Top-Gewerbe, keine Lagerhallen
25.11.2008 | 19:31 Uhr 2008-11-25T19:31:00+0100Die Zukunft des Flughafens könnte in der Ratssitzung am Donnerstag eine entscheidende Weichenstellung erhalten. Der CDU-Kreisvorstand hat bekräftigt: Man will im interkommunalen Büro- und Gewerbepark die Ansiedlung von hochwertigem Gewerbe. Nichts anderes.
Dazu sollen noch vor Weihnachten die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Über einen Antrag, den die Grünen vorlegen und den in ähnlicher Form die CDU im Planungsausschuss eingebracht hatte, soll sichergestellt werden, dass „in den Gewerbegebietsfeldern die Errichtung einer Airbus-Werft zukünftig nicht möglich ist.” Für den Kreisvorsitzenden Andreas Schmidt heißt dies: Ausschluss von Lagerhallen im Bebauungsplan für den Gewerbepark am Flughafen.
Die Grünen, die flugaffines Gewerbe strikt ablehnen, stehen der CDU zur Seite, die MBI ebenfalls. Mit dem WIR-Vertreter und dem Parteilosen Detlef Habig wäre das die Mehrheit. SPD und FDP plädieren für die Entwicklung des Flughafens, sie wollen dem Unternehmer Wüllenkemper, der allein 200 Arbeitsplätze schaffen will, die Errichtung einer Werft ermöglichen.
Die FDP hatte zuletzt ein Bürgerbegehren ins Spiel gebracht. Ihr geht es um die Ausweitung zum Geschäftsflughafen, wie es der Gutachter Prof. Richard Klophaus empfohlen hatte. Doch so ein Bürgerbegehren, betont Schmidt, werde es mit der CDU nur dann geben, wenn auch die Nachbarstadt Essen einbezogen werde. Schmidt warnt die FDP, einen Ratsentscheid zum Gewerbepark verzögern zu wollen.
Die Grünen wehren indes die Umarmungen von SPD-Chef Esser betreffs eines Bürgerentscheides ab. „Er und seine Genossen waren es, die einen Bürgerentscheid über die Ruhrpromenade mit allen möglichen Tricks sabotierten”, klagt Thomas Behrendt.
Während die Politik sich streitet, macht sich ein anderer ganz andere Sorgen: Der Chef der Wirtschaftsförderung Metropole Ruhr, Ludwig Brauser, hält den Vorwurf, Klophaus habe ein Gefälligkeitsgutachten für den Flughafen Mülheim erstellt, für völlig abwegig. Er verweist darauf, dass Düsseldorf wegen hoher Auslastung demnächst die Kooperation mit einem Geschäftsflughafen benötigt. „Vor diesem Hintergrund muss es unser gemeinsames Interesse sein, den ausgebauten Flughafen vor unserer Tür vehement in die Diskussion einzubringen.” Dies sichere Wertschöpfung und Arbeitsplätze.

13:05
#8Lieber Martinx,
von welcher Stadtentwicklung sprechen Sie? Von Mülheimer oder Essener Stadtentwicklung? Wieviel Gewerbesteuer will Mülheim denn freiwillig abgeben? Die Arbeitsplätze spielen keine Rolle, die werden ja nur aus anderen Regionen verlagert.
12:52
#5 Das Ich, Ich, Ich-Denken dürfte bei Ihnen wohl ausgeprägter sein - der einzige Grund, warum Leute gegen den Ausbau protestieren, ist doch ihre eigene Ruhe - Arbeitsplätze, Stadtentwicklung, alles Scheiss egal!
11:54
Ursprünglich hat die Metropole Ruhr noch in diesem Jahr vor der Kanzlerin einen Großflughafen gefordert. Nun entwickelt sich in Bottrop/Disnlaken ein Flughafen im Nordwesten der Region, im Osten liegt Dortmund und im Süden Düsseldorf. Das nenne ich, eine optimale Versorgung. Das nun ausgerechnet zum Flughafen Essen/Mh ein Gutachten von der Metropole Ruhr in Auftrag gegeben wurde, scheint doch eher eine Gefälligkeit an irgendwelche Lobbyisten gewesen zu sein.
11:10
#4
Ganz große Klasse! Genau an so einem Denken geht unsere Gesellschaft zu Grunde. Warum sollen wir etwas den anderen überlassen. Immer erst ICH. Ich Ich Ich. Hier gibt es noch andere Argumente als vermutliche Steuereinnahmen. Vermutlich sind sie, da ein Großteil von NRWs Regionalflughäfen Millionengräber sind.
10:11
@martinx: Und genau dieses Kirchturmdenken wird eine Metropole Ruhr niemals stark werden lassen. Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze in MH können auch durch eine andere Nutzung des Geländes/gewerbegebietes entstehen.
Bottrop wird zudem mehr als 15 Düsenflugbewegeungen am Tag abwickeln können, weil es nicht in der Nähe des Düsseldorfer Flughafens liegt. Damit hat Bottrop das größere Entwicklungspotenzial und wird mehr Unternehmen anziehen können.
09:41
Mülheim ist der erheblich bessere Standort für einen Geschäftsflughafen als Bottrop - die Unternehmen sitzen in Essen und Mülheim - was wollen die mit Bottrop. I.Ü. warum soll Mülheim die Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze bitte Bottrop überlassen?
09:18
Wenn ein Geschäftsflughafen in dieser Region überhaupt gebraucht wird, muss er dahin, wo er den größtmöglichen volkswirtschaftlichen Gewinn erzielt. Und Gewinn heißt Nutzen minus Belastung und Aufwand. Das ermitteln faire Raumplaner in einer gerechten und intelligenten Abwägung der Belange aller Beteiligten. Soetwas findet bei der SPD und FDP in Mülheim, beim RVR und bei Herrn Brauser ganz offensichtlich nicht statt. In dem Gutachten könnte der Name des Flugplatzes einfach ausgetauscht werden. Das passt zu jedem Ort und berücksichtigt schon gar nicht potentielle Nachteile eine Flughafens im dichtbesiedelten Ruhrgebiet. Soetwas ist kein Gefälligkeitsgutachten, soetwas ist eine Unverschämtheit und Geldverbrennung für nichts.
09:17
Da ist doch endlich die von Frau Flach geforderte Entscheidung. Nun wird man sehen, ob es ihr nur um die Entscheidung ging - wie sie vorgab - oder doch um Parteipolitik mit Hilfe eines Bürgerentscheides.
Im Übrigen eignet sich Bottrop viel mehr für den Geschäftsflughafen, weil er nicht in der Düsseldorfer Einflugschneise liegt. Dass dies der Chef der Wirtschaftsförderung der Metropole Ruhr nicht sieht, zeugt noch nciht davon, dass er die ganze Metropole im Blick hat.
08:04
Herrn Brauser muss man mal gehörig aufs Dach stéigen. So viel Unfähigkeit in einer Person tut schon weh. In Bottrop wird gerade ein Geschäftsflughafen mit flugaffinem Gewerbegebiet für viele Millionen gebaut. Und der Ex-Lufthansamitarbeiter Klophaus hat noch nie ein neutrales Gutachten geschrieben. Dafür ist er bekannt und berüchtigt. 300 Mio Abschöpfung für ein paar Geschäftsflüge. Das sind Träume.