange warten: Es waren durch das hohe Unfallaufkommen alle Polizeikräfte gebunden, trotz personeller Unterstützung aus anderen Bereichen des Präsidiums. Auf die längere Wartezeit wurden die Bürger schon bei der Unfallmeldung hingewiesen.

Lange warten musste auch, wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs war. „Katastrophal“, kommentierte Christoph Lemke von der MVG die Lage am Montagmorgen. Bis zu 90 Minuten Verspätung hatten Busse und Bahnen. Wo sich Schienenfahrzeuge eine Fahrbahn mit den Autos teilen müssen, hätten die Bahnen ihre Vorteile nicht ausspielen können. „So ein Zug wiegt 30 Tonnen. Dem macht etwas Schnee in den Schienen nicht aus.“ Querstehende Autos allerdings schon.

Auch die Busse hatten große Schwierigkeiten, vor allem an den Steigungen. Am frühen Morgen blockierte ein Gelenkbus die Friedhofstraße im oberen Bereich. „Das kann auch Bussen passieren, wenn nicht rechtzeitig gestreut wird“, kommentierte Christoph Lembke. Stockend lief es auf der A 40: Auf Duisburger Gebiet hatte sich morgens ein Laster im Schnee festgefahren, hieß es bei der Autobahnpolizei.

Der Verkehr in Richtung Venlo staute sich viele Kilometer zurück bis nach Essen und natürlich auch auf Mülheimer Gebiet. Ansonsten sei die Unfall-Lage „angespannt aber nicht chaotisch“ hieß es.

Kritik am Winterdienst

Dass teils auch die Hauptstraßen zu Beginn des Berufsverkehrs am Montagmorgen nicht geräumt gewesen seien, haben viele Bürger kritisiert. Es wurde sogar angenommen, die MEG hätte erst gegen 7 Uhr ihre Räumfahrzeuge in Bewegung gesetzt.

MEG-Geschäftsführer Jürgen Jeppel widerspricht: „Wir waren ab 3 Uhr mit sieben Fahrzeugen draußen und haben alle wichtigen Straßen präventiv abgestreut.“ Der Wetterdienst habe am Sonntagabend nur geringen Schneefall angekündigt und seine Prognose erst um 5.20 Uhr auf „drei bis fünf Zentimeter“ geändert. Daraufhin seien dann alle elf Mülheimer Streufahrzeuge erneut eingesetzt worden.

„Präventiv streuen kann man aber nur bei geringem Schneefall, ab fünf Zentimeter nutzt das nichts mehr,“ erläutert Jeppel. Es fiel am Montag aber deutlich mehr Schnee. Die Streufahrzeuge seien dadurch mitten im Berufsverkehr unterwegs gewesen, wären selbst kaum noch durchgekommen, und hätten teilweise mit den Pendlern im Stau gestanden.

Bettina Kutzner

Kommentare
17.01.2013
01:22
Unfälle, Staus, Verspätungen
von Puuuh | #6

Wir Mülheimer Bürger waren Jahrzehnte lang daran gewöhnt, dass die Straßen morgens um 7 geräumt waren, bis die Stadtreinigung privatisiert wurde und ein gewisser Herr Jeppel die Geschäfte übernahm. Rufbereitschaften für den Räumdienst wurden gestrichen.Nächtliche Kontrollfahrten minimiert oder gestrichen. Dann sind etliche Straßen aus den Streuplänen gefallen und es wird mit zu wenig Salz gestreut. Alles eine Folge von Privatisierung.Ich bin froh Rentner zu sein und nicht von der MEG aufs Glatteis geführt zu werden.Ich lasse mein Auto einfach stehen.Was so eine Privatisierung mit sich bringt sieht man ja jetzt. Herzlichen Glückwunsch MEG.

17.01.2013
01:02
Unfälle, Staus, Verspätungen
von Puuuh | #5

Wir erleben zur Zeit den schlechtesten Winterdienst den Mülheim je hatte. Wie kann es sein das Hauptverkehrsstraßen heute immer noch vereist sind ? Warum ist es besser den Worringer Reitweg zu sperren, als ihn abzustreuen ?? Auf der Großenbaumer Straße sind am Montag 5 PKW im Graben gelandet weil nicht gestreut war.Die Konrad Adenauer Brücke mittags noch spiegelblank. Die Zubringer Weselerstraße nach Speldorf, mit allen Rampen Richtung Speldorf und Richtung Hafen, weder geräumt noch gestreut. Wenn gestreut wurde, dann mit viel zu wenig Salz. Man kann sich auch kaputt sparen.Diese Leistung war jedenfalls kein Heldenstück und man kann froh sein, dass es im Moment aufgehört hat zu schneien...ansonsten sehe ich nämlich schwarz.Danke ihr hochbezahlten Routenoptimierer, lernt erstmal wie Winterdienst geht. Jagt die Kaputtsparer von Remondis endlich aus der Stadt und lasst den Winterdienst wieder so funktionieren wie in den Neunzigern. Da hat man sich noch über zuviel Winterdienst beschwert

