Tischler Dirk Jungbluth gibt Jugendlichen Orientierung

Tischlermeister Dirk Jungbluth baut mit Schülern ehrenamtlich Instrumente und fördert sie.
Tischlermeister Dirk Jungbluth baut mit Schülern ehrenamtlich Instrumente und fördert sie.
Foto: Oliver Müller/ Funke Foto Services
Dirk Jungbluth fördert Schüler mit und ohne Handicap, in Kursen Instrumente zu bauen. Der Tischler ist Ausbilder und engagierter Netzwerker.

Mülheim.. Dirk Jungbluth möchte Kindern und Jugendlichen Werte vermitteln. Achtsamkeit und Disziplin stehen bei ihm ganz oben auf der Liste. „Diese Eigenschaften hat meine Generation noch von zu Hause mitgebracht“, sagt der Tischlermeister. Bei heutigen jungen Menschen vermisst er diese Qualitäten oft.

In den letzten Jahren hat sich der 53-Jährige mit ehrenamtlichen Schulprojekten in Mülheim einen Namen gemacht. Schüler der Max-Kölges-Schule haben unter seiner Anleitung „Tunalelen“ – das sind Saiteninstrumente aus Thunfischdosen — gebaut. Das brachte der Gruppe einen RWE-Klimaschutzpreis ein.

"Alle hatten einen Heidenspaß in der Sache"

Mit Mädchen und Jungen der Rembergschule hat er im vergangenen Herbst eine E-Gitarre und einen E-Bass gebaut, die bei einem spektakulären Event versteigert wurden. Die Gitarristen Adriano BaTolba und Peter Kroll-Ploeger haben die hochwertigen Instrumente zuerst dem Publikum vorgestellt, sie ersteigert und im Anschluss der Schulband gespendet, erinnert sich Jungbluth.

Vorher hatte er im Inklusionsprojekt mit Schülern der Max-Kölges-Hauptschule und Rembergschülern Percussionsinstrumente und Rasseln gefertigt. „Alle hatten einen Heidenspaß an der Sache“, erinnert sich der Mülheimer, der in der Stadt, wie er selbst sagt, „bekannt ist wie ein bunter Hund“.

"Mein Hauptansatz ist Bildung"

Immer wieder schafft er es, für seine Projekte Sponsoren und Unterstützer zu finden. So auch für die Aktion, welche zurzeit noch läuft. Mit fünf Rembergschülern baut er Ukulelen aus Zigarrenkisten. Kaum hatte er das Händler-Etikett auf den hölzernen Kisten entdeckt, rief er schon dort an und staubte einige Hundert Euro für den Förderverein der Schule ab.

„Mein Hauptansatz für alles, was ich tue, ist Bildung“, fasst Dirk Jungblut zusammen. Deswegen möchte er einen Lernort ab der vierten Klasse im offenen Ganztag schaffen, an dem er motivierten Schülern – „Rohdiamanten, die man ein bisschen schleifen muss“, wie er präzisiert – die oben genannten Werte in handwerklichen Projekten vermitteln kann. Sogar an den Bundespräsidenten hat er dafür geschrieben.

Er möchte mit Schülern arbeiten

„Ich möchte, dass die Schüler lernen, wie wichtig es ist, sich an Regeln zu halten und zu wissen, was man will“, so Jungbluth. Wer sich im Kopf strukturiert habe, wisse nach der Schulzeit, was er wolle, ist der Handwerker sicher. Er möchte mit Schülern arbeiten, die diese Motivation und Voraussetzungen für seine Art der Ausbildung mitbringen.

Deswegen spricht er mit vielen Menschen, mit dem Arbeitsministerium in Düsseldorf oder Verbänden. So nutzt Jungbluth auch diese Zeitungszeilen: „Und ich suche händeringend eine geeignete Werkstatt, in der ich meine Pläne umsetzen kann.“