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Schilderwald

Umstrittene Signal-Wirkung

08.09.2008 | 17:43 Uhr

Auf dem Auberg stören Naturschutz-Schilder die Aussicht, findet Autor Jörg Juretzka. Ihn ärgern penetrante Hinweise. Die Verwaltung hält sie für notwendig

Manche mögen's unübersehbar mit klaren Hinweisen. Andere stört eher Schilder-Penetranz. Zu denen gehört Jörg Juretzka – Mülheimer Autor, Hundebesitzer und bekennender Naturliebhaber. Bevorzugter Naherholungsort für ihn: der Auberg. Dass dort seit einiger Zeit Schilder zur Aussicht gehören, ärgert Juretzka.Kleiner Ausflug auf die weiten Wiesen westlich der Voßbeckstraße. Juretzka tritt am Waldsaum aus dem Gebüsch: Dort signalisiert ihm ein Dreiecks-Schild mit grünem Rand, dass er ein Schutzgebiet betritt. Der Blick wandert rund – und trifft auf weitere fünf, sechs Schilder. „Das verschandelt die Landschaft”, findet Juretzka und ist fest überzeugt, dass auch die Botschaft nicht ankommt. „Wer sich bewusst in die Natur begibt, geht auch längst pfleglich mit ihr um. Die brauchen diese plumpen Hinweise nicht. Und die anderen werden ihr Verhalten sowieso nicht ändern, weil hier ein Schild steht.”Zehn Minuten Fußmarsch weiter wachsen Binsen und Blumen in einem Feuchtgebiet. Ein Biotop, dass auch geschützter Landschaftsbestandteil ist, wie ein Schild unübersehbar deutlich macht. 40 Meter weiter das nächste Schild. Es steht vor einer Quelle. Lehmiges Wasser steht in dem Loch, Hundepfoten haben Spuren in den Grund gezeichnet. Auch hier handelt es sich ausgewiesenermaßen um einen geschützten Landschaftsteil, dem Metall-Pfahl und Schild nun eine besondere Bedeutung verleihen.Nachdem vor Jahren die Bundeswehr vom Standortübungsplatz abgezogen ist, hat jetzt der RVR, der Regionalverband Ruhrgebiet als neuer Grundeigentümer (WAZ berichtete) aufgerüstet. 47,5 Hektar Auberg stehen unter Naturschutz. RVR und Umweltamt wollen bis Ende 2008 ein Entwicklungskonzept vorlegen, das Freizeitnutzung und Schutz der Umwelt vereint. Mit einem Fragebogen wurden jüngst die Bedürfnisse der Besucher vor Ort abgefragt „Der Auberg ist ein Pfund mit regionaler Bedeutung, mit dem wir wuchern können. Die Stadt ist sehr froh, dass der RVR das Gelände gekauft hat und insgesamt zwei Mio € in die Hand nehmen wird. Das hätten wir als Stadt nie leisten können”, sagt Gabriele Wegner, die stellvertretende Leiterin des Umweltamts.Die Schilder-Offensive wurde im Frühsommer in Absprache mit dem Umweltamt gestartet. Dass man mit den Dauerhinweisen auf den Naturschutz übers Ziel hinaus geschossen sein könnte, sieht Wegner so nicht. „Es ist vielleicht ein bisschen viel”, räumt sie ein, doch bestehe eben gehöriger Freizeitdruck durch die Nutzer. „Es gibt einige kleine Bereiche, wo wir die Leute raushalten wollen, dann gibt es durchaus ein Problem mit den Hunden. Und wir wollen den Spaziergängern signalisieren: Bleibt auf den Wegen.”Runter vom Auberg, ran an die Ruhraue. Juretzka hat am Deich ein weiteres Frustobjekt entdeckt: Eine Tafel mit Verhaltenshinweisen. Mit dem seit 2005 gültigen Landschaftsplan einher ging auch die Beschilderung der Schutzgebiete. Eine Arbeit, die sich die Stadt zumindest aus Juretzkas Sicht hätte sparen können. Für optischen Naturschutz.

Von Jörn Stender

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Kommentare
17.09.2008
21:53
Umstrittene Signal-Wirkung
von K.Randig | #7

Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte! Tausende € gehen an Hundesteuer an die Stadtkassen. Als „Gegenleistung“ darf man sich als Hundebesitzer von rasenden Bikern, scheppernden Kohorten von Nordic Walkern, Joggern, Anglern mit kompl. Campingausrüstung auf den Wegen, Sonntagsspaziergängern und hysterischen Eltern in Fäkaliensprache beschimpfen oder sogar bedrohen lassen. Das Ordnungsamt fordert Hundebesitzer auf gegen §2 Ziffer 2 des Tierschutzgesetzes zu verstoßen welches besagt, dass man die Möglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken darf, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden.
Der Weg durch das sogenannte Naturschutzgebiet an der Ruhr entlang ist ein einziger Witz gekrönt von der Tatsache, dass es anmietbare Grillplätze inkl. Imbißbude gibt. Da werden Pavillons aufgestellt, Partys gefeiert, es gibt einen Spielplatz inkl. eines Bolzplatzes. Das alles stört natürlich ganz bestimmt nicht nachhaltig die ach so seltenen Tiere und Pflanzen?! Schon mal montags an der Ruhr entlang gegangen? Berge von Müll und Dreck!

