Theater ist auf der großen Straße

Die bildstarke Inszenierung von Jo Fabian mit dem großen Ensemble im Theater an der Ruhr fand Beachtung: „Auf der großen Straße“ von Anton Tschechow kommt am Donnerstag, 2. April, 19.30 Uhr, erneut auf die Bühne am Raffelberg.


Die Geschichte: In einer abgelegenen Wirtschaft an irgendeiner großen Straße warten die Menschen auf das Ende eines Unwetters. Die Nacht bricht herein. Jemand bettelt verzweifelt um Schnaps. Ein alter Mann will nach Jerusalem, aber nicht in der Fremde sterben. Einer könnte ein Konzert geben, doch das Instrument ist zu nass. Eine zwielichtige Gestalt verschafft sich Platz. Zwei gläubige Frauen sehen in ihm das Böse. Es wird moralisiert, verurteilt, unterstellt, bemitleidet, gedroht und auf ein glückliches Ende gehofft.


In Tschechows kurzer dramatischer Skizze ist bereits der ganze Kosmos seiner späteren Texte angelegt: „Überflüssige Menschen“ in eigenartigen Zuständen, denen sie nicht entrinnen können, Seelenbetrachtungen voller Komik. „Auf der großen Straße“ ist auch ein Liebesmelodram, ein Thriller, eine Trinkergroteske und ein beckettsches Endspiel. Regisseur Jo Fabian hat bereits mehrere erfolgreiche Arbeiten mit dem Jungen Theater an der Ruhr vorgelegt. Mit seinen Inszenierungen war er zu nationalen und internationalen Festivals eingeladen.