Und noch vier Apotheken weniger

Szene aus einer Apotheke: In der Stadt gibt es davon mittlerweile weniger. So müssen
Szene aus einer Apotheke: In der Stadt gibt es davon mittlerweile weniger. So müssen
Foto: WP Michael Kleinrensing
Was wir bereits wissen
Vorsitzender des Apothekenverbandes macht sich dennoch keine Sorgen: Die Versorgung in den Stadtteilen sei nach wie vor gut.

Mülheim.. Vier Apotheken wurden 2015 in Mülheim geschlossen: die Apotheke am Blötterweg, die Elefanten-Apotheke in Heißen, die Adler-Apotheke an der Aktienstraße und die Aktiv-Apotheke in der Stadtmitte. Sorge um eine Unterversorgung hat Ulrich Schwier nicht: Die Verteilung in den Stadtteilen sei gut, sagt der Vorsitzende des Apothekenverbandes Mülheim, Essen und Oberhausen. „Bisher haben wir auch keine Meldung gehabt, dass es zu Problemen gekommen ist“, betont er. Tatsächlich scheinen sich Schließungen – und Neueröffnungen, die es ja auch gibt – im Großen und Ganzen die Waage zu halten, vergleicht man die Zahlen über einen längeren Zeitraum.

47 Apotheken gab es 2014 in Mülheim, 2015 waren es vier weniger, also 43, denn Neueröffnungen gab es nicht. Vor zehn Jahren, 2005, hatten in Mülheim 48 Apotheken geöffnet (2004: 47) und im Jahr 2007 waren es 43. Grundsätzlich schrumpft im Bereich des Apothekerverbandes Nordrhein, zu dem Mülheim gehört, die Zahl der Apotheken: 2482 waren es in 2010, fünf Jahre später 2312. Allein im Jahr 2015 machten 55 Apotheken dicht – aber auch 19 neu auf.

Früher haben sich die Apotheken selbst um ihren Notdienst gekümmert

Bis vor zwei Jahren haben sich die Apotheken selbst um ihren Notdienst gekümmert – in Mülheim galt die Regelung, dass eine Apotheke bis 22 Uhr geöffnet war, eine andere rund um die Uhr von 9 bis 9 Uhr. Heute hat nur noch eine Mülheimer Apotheke Notdienst. Denn inzwischen errechnet ein PC-Programm im Auftrag der Apothekenkammer die Notdienste so, dass kein Patient, der dringend ein Medikament benötigt, weiter als 7,5 Kilometer fahren muss – und zwar stadtübergreifend. So können Notdienstapotheken zum Beispiel für Saarner/Selbecker, Heißener oder Dümptener durchaus in den Nachbarstädten liegen: Ratingen, Essen oder Oberhausen. „Jede Apotheke zeigt mindestens zwei Apotheken im Notdienst an“, so Ulrich Schwier. Im Internet bekommt man unter www.aponet.de bei Angabe de Postleitzahl die entsprechende Auskunft über die nächstgelegene Apotheke.

Dass es vier Apotheken weniger in der Stadt gibt, merken allerdings die Inhaber an den zu besetzenden Notdiensten: „In diesem Jahr sind es zehn Notdienste, im vergangen Jahren waren es acht bis neun“, sagt Patrick Marx. Der Inhaber der Schloss Apotheke (und zwei weiterer in Mülheim) erinnert daran, dass noch in den 90ern die Zahl der Apotheken bei über 50 lag.

Wie sich der demografische Wandel auswirkt, bleibt abzuwarten. Apotheken-Verbandschef Ulrich Schwier verweist darauf, dass insgesamt 15 der Mülheimer Apotheker über 60 Jahre alt sind – eine Messzahl dafür, dass Veränderungen anstünden. „Die stehen eventuell vor Überlegungen, abzugeben oder zu schließen“, so Schwier.