Studenten sollen in die Pedale treten

Mobil zu sein, ist heute unverzichtbar für denjenigen, der erfolgreich sein will. Das wissen auch Studenten. Für sie ist nicht nur entscheidend, geistig mobil zu bleiben, auch bei der Auswahl ihres Studienstandortes spielt es eine wichtige Rolle, dass dieser gut erreichbar ist. Das wissen wiederum natürlich die Verantwortlichen bei der Hochschule Ruhr-West und machen sich entsprechende Gedanken. Das hat Folgen: Zur Zeit befindet sich die Hochschule in Verhandlungen mit der Nextbike GmbH, die für das Metropolrad Ruhr verantwortlich zeichnet.

Mieträder auf dem Campus

Unter diesem Titel ist im Kulturhauptstadtjahr ein Mietradsystem gestartet worden. Überall in der Region, auch in Mülheim, finden sich seither Ständer mit Mieträdern, zu erkennen an dem charakteristischen orangefarbenen Logo. Auch an Unis, zum Beispiel an der in Bochum, und das zum Vorzugspreis. Nun will die Hochschule Ruhr-West ebenfalls ihren Studenten diesen Service bieten. Verhandlungen über mögliche Standorte auf dem neuen Campus in Broich hätten bereits stattgefunden, teilt Hochschulsprecherin Heike Lücking mit. Die Verhandlungen bestätigt auch die Sprecherin von Nextbike, Mareike Rauchhaus. Allerdings sei noch nicht geklärt, wie die genaue Zahlungsart für die gemieteten Räder aussehen solle. An der Bochumer Uni zahlen die Studenten bereits über ihren Sozialbeitrag. Sie können dort daher eine Stunde lang das gemietete Rad umsonst nutzen. Wer länger unterwegs ist, bei dem werden 50 Cent pro angefangener halben Stunde fällig. Der Preis für einen Tag liegt bei maximal fünf Euro. Es seien aber, so Mareike Rausch, auch andere Zahlungsmodalitäten möglich. Manchmal gebe es auch hochschulinterne Fonds, die speziell zur finanziellen Förderung der Mobilität der Studenten eingerichtet worden seien. Solche unterschiedlichen Zahlungsvarianten wolle man nun wohl auf ihre Eignung hin überprüfen.

So ein Campusrad ist auch deswegen für den Mülheimer Standort attraktiv, weil auf der Trasse der Rheinischen Bahn ein Fahrradweg entsteht, der eine direkte Verbindung zwischen Hauptbahnhof und dem neuem Campus bietet. Das Campusrad würde dann für eine ideale Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sorgen.

Wie viele der 4700 Studenten den ÖPNV nutzen und wie viele mit dem Auto kommen, darüber kann die Hochschule leider keine Auskunft geben. „Das erheben wir nicht“, so Sprecherin Heike Lücking. Aber auch Felix Berger vom Asta kann nur schätzen, welche Variante seine Kommilitonen bevorzugen. „Ich weiß allerdings, dass in der Tat viele mit dem Auto anreisen.“ Das merkt der Studentenvertreter im Zusammenhang mit der aktuellen Diskussion über das Semesterticket. Bisher zahlen die Studenten dafür im Rahmen ihres Soziabetrags, der insgesamt bei rund 270 Euro pro Semester liegt. Das Ticket kostet im Moment 114 Euro und soll zum Wintersemester um 40 Prozent erhöht werden. Seither formiert sich gegen diese Entscheidung an allen Unis studentischer Protest. Eine Entscheidung fällt bei einer Urwahl Anfang Mai.

Aber Felix Berger hört eben auch: „Vielen ist auch jetzt schon der Beitrag zu teuer. Sie brauchen das Ticket nicht, weil sie mit dem Auto kommen.“ Vielleicht wäre für sie ja das Campusrad tatsächlich ein Grund, doch noch auf den ÖPNV umzusteigen.