Stoßdämpfer Kurzarbeit
05.01.2010 | 18:26 Uhr 2010-01-05T18:26:00+0100Noch versuchen viele Unternehmen, ihre Beschäftigten zu halten. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im vergangenen Jahr weniger an, als erwartet. Aktuell liegt die Quote bei 8,3 Prozent.
Die Arbeitslosigkeit in Mülheim ist im Jahr 2009 kaum gestiegen. Das liegt vor allem an der Kurzarbeit. Kurzarbeitergeld wurde im Dezember für 3614 Beschäftigte in Mülheim und Oberhausen gezahlt. Die gesamten Kosten für die Kurzarbeit beliefen sich auf 11,6 Millionen Euro. Erstmals wurden 2009 auch Weiterbildungen während der Kurzarbeit von der Arbeitsagentur bezahlt. 39 Mülheimer konnten davon profitieren. 33 neue Anzeigen zur Kurzarbeit sind im Dezember für Mülheim und Oberhausen eingegangen, was 593 Arbeitnehmer betrifft.
Im Monate Dezember sank die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte und lag bei 8,3 Prozent. Das entspricht 6817 Arbeitslosen. Im Dezember 2008 lag die Arbeitslosenquote noch bei 7,9 Prozent. Im Durchschnitt waren in 2009 6903 Mülheimer arbeitslos und damit 114 mehr als im Vorjahr. Während sich bei den Frauen ein positiver Trend abzeichnet – die Zahl der erwerbslosen Frauen sank um 36 Personen – ist die Anzahl arbeitsloser Männer in Mülheim um 31 gestiegen. Dies führt die Agentur für Arbeit darauf zurück, dass Männer eher in krisenanfälligen oder saisonbeeinflussten Branchen arbeiten. Somit sind sie stärker von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise betroffen. Leicht gestiegen ist auch die Zahl der jugendlichen Arbeitslosen bis 25 Jahre. Aktuell sind es 206 Jugendliche, 10 mehr als im November 2009 und 69 Jugendliche weniger als im Dezember 2008. Im Jahr 2009 wurden 800 Maßnahmeplätze für Jugendliche finanziert, die Berufsvorbereitung oder ausbildungsbegleitende Hilfen bieten. Bei Menschen mit Migrationshintergrund sank die Zahl der Arbeitslosen in einem Monat um sechs Personen, ist aber mit 23,8 Prozent immer noch überaus hoch.
Der Ausblick auf 2010 fällt derzeit noch schwer. Seit Juli 2009 ist die Arbeitslosigkeit zurückgegangen, womit die Agentur für Arbeit nicht gerechnet hatte. Wie sich die Zahlen weiterhin entwickeln, hängt davon ab, wie lange Unternehmen in der Lage sind, mit Kurzarbeit die Belegschaft zu binden. Die bisherigen Entwicklungen zeigen, dass sich die Arbeitsmarkt-Reformen positiv ausgewirkt haben.

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