15.01.2013
20:02
Unfälle, Staus, Verspätungen
von mentana | #4

den ärger über mangelnde geräumte strassen und gehwege in mülheim kann ich nur zu gut verstehen und doppelt unterstreichen! wenn doch die MEG sich damit rechtfertig, "präventiv" gestreut zu haben und nach zwei stunden feststellt, dass doch mehr schnee gefallen ist, als die prognose aussagte... oje, was sind wir für eine ärmliche stadt! unflexibel wie eine bahnschranke.hatten die kollegen in den streufahrzeugen gestern nach ihrem einsatz im morgendlichen berufsverkehr schon feierabend?bis heute abend ist niemand in der lage, die hauptverkehrsstrassen im stadtzentrum so freizuräumen,daß autos+busse von rutschpartien verschont bleiben! von der einkaufsstrasse (schloßstr.) ganz zu schweigen ... auch der fußweg von stadtmitte zum ev.krankenhaus ist glatt! aber falls ein unfall passiert, ist man ja bereits in der richtigen richtung unterwegs und dort umgehend in den besten händen.wenigstens unser vorzeige-hotel handelshof hat den winter erkannt.vielen dank fürs streuen!

15.01.2013
17:07
Unfälle, Staus, Verspätungen
von TOMMH | #3

es gab zeiten da wurde am Sontag um 22 Uhr gerne getreut (Feiertagszulage usw)

nun sind wir im anderen extrem.

Fakt ist das seit spätestens 1 Uhr die kritischen 5cm bereits ereicht waren. dafür wurde ein einfacher blick aus dem fenster reichen und man müsste nicht die Prognosen von Meteorologen abwarten.

wieso dann von 11 Fahrzeugen nur 7 im einsatz sind kann ich nicht verstehen.

Auch am Dienstag Morgen waren viele Hauptstraßen im Mülheim Styrum / Düpmten / Heißen immer noch nicht von Ihrer Uhrsprünglichen Schneedecke befreit hinzu kahmen die neuen x cm schnee am heutigen Morgen.

Jeder Supermarkt Jede Tankstelle hat hier schneller Rehagiert und auch hier haben die Freien Dienstleister die Herausforderung gehabt durch den Berufsverkehr die verschiedenen Kunden (Parkplätze) an zu Fahren.

Sicher ist es im Ruhrgebiet die Ausnahme einen solchen Wintereinbruch zu haben

Mann Stelle sich nru mal vor die Rettungsdienste würden in vergleichbar seltenen fällen auch so VERSAGEN

15.01.2013
11:47
Unfälle, Staus, Verspätungen
von dcberger | #2

Wie sagte doch der Verantwortliche der MEG im MH Lokalradio, wir haben um 03:00Uhr vom Schneefallerfahren, geschneit hat es aber schon am Vorabend ca 22:30Uhr.
Der Schöltges Hof ist bis jetzt nicht gestreut obwohl der Linienbuss darüber umgeleitet wird, gestern Morgen landete der im Zaun Ecke Gathestrasse- Düsterweg.
Aber alles ist im MH bestens bestellt, Saarlandstrasse, Velauerstrasse und andere bis zum Mittag nicht geräumt!
Hauptsache die Gebühren steigen und steigen und der Bürgerdepp wird permanent ermahnt und auf seine Pflichten verwiesen, nur die Stadt, ja die macht nix außer Sprüche klopfen!

14.01.2013
19:25
Unfälle, Staus, Verspätungen
von karld | #1

Unpassende Bereifung ist ja das eine Problem, aber die MVG hat es mit ihren Gelenkbussen noch nicht ganz raus. Ein Solobus hat auf Strecken mit Steigungen wesentlich weniger Probleme und stellt sich nicht so einfach quer.

Warum wurden nicht die Fahrzeuge entsprechend der Routen optimiert eingesetzt oder gleich ganz auf Gelenkbusse an so einem Tag verzichtet? Andere Verkehrsbetriebe in den Nachbarstädten haben das Problem schon früher erkannt ;)

4 Antworten
Unfälle, Staus, Verspätungen
von elwer | #1-1

weil in Mülheim die Stadt, wie Herr Stodollik es ausdrücken würde, nicht ahnen kann das in Januar Winter ist und es im Winter schneien kann, außerdem woher hätte die MVG Erfahrungen sammen können ? Schneefall und die daraus resultierenden Umstände im Jahr 2012 gab ja noch nie.

Unfälle, Staus, Verspätungen
von elwer | #1-2

2013, bin noch nicht im neuen Jahr

Unfälle, Staus, Verspätungen
von Faehrtensucher | #1-3

Die Erinnerungen, vor allen aber auch die Erfahrungen mit den Gelenkbussen liegen aber schon 2 Jahre zurück. Das ist verdammt lang her.
Also bitte nicht zuviel verlangen.
Gruß

Unfälle, Staus, Verspätungen
von uwebothe | #1-4

Wie viele Busse der verschiedenen Typen soll sich denn ein Verkehrsunternehmen hinstellen? Für den Winter Solobusse, weil die den Berg so schön raufkommen, im Frühjahr und Sommer Gelenkbusse, damit genügend Fahrgäste befördert werden können! Zum Schluss schimpfen dann alle über die Verschwendung, weil so viele Busse nur rumstehen.

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