Das alle droht nun dem Auberg – danke an die Verantwortlichen! Bisher gibt es da noch keine zerbrochenen Flaschen, Pizza-Döner-Verpackungen, Plastikmüll, gebrauchte Pampers oder noch ekeliger, benutzte Damenhygieneartikel!
Aber egal, mit dem Auberg lässt sich Geld verdienen unter welchem Aspekt ist doch vollkommen egal. Es lebe der Kommerz!

17.09.2008
19:44
Umstrittene Signal-Wirkung
von Schliwa-Romberg, Barbara | #6

Augberg nur noch an der Leine? - Was für ein Hundeleben!!! Das, denke ich, fällt einem Hund dabei ein, wenn er plötzlich nur noch an der Leine am Auberg laufen darf. Ist ein Hund ein Gefangener, der keine Freiheit haben darf? Wieso denkt niemand der achso tollen Initiatoren des Regionalverbandes Rhein Ruhr auch an die Menschen mit Hund? Wo sonst kann ein Hund toben, rennen und spielen, wenn nicht am Auberg. Überall müssen Hunde an der Leine gehalten werden. Der Auberg war bislang die einzigste Möglichkeit in Mülheim, seinem Hund auch mal Freilauf zu ermöglichen. Ein pflichtbewusster Hundehalter achtet auf seinen Hund, so dass er nichts zerstört in Flora und Fauna, weil ja eben genau dieser Hundehalter selbst die Natur liebt, sonst würde er sich ja nicht den Weg zum Auberg machen...um mit der Natur und seinem Hund eins zu sein. Ich kenne den Auberg seit meiner frühesten Kindheit und seitdem hat sich dort nichts zum Negativen verändert. Er ist immer noch genauso schön und unberührt wie damals. Auch mit Hunden und Hundebesitzern. So ein Schwachsinn und auch der Widerspruch in sich...die Natür schützen und überall die dummen Schilder aufbauen, wovon die Hälfte auch jedem halbwegs normalen Menschen klar machen würde, dass man sich in einem Naturschutzgebiet aufhält. Und dann noch diese dumme Bank, wo eh niemand rasten wird. Die Höhe ist jedoch dieses Hinweishäuschen mit den achso tollen Verhaltenshinweisen. Hört endlich auf, aus dem Auberg ein zweites Fantasialand zu machen mit Schildern und Bänken und Festen, wo Würstchenbuden und dergleichen dargeboten werden. Veränderung ist immer gut, aber nicht, zum Leidwesen anderer!!!

17.09.2008
16:45
Umstrittene Signal-Wirkung
von borussenpuma | #5

was spricht dagegen, dass der auberg bleibt wie er ist? wer sagt, dass dort etwas nicht intakt ist? warum müssen hier 2 mio. euro investiert werden? reicht nicht schon ruhrbania? klar hätte die stadt keine 2 mio gehabt - hätte sie ja auch gar nicht gebraucht!! der auberg begleitet mich und viele andere menschen quasi das ganze leben. als kind habe ich dort meine drachen steigen lassen, heute genieße ich dort lange spaziergänge mit meiner frau und unserem hund. jetzt kommen die ersten veränderungen - zuerst die die tolle holzbank am parkplatz (auch schon rausgeschmissenes geld und jetzt überall die schilder auf den wiesen, die bald eh keiner mehr betreten darf. irgendjemand möchte sich hier mal wieder auf kosten anderer profilieren. und was das thema probleme mit den hunden angeht - sowas gibt es gar nicht! verantwortlich ist immer der halter und ein halter, der sich am auberg seiner verantwortung entzieht, handelt auch nicht anders im uhlenhorst ....

15.09.2008
13:27
Umstrittene Signal-Wirkung
von A. Jäger | #4

Leider übersehen die Leute in den entsprechenden Ämtern immer gerne wider gerne das Hunde auch ein Teil der Natur sind.

Ein besondere Empörung empfinde ich Aussage:

Runter vom Auberg, ran an die Ruhraue.

Dort sind überwiegend Hunde verboten. Man sollte mal mit all den Leuten, die sich täglich am Augberg tummeln, an die Ruhrauen gehen. Dann wäre das Geschreie auch groß.

Schade um den Auberg.

09.09.2008
11:12
Umstrittene Signal-Wirkung
von Girena | #3

Seit Jahren gibt es auf dem Auberg eine friedliche Koexistenz von Fußgängern, Reitern, Hunden und Spielzeuggpiloten. Es gibt eine intakte Orchideenwiese - trotz freilaufender Hunde und Menschen. Es gibt Scharfen Hahnenfuß und heimischen Bärenklau -trotz freilaufender Hunde und Menschen. Es gibt praktisch keinen Müll auf dem riesigen Wiesengelände - trotz freilaufender Hunde und Menschen. - Nun aber setzt die Gängelei ein. Die aufgestellten Schilder sind ein erstes Zeichen dafür, dass man die Menschen grundsätzlich und insbesondere die Hundehalter für verantwortungslos hält! - - Wer Hunde nicht mag, schließt einen Teil der Natur aus.

09.09.2008
10:00
Umstrittene Signal-Wirkung
von Anlieger | #2

besonders unsinnig sind die Schilder dann, wenn sich niemand dran hält, wie beim Sonntagsfahrverbot für PKW am Oemberg.

09.09.2008
09:39
Umstrittene Signal-Wirkung
von funzel | #1

manche,insbesondere hundebesitzern mus man mit der nase drauf stoßen.

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