Tempo für die Camper
15.07.2007 | 15:07 Uhr 2007-07-15T15:07:17+0200Eilbeschluss des Rates könnte heute Festival-Zeltplatz in den Ruhrwiesen den Weg ebnen.Ausnahme beim Naturschutz. Verlustreiche Zeiten für Beachside-Betreiber
Ein Eilbeschluss des Rates könnte am heutigen Montag Camper wohl doch noch beim Reggae Summer in die Ruhrwiesen bringen. Die Politik hat Zustimmung für eine einmalige Ausnahme signalisiert.
Donnerstag Abend war das Ansinnen des Festival-Veranstalters, für drei Tage im Naturschutzgebiet einen Zeltplatz für hoch gerechnet 500 bis 1000 Camper anzubieten, im Landschaftsbeirat gescheitert (WAZ berichtete). Das Umweltamt hatte dagegen eine einmalige Nutzung unter strikten Auflagen befürwortet. Bei der Unteren Landschaftsbehörde lief das Verfahren nach dem Veto des Beirats weiter. "Wir erledigen jetzt den formalen Teil. Das muss natürlich schnell gehen. Der Veranstalter braucht schließlich eine Entscheidung", betonte Amtsleiter Dr. Jürgen Zentgraf am Freitag.
Für einen Eilbeschluss ist nicht etwa eine Sondersitzung des Rates nötig. Entscheiden im Verfahren kann die Oberbürgermeisterin zusammen mit zwei Stadtverordneten der größten Fraktionen. Da Dagmar Mühlenfeld im Urlaub ist, greift die Vertretungsregelung. Die Stadtspitze repräsentiert derzeit Sportdezernent Wilfried Cleven.
Auf die geballte Ablehnung des Landschaftsbeirats war Festival-Veranstalter und Beachside-Betreiber Michael Vogel Donnerstag mit seinem Ansinnen gestoßen, Festival-Campern als Zeltplatz die Ruhrwiesen am Styrumer Naturbad anbieten zu können. In zwei Wochen soll die große, dreitägige Reggae-Party starten. Im Internet und über die WDR-Jugendwelle EinsLive wird längst für den Konzert-Marathon geworben und, verbunden mit Hinweisen auf Umweltauflagen, auch auf die Camp-Möglichkeiten hingewiesen.
"Aber das Umweltamt hat erst am 15. Juni davon erfahren", sagt Zentgraf. Und: "So ein Verfahren leidet natürlich, wenn man das Gefühl hat, da will einer holterdipolter mit dem Kopf durch die Wand." Dieses Gefühl hatte offenbar der Beirat. Er sah zudem den Naturschutz für wirtschaftliche Interessen in Gefahr. Ein Argument, das Vogel auf die Palme brachte. Das Festival und sein Engagement sieht er als Image-Pluspunkt für Stadt und Region. Groß Geld sei damit nicht zu verdienen, ebenso wie auch bislang mit dem Beachside-Club nicht. Vogel: "Letztes Jahr haben wir 30 000 E Verlust gemacht, 2007 sind es bislang 24 000 E."
Diskussion: Was geht am Ruhrstadion vor. Campen oder Naturschutz?
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