Überstunden im Gastgewerbe aufschreiben

Wer in Mülheim zum Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde arbeitet, soll seine Arbeitszeiten aufschreiben. Diesen Rat gibt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Jede Überstunde muss notiert werden. Nur so gehen Beschäftigte auf Nummer sicher, dass sie den Stundenlohn von 8,50 Euro bezahlt bekommen“, sagt Yvonne Sachtje. Die Geschäftsführerin der NGG Ruhrgebiet warnt vor „der Versuchung der Arbeitgeber, den gesetzlichen Mindestlohn durch die Hintertür zu umgehen – durch unbezahlte Mehrarbeit, die nicht notiert werde.“

Ein Stundenheftchen, in dem Beschäftigte ihre Arbeitszeiten aufschreiben, reiche aus. „So kann man dem Chef jede Stunde nachweisen“, sagt Sachtje. Auch die über 15 960 Mini-Jobber in Mülheim sollten dies tun. Bei ihnen sei der Arbeitgeber zwar zur Dokumentation der Arbeitszeit verpflichtet. „Eine ‚Parallel-Kontrolle‘ schadet aber nicht“, so die NGG Ruhrgebiet.

Im Gastgewerbe sei das Dokumentieren von Arbeitszeiten längst gängige Praxis. Die NGG-Geschäftsführerin fordert die heimischen Bundestagsabgeordneten auf, „keine Arbeitgeber-Reparaturen am Mindestlohngesetz vorzunehmen“. Ein „Mindestlohn light“, der durch fehlende Dokumentation der Arbeitszeiten bei Mini-Jobbern nicht kontrolliert werden könne, werde „zum Flop“.