Trickbetrüger erbeuten Einnahmen aus Mülheimer Hotel

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Was wir bereits wissen
Zwei Männer lenken Mitarbeiterin ab, zwei weitere durchsuchen Hinterzimmer. Polizei: Die Maschen der Täter sind vielfältig.

Mülheim.. Kurz vor Feierabend haben Trickbetrüger am Dienstagabend rund 1000 Euro Bargeld aus einem Hotel an der Aktienstraße gestohlen.

Gegen 21.30 Uhr kommen vier Männer an die Rezeption des Hotel U, um nach dem Preis für ein Doppelzimmer zu fragen. „Die Herren hatten zuvor online reserviert und erkundigten sich nun nach den Preisen für Frühstück und mögliche Vergünstigungen“, berichtet die Mitarbeiterin, die an diesem Abend Dienst an der Rezeption hatte. „Zwei von ihnen stellten sich zu mir an die Theke, die anderen blieben im Hintergrund. Gut gekleidete Herren, völlig unauffällig.“ Während die Angestellte am Computer die Preise vergleicht und sich mit den vermeintlichen Gästen unterhält, schleichen sich die beiden anderen Männer unbemerkt in ein Hinterzimmer des Hotels.

Dort liegt der Umschlag mit den Tageseinnahmen auf der Kasse. „Fast 1000 Euro“, berichtet die Mitarbeiterin. Anschließend verschwinden sie unter dem Vorwand, Gepäck und Ausweise aus dem Auto holen zu wollen. „Nichts Ungewöhnliches“, sagt die Mitarbeiterin. Als die Männer nicht mehr zurück kommen, fällt ihr auf, dass das Geld fehlt. Aufgelöst ruft sie die Polizei. „Die haben mich erst einmal beruhigt. Ich habe bereits in Hotels auf den Philippinen,den Malediven und in Ägypten gearbeitet. Aber so etwas ist mir noch nie passiert“, sagt sie. Schließlich sei man den Gästen stets in Freundlichkeit verbunden. „Man denkt ja nicht gleich das Schlechteste.“

Vorwürfe nach Trickbetrug

Auch wenn sie keine Schuld tragen – Geschädigte machen sich nach einem Trickbetrug häufig Vorwürfe, weiß Polizeisprecher Marco Ueberbach. Immerhin passierten solche und ähnliche Fälle beinahe täglich. Dabei gebe es kaum Mittel, sich dagegen zu wappnen. Denn die Täter setzen auf Ablenkung: „Ihre Methoden sind sehr facettenreich“, sagt Ueberbach. Wie kann man sich schützen? „Die Personen nie aus den Augen lassen.“ In der Praxis sei dies natürlich äußerst schwierig umzusetzen – wie dieser Fall beweist.

Die Polizei sucht nun Zeugen. Einer der Männer ist älter, von fülliger Statur, trug kurze, dunkle Haare, Dreitagebart und einen blauen Blouson. Ein Jüngerer (ca. Mitte 20) hatte kurze, dunkle Haare und trug Jeans. Hinweise an 0201-829-0.