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Tafel-Freuden

05.11.2009 | 11:12 Uhr

39 neue Lehrer dürfen die Schulen einstellen - wenn sie sie finden. Die Lehrergewerkschaft GEW bleibt skeptisch, andere ziehen den nahenden Wahltermin als Begründung für das rechnerische Pädagogen-Plus heran.

Die Gustav-Heinemann-Gesamtschule ist nicht die einzige der 38 Grund-, Haupt-, Real-, Gesamtschulen und Gymnasien, die sich über pädagogische Verstärkung freuen können (die NRZ berichtete). Wie die Bezirksregierung Düsseldorf auf Anfrage bestätigte, ist der Mülheimer Schullandschaft eine Ausweitung der Stellen genehmigt worden. 39 Lehrer dürfen demnach eingestellt werden, verteilt auf die Einstellungstermine Februar und August 2010. Eine Garantie dafür, dass neue Fachkräfte in die Kollegien kommen, ist das allerdings nicht. Die Lehrergewerkschaft GEW bleibt daher skeptisch, andere ziehen den nahenden Wahltermin als Begründung für das rechnerische Pädagogen-Plus heran. Die Bezirksregierung betrachtet die Angelegenheit gleichwohl nüchtern und nennt Zahlen. Danach entfallen auf

  • die drei Gesamtschulen 17 neue Lehrer,
  • auf die fünf Gymnasien elf,
  • auf die drei Realschulen vier,
  • auf die drei Hauptschulen zwei und auf
  • die 24 Grundschulen fünf.

In der Gustav-Heinemann-Gesamtschule haben die Auswahlverfahren schon begonnen, die Unterrichtung erfolgte schon vorige Woche. Andere Schulen wissen zum Teil noch gar nichts von der Stellenausweitung. Und tatsächlich: Wer das Internetportal www.leo.nrw.de anklickt, die landesweite Stellenbörse für Lehrer, findet unter Mülheim keine einzige ausgeschriebene Stelle. Das aber, betont die Bezirksregierung, ändere an der Zusage nichts. Es liege schließlich an den Schulen, die Bewerbungen zu starten.

Gleichwohl, die Chance, Lehrer zu finden, wollen die meisten Schulen nutzen, wie eine Abfrage der NRZ ergab. So wird die Gemeinschaftshauptschule Speldorf zumindest eine Stelle ausschreiben. Schulleiterin Else-Maria Schmidt-Geerlings: „Wenn man schon die Möglichkeit bekommt, sollte man sie auch wahrnehmen”. Im vergangenen Jahr kam die Schule so bereits zu einem neuen Englisch-Lehrer. Auch die Hauptschule Dümpten greift zu. „Auf jeden Fall”, sagte Schulleiterin Ulrike Nixdorff, „das wäre ein großer Gewinn”. Genauso sieht es Oberstudiendirektor Bernhard Troost vom Luisen-Gymnasium. Er will bereits ab Februar 2010 zwei neue Kollegen begrüßen. Es gibt aber auch Schulen, die keine Stellen in Anspruch nehmen, etwa die Astrid-Lindgren-Schule, dei Grundschule Heinrichstraße oder die Erich-Kästner-Grundschule.

Anders sieht es bei den Gesamtschulen aus. So darf die Willy-Brandt-Schule ihren Stellenplan um fünf Lehrer ausweiten und wird diesen Versuch auch unternehmen, wie Direktor Behrend Heeren sagte. Ebenfalls fünf neue Stellen wurden der Gesamtschule Saarn zugeteilt. Dort besteht „ein großer Mangel”, sagte der stellvertretende Schulleiter Wolfgang Hillebrecht. Dennoch sei keineswegs ausgemacht, dass wahr wird, was auf dem Papier steht. Hillebrecht wies darauf hin, dass selbst eine Einigung mit einem Bewerber Unsicherheiten birgt. Kommt es doch noch zu einer Absage, dürften die Schulen nicht nachbesetzen: Die Stelle würde dann gestrichen.

Alois Mayer, Ortsvorsitzender der GEW, bleibt daher skeptisch. Ihm sei beispielsweise für die Grundschulen nur bekannt, dass die Vertretungsreserve um fünf Stellen aufgestockt und ein zusätzlicher Sonderpädagoge eingestellt wird. Dass am Ende tatsächlich 39 neue Lehrer in Mülheim unterrichten, daran glaubt Mayer nicht.

Detlef Schönen, Julia Herold, Linn Sommerhoff

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