Traditionelle Küche im Zuge der Zeit

Styrum..  Die Gaststätte „Zum alten Bahnhof“ in Styrum kann auf eine lange Familientradition zurückblicken. Seit nunmehr 74 Jahren ist Familie Heitmann Pächter der Bahnhofsgaststätte – mittlerweile wird das Lokal in dritter Generation geführt.

1941 zog Familie Heitmann in den alten Bahnhof Styrum ein. „Mein Schwiegervater hatte das Lokal damals von der Deutschen Bahn gepachtet“, sagt Elisabeth Heitmann. „Er hatte vorher schon ein Bahnhofslokal in Bottrop.“ 1957 heiratete Elisabeth Heitmann ihren mittlerweile verstorbenen Mann Werner Heitmann Senior und stieg so in das Familienunternehmen mit ein. Seit dem Tod ihres Mannes vor vielen Jahren ist Elisabeth Heitmann, die von der Familie und vielen Stammgästen nur Elsbeth genannt wird, nun Chefin der Traditionsgaststätte. „Ich habe das immer gerne gemacht, das ist mein Leben“, so die 79-Jährige. „Ich sage immer: Das Lokal ist mein Wohnzimmer.“

Kochkurs bei Sternekoch

Unterstützt wird Elisabeth Heitmann von ihren beiden Söhnen. Sohn Thomas kümmert sich seit 1991 als Geschäftsführer um die Küche und um den Einkauf, Sohn Werner ist 2001 in das Familiengeschäft eingestiegen und ist im Service unterwegs. Thomas Heitmann ist eigentlich gelernter Kfz-Mechaniker. „Mein Vater hätte es lieber gesehen, dass ich Koch werde, aber damals waren Autos einfach interessanter“, so der Geschäftsführer. „Aber ich habe immer gerne gekocht und bin hier ja quasi im Lokal und auch in der Küche aufgewachsen.“ Um seine Kochkünste profimäßig auszubauen, besuchte er vor einigen Jahren einen Kochkurs bei Sternekoch Johann Lafer.

Viel Stammpublikum

Ein typisches Bahnhofslokal ist die Gaststätte „Zum alten Bahnhof“ nicht. Das Thekengeschäft macht nur einen ganz geringen Teil des Umsatzes aus. „Wir sind zu 99 Prozent ein Speiselokal und leben auch eher von unserem Stammpublikum als von den Pendlern, die hier die S-Bahn nehmen“, sagt Elisabeth Heitmann. „Ganz früher, als das Lokal noch eine typische Bahnhofsgaststätte war, wurden die Bahnreisenden der ersten und zweiten Klasse sogar noch getrennt voneinander bewirtschaftet.“

Heute finden im Gastraum im alten Bahnhof etwa 70 Gäste Platz. Hinzu kommt ein Veranstaltungssaal, der nach Absprache gemietet werden kann, und der noch einmal 50 Menschen fasst. Im Sommer ist das Gartenlokal, das die Familie vor einigen Jahren gebaut hat, besonders beliebt. Hier können etwa 50 Gäste bei sommerlichen Temperaturen ihre Speisen im Grünen genießen.

Qualität und Frische

Besonders gut läuft im alten Bahnhof das Mittagsgeschäft. Gäste über die Stadtteilgrenze hinaus und auch viele Besucher aus Oberhausen kommen nach Styrum, um die traditionell deutsche Küche zu genießen. „Wir haben jeden Tag wechselnde Mittagsangebote“, sagt Thomas Heitmann. „Außerdem lege ich sehr viel Wert auf Frische und Qualität.“ Fertiges kommt bei den Heitmanns nicht auf den Tisch. Alles wird selbst zubereitet, viele alte Rezepte, auch von der Oma, kommen zum Einsatz, werden von Küchenchef Thomas Heitmann aber ein bisschen zeitgemäß aufgepeppt. Ob Endivien durcheinander, Sauerbraten oder Rindsroulade, die typisch deutschen Gerichte sind beliebt. So beliebt, dass Thomas Heitmann Stammgäste informiert, wenn das eine oder andere Lieblingsgericht bald wieder auf der Mittagskarte stehen wird.

Mittlerweile steht auch Thomas Heitmanns Sohn Luis ab und zu mit Papa am Herd. Der Elfjährige möchte Koch werden. Vielleicht geht das Lokal mit ihm ja dann bereits in die vierte Generation.