Streusalz wird knapp
05.01.2010 | 19:55 Uhr 2010-01-05T19:55:00+0100
Seit Montag kommen in der Stadt keine Streusalz-Lieferungen mehr an. Ab heute verteilt die Mülheimer Entsorgungsgesellschaft (MEG) überwiegend Granulat auf den Straßen.
Laut Geschäftsführer Jürgen Jeppel werden nur noch besonders gefährliche Stellen, etwa an Steigungen oder Brücken, mit dem effektiveren Salz vor Glatteis geschützt.
„Polizei und Verkehrsbetriebe sind informiert”, sagt Jeppel. „Doch wenn es einen weiteren Wintereinbruch mit Schneefall und eisigen Temperaturen gibt, kann der Dienst nur noch eingeschränkt durchgeführt werden.” Sollten die Lieferengpässe beim Streusalz weiter bestehen, müsse mit erheblichen Verkehrsbehinderungen in den Ruhrgebietsstädten gerechnet werden. Dabei sah sich die MEG noch Mitte Dezember gut auf den Wintereinbruch vorbereitet. Reichlich Salz lagerte in den Silos auf dem Betriebshof. „Im Moment haben wir noch 250 Tonnen”, so Jürgen Jeppel. „Etwa 1400 sind schon verbraucht. Mit dieser Menge kamen wir in anderen Wintern komplett aus.” Die 250 Tonnen müssen nun für die „Gefahrenpunkte” reichen.
Neben Mülheim drohe auch Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen und Oberhausen die Einschränkung im Winterdienst. Alle Städte bekommen ihr Salz normalerweise vom Deutschen Straßendienst (DSD) in Hannover.
„In unserem Vertrag steht eine Liefergarantie innerhalb von 24 Stunden”, so Jürgen Jeppel. „Darauf konnten wir uns bisher immer verlassen.” Seit Anfang der Woche läuft dieser Vertrag nun jedoch nicht mehr so glatt wie in den vergangenen Jahren. „Es ist das erste Mal, dass Mülheim nicht mehr beliefert wird.” Der Geschäftsführer erklärt die drastische Entwicklung damit, dass es zurzeit eine Prioritätenliste der Salzlieferanten gebe, die vorsehe, dass in Nordrhein-Westfalen nur noch der Landesbetrieb Straßen.NRW mit Salz beliefert werde.
So solle zunächst die Versorgung der Autobahnen und Bundesstraßen gesichert werden. Die Bestellungen der Städte beziehungsweise ihrer Entsorgungsunternehmen würden trotz Liefergarantie zurzeit nicht mehr abgewickelt. „Wir können nicht absehen, wann und in welchen Mengen wir wieder Streusalz bekommen”, sagt Jeppel.
Deshalb greift nun Plan B: Um den Vertrag mit einem Unternehmen aus der Eifel, das Mülheim nun Granulat (Split in Form von kleinen Steinen) liefert, macht sich Jürgen Jeppel keine Sorgen. „Da gibt es keine Engpässe.” 300 Tonnen sind der Stadt schon sicher, 300 weitere geordert. „Wenn das nicht reicht, können wir auch noch kurzfristig nachbestellen.”
Matthias Stamm, Geschäftsführer des Deutschen Straßendienstes, bestätigt die Notlage des Ruhrgebietes. „Hier hat der Winter besonders zugeschlagen.” Und bestätigt auch, dass es für die Kommunen zur Zeit kein Salz gibt. Der Grund: die „enorme Nachfrage der letzten Tage”. Nicht nur den Geschäftsführern ist der Winter gründlich versalzen. Auch das Lager beim Hagebaumarkt ist leergefegt. „8000 Säcke sind vorbestellt, 2000 bekommen wir in den nächsten Tagen noch”, sagt Mitarbeiter Jürgen Kierdorf. Danach heißt es auch hier: Lieferstopp.

12:12
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16:14
Hallo, aufwachen! Der Lieferant liefert nicht mehr!!! Was ist daran schwer zu verstehen? Wenn ich einen Toaster im Laden bestelle und der Hersteller geht pleite, kann ich auch nicht den Einzelhändler verklagen. Wie kann man nur auf so absurde Ideen wie Klagen und Einhaltung der Lieferverträge kommen, wenn es keine Ware gibt. Vielleicht solltet ihr nicht zu Hause rumsitzen, sondern Eurer Frau mal den täglichen Einkauf abnehmen, damit ihr auf andere Gedanken kommt (Was, die irische Butter ist aus? Ich verklage Sie......!)
15:34
Kein Salz, ja weil man aus Kostengründen nicht genügend eingelagert hat, aber man hat ja Lieferverträge, dann kann ich auch auf Einhaltung pochen. Granulat, die haben sie doch nicht alle, wer schafft den Mist anschließend weg, wer zahlt die Schäden an Fahrzeugen, sicher nicht die Pleitestadt, aber Ruhrbania, zum kot...! Sicher ist die Gebührenbescheide kommen pünktlich, auch für nicht erbrachte Leistungen- der Dumme mal wieder der depperte Mülheimer Bürger!
13:13
Sorry es sollte natürlich heißen:.... hoheitlichen Aufgabe bezüglich des Winterdienstes die MEG nicht zur Verantwortung.....
13:10
@3
Es geht um den schaden den die Stadt dabei erfährt. Ich würde ihren Kommentar im übrigen nicht als unqualifiziert betrachten, eher als unwissend. Die hoheitliche Aufgabe liegt im übrigen immer bei der Kommune, deshalb ist ja dieser Fall so interessant. Ich verteufle im übrigen nicht die Privatisierung, ganz im Gegenteil. Ich habe lediglich darauf hingewiesen das man sie richtig machen sollte. Sie können im übrigen bei einer nicht Einhaltung von gesetzlichen Vorgaben bezüglich der hoheitlichen Aufgabe bezüglich des Winterdienstes die MEG zur Verantwortung ziehen! Das kann nur die Stadt. Deshalb ist die Meinung der MEG in diesem Falle unwichtig. Es ist die Aufgabe der Umweltamtes hierzu Stellung zu nehmen und den Bürger zu erklären wie der Rahmenvertrag aussieht. Auch wenn es schwer fällt versuchen sie einfach mal darüber nachzudenken.
10:25
@2
Was hat denn das mit Privatisierung zu tun?
In Duisburg ist meines Wissens der Winterdienst noch zu 100% bei der Stadt und die haben auch kein Salz!
Immer diese unqualifizierten Kommentare. Da hat doch das eine mit dem anderen nichts zu tun.
09:52
Im SInne des Bürgers sollte die Stadt die MEG, ist ja ein privates Unternehmen, verklagen.Die Stadt Mülheim und damit der Gebührenzahler zahlen viel Geld damit die MEG die Leistung erbringen kann. Die MEG kann ja dann Schadenersatz bei dem Lieferanten geltend machen. Was bringt eine Liefergarantie wenn diese nicht erfüllt werden kann. Im Sommer braucht keiner das Salz.
Also wenn denn schon Privatisierung von öffentlicher Dasseinsvorsorge, dann aber bitte richtig. Die Stadt bleibt gegenüber ihren Bürgern in der rechtlichen Verpflichtung und damit haftbar.
Bin mal gespannt ob denn da einer Klagt und die Zeitung es bringt. Die Pauschale für den nicht erbrachten Winterdienst wird mit Sicherheit nicht zurücküberwiesen, denn da ist ja noch der 49% Private aus Lünen.
00:40
Granulat auf den Straßen? Ist vermutlich eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für die durch die Abwrackpramie stark gebeutelten KFZ-Werkstätten.