Süße Osterlämmchen tummeln sich auf einer Weide in Selbeck

Wenige Wochen alt sind die größeren Lämmer, die auf der Weide von Hans Franke in Selbeck stehen. Eines wurde erst vor wenigen Tagen geboren.
Wenige Wochen alt sind die größeren Lämmer, die auf der Weide von Hans Franke in Selbeck stehen. Eines wurde erst vor wenigen Tagen geboren.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das Ehepaar Franke hält auf seiner Weide in Selbeck Schafe. Pünktlich zu den Feiertagen kamen vier Lämmer zur Welt, mindestens eines wird noch erwartet.

Mülheim-Selbeck.. Das hier könnte so etwas wie die Arche Noah von Selbeck sein – oder ein nahezu perfektes Osterparadies. Allein, die Hasen fehlen. Doch früher, als die Kinder noch klein waren, da hielten die Frankes auch die Mümmelmänner mit den langen Ohren. Heute tummeln sich noch rund 20 Hühner, Enten, Gänse und fünf Schafe auf dem weitläufigen Grundstück hinter dem idyllischen Fachwerkhaus von 1745 – und natürlich, zur Osterzeit, auch goldige Lämmer.

Vier Schafkinder trotten zurzeit über das etwa eineinhalb Hektar große Areal. Mindestens ein Lamm, vielleicht auch zwei, erwarten die Frankes noch – der kugelrunde Bauch eines Mutterschafes kündet davon. Eines der Lämmer, das kleinste, ist erst vor acht Tagen zur Welt gekommen. Auf staksigen Beinen läuft es seiner kleinen Herde hinterher und stupst seiner Schafsmama von unten an den Bauch, damit die Zitzen Milch geben. Einige Wochen älter ist das Zwillingspaar, das tatsächlich immer bei einander steht. „Die machen zusammen doppelt so viel Unsinn“, erzählt Hans Franke augenzwinkernd.

In seinem grauen Kittel steht er am Gatter der Weide, seine lockigen Haare vom Wind zerzaust, ruft die wolligen Tiere heran und könnte damit glatt als Schäfer durchgehen. Doch das hier, die kleine Arche Noah von Selbeck, ist „nur“ das Hobby des 69-Jährigen. An seinem Zuhause, in unmittelbarer Nähe zum Fliedner Dorf, sind immer wieder Tiere gelandet, die keiner mehr haben wollte. Erst kürzlich kam nochmal ein ganzer Schwung Hühner, die eine ältere Dame abgeben musste. Franke bewies ein weiteres Mal großes Herz und nahm die Hühner: „Die wären sonst geschlachtet worden.“

Schafe mähen Wiese und liefern Wolle

Hans Franke, der einst nach Selbeck gekommen war, um sich als Diakon ausbilden zu lassen, arbeitete schließlich lange Jahre in der Psychiatrie der Fliedner Stiftung. „Die Tiere“, sagt er, „waren immer ein guter Ausgleich zu meiner Arbeit.“ Schon immer habe es hier, auf dem kleinen Hof in Selbeck, dem Elternhaus seiner Frau, „Viecher“ gegeben, wie der gebürtige Österreicher sagt. Er selbst hält seit den 70er-JahrenSchafe – „als Rasenmäher“. Und als Wolllieferant für spinnende und strickende Frauen aus der Umgebung. „Früher, als unsere Kinder noch klein waren, hatten die Schafe auch Namen“, erzählt Gerda Franke.

Aber die Lämmer, die blieben bei Frankes schon immer namenlos – noch schwerer wäre der ganzen Familie sonst die Trennung von ihnen gefallen. Schließlich konnten und können sie nicht alle bleiben, landeten und landen auch heute noch im Kochtopf. „Aber nicht bei uns, das könnten wir nicht“, sagt Gerda Franke. Und Hans Franke fügt hinzu: „Die Lämmer bleiben ein paar Monate bei uns auf der Weide, damit sie auch Spaß am Leben hatten.“