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Und es ist Sommer

20.06.2007 | 08:35 Uhr

FERIEN. Die Viertklässler verabschieden sich von der Hölterschule: Mit Tränen in den Augen und Urlaub im Sinn.

Nur langsam kämpft sich die Sonne ihren Weg durch die Wolkendecke frei, begleitet durch das muntere Gezwitscher der Vögel. Ferien liegen in der Luft. Durch die geöffneten Fenster weht ein angenehmes Lüftchen ins Klassenzimmer der 4a. Hier sitzen sie, die Luisas, die Christians, die Jonathans und rutschen aufgeregt auf ihren Stühlen hin und her. Gleich gibt's Zeugnisse, gleich gibt's Ferien. Sommerferien heißt Spaß haben, in der Sonne spielen, ins Freibad gehen... Aber Sommerferien heißt auch: Abschied nehmen.Maximilian sitzt ganz ruhig auf seinem zu kleinen Stuhl. Die Klasse 4a der Grundschule an der Hölterstraße hat schon umgebaut: Kleine Tische und Stühle warten auf die Erstklässler, die nach den Ferien kommen. Maximilian wird hier nicht mehr sitzen, niemand seiner Klassenkameraden. Sie alle sagen: Tschüss Hölterschule. Die weiterführenden Schulen warten - aber erst in sechs Wochen.Maximilian kann sich nicht so recht auf die großen Ferien freuen. Der Zehnjährige ist traurig. "Weil ich meine Freunde bald nicht mehr so oft sehe", sagt er. Still greift er sein von Klarsichtfolie geschütztes Zeugnis, packt seinen Rucksack. "Vielleicht fahre ich in den Urlaub", sagt er dann und sein Gesicht hellt sich auf, ja, er lächelt sogar: "Vielleicht nach England." Und ins Freibad will er. "Ich schwimme gern." Na also. Ferien sind was Schönes.Finden auf jeden Fall Emma (8) und Katharina (9). Die beiden Freundinnen wollen in den kommenden Wochen jede Menge gemeinsam unternehmen, bevor sie zum neuen Schuljahr zusammen die bilinguale Klasse des Heißener Gymnasium besuchen."Wir machen in den Ferien bei einem Zirkus- und bei einem Theaterprojekt mit", sagt Emma enthusiastisch. "Ich hab da schon zweimal mitgemacht. Ich freu mich riesig!" Selbst vor dem Seiltanz oder der Trapezartistik schreckt die Kleine nicht zurück. In den Urlaub fährt sie in diesem Sommer aber nicht. Ist gar nicht schlimm. "Wir haben ein Haus gekauft mit einem Swimmingpool", sagt Emma mit großen Augen. "Ich komme dich dann oft besuchen", verspricht Katharina ihrer Freundin. Sie fährt mit ihren Eltern und ihrem Bruder in den Urlaub. Wohin, weiß sie allerdings noch nicht."Ich fahre nach Renesse!", freut sich Kathrin (10), "da war ich schon mal. Der Strand gefällt mir dort sehr." Sie kann es kaum erwarten, trotzdem findet sie es schade, dass sie ihren letzten Tag in der Grundschule hat. Den aber genießt sie richtig. Das Zeugnis sieht schließlich nicht übel aus und jeder Schüler darf sich seine Beurteilung unter Applaus der Klasse vom Lehrer abholen. Einige Kinder lassen ihre Freunde auf ihren T-Shirts unterschreiben. Als Erinnerung. Der letzte Schultag ist doch etwas Besonderes.Nützliche Tipps gibt es auch noch: Mathelehrerin Jaqueline Weber zeigt mit einer kleinen Rechenaufgabe, wie die Schüler ihren Eltern möglichst viel Ferien-Taschengeld aus dem Portmonee locken können.Dann ist Zeit für Lob und Tadel: Auf großen Pappschildern dürfen die Viertklässler ihre Meinung schreiben. Was war schön in der Hölterschule, was nicht? Natürlich: Schul-, Sport- und Klassenfeste waren der Renner, die Lehrer nett, der Schulhof war toll, die Klassenfahrt nach Haltern ein Höhepunkt - fast alles. Nur der letzte Schultag nicht."Ein bisschen Wehmut ist immer dabei. Nach dem Abschlussgottesdienst fließen auch schon mal ein paar Tränchen", sagt Klassenlehrer Günther Gallandi und schaut mit verträumtem Blick auf seine Schützlinge. "Die großen Ferien sind immer etwas Besonderes, ein einschneidendes Erlebnis. Die Kinder entwickeln sich in diesen sechs Wochen unheimlich."Der Abschied fällt ihm immer schwer. Nicht nur von seinen Schülern, sondern auch von seinen Kolleginnen, die an andere Schulen wechseln oder in den Ruhestand gehen. Da kommen ihm die Ferien zum Entspannen wie gerufen. Günther Gallandi fährt zwar auch in den Urlaub, muss aber auch in die Schulbücher gucken, um sich aufs neue Schuljahr vorzubereiten. "Dann kommen wieder die ganz kleinen I-Dötzchen." Drei Sommerferien lang - bis es wieder heißt: Abschied nehmen.

DENISE LUDWIG

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