Stoppt Sekundarschule den Bildungsplan in Mülheim?
20.07.2011 | 18:38 Uhr 2011-07-20T18:38:00+0200
Mülheim.Die Sekundarschule kommt. Muss der Bildungsentwicklungsplan für Mülheim, der am Donnerstag im Stadtrat verabschiedet werden soll, angehalten werden? Der SPD-Unterbezirksvorsitzende Lothar Fink macht sich für ein Moratorium stark, vor allem mit Blick auf Eppinghofen, wo die SPD eine weiterführende Schule für zwingend hält.
Jetzt müsse man erst recht innehalten und neu überlegen, sagt Rolf Mühlenfeld, schulpolitischer Sprecher der SPD. Durch die Entscheidung auf Landesebene ergäben sich neue Möglichkeiten vor Ort, diese dürfe man nicht negieren. „Es wäre fatal, an den jüngsten Beschlüssen zu Eppinghofen und am Aus für eine weiterführende Schule dort festzuhalten. Wir vergeben nichts, wenn wir bis Anfang nächsten Jahres alle Möglichkeiten überdenken und dann entscheiden“, so Mühlenfeld.
"Kein Grund für einen Stopp"
„Durch die Einigung auf Landesebene ändert sich für uns in Mülheim unmittelbar nichts“, sagt dagegen der schulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Heiko Hendriks. Der Bildungsentwicklungsplan müsse weder angehalten noch geändert werden. Da eine Sekundarschule mindestens dreizügig sein müsse, so Hendriks, reiche es an der Bruchstraße in Eppinghofen auch dafür nicht. „Wir erhöhen allerdings durch den Bildungsentwicklungsplan für die Hauptschule in Dümpten die Chancen, den Weg einer Sekundarschule zu gehen.“
Keinen Grund für einen Stopp der aktuellen Mülheimer Bildungsplanung sieht auch der Fraktionschef der Grünen, Tim Giesbert. „Wir erreichen in Eppinghofen bei weitem nicht die nötige Schülerzahl für eine weiterführende Schule, daran ändert auch die Landesentscheidung nichts.“ Schuldezernent Peter Vermeulen betont: „Wir verbauen uns in Mülheim mit diesem Bildungsentwicklungsplan nichts.“

13:04
@DieterBensberg, das mit der Denkpause wäre ein Denkfehler. Denn besser ein Ende mit Schrecken, als diese Hängepartie weiter im Ungewissen zu lassen. Ich halte es umgekehrt für einen Fehler, die Schule über Jahre hinweg auslaufen zu lassen. Besser wäre es, mit der letzten Klasse geschlossen an eine andere Schule zu gehen, einschließlich der Lehrer.
Mit der Sekundarschule herrscht endlich Klarheit. Die umbenannte Gemeinschaftsschule ist eine Gesamtschule ohne Oberstufe, die aber gymnasiale Standarts halten soll. Man kann es auch anders ausdrücken. Die Sekundarschule ist eine Verschmelzung von Realschule und Gesamtschule. Das etwas unstrukturierte der Gesamtschule soll an die Tradition der Realschule angeglichen werden. Das ist gleichbedeutend mit dem endgültigen, undwiderruflichen Ende der Hauptschule. Diese wird zwar nicht per Dekret abgeschafft, aber angesichts des Bildungsangebots obsolet.
11:53
Auch mit der Möglichkeit einer Sekundarschule werden die Anmeldungen und damit die Schüler nicht mehr. Man sollte die verbleibenden wenigen Hauptschüler zunächst an einem vernünftigen Standort konzentrieren und das muss nicht die Bruchstrasse sein. Ob dass dann später mal eine Sekundarschule wird, bleibt abzuwarten. Denkpausen haben wir in den vergangenen 10 Jahren genug gehabt. Auf Deutsch gesagt: Man hat es laufen lassen. Das kann es doch nicht sein.
10:50
Was vergeben wir, wenn wir die Entscheidung über den Bildungsentwicklungsplan um ein paar Monate verschieben?
Ich würde mal sagen, Garnichts.
Und was wäre der Vorteil einer Denkpause?
Die Fronten in Eppinghofen würden sich nicht weiter verhärten, der Stadt bliebe ein teures Bürgerbegehren erspart und niemand würde sich – auch nicht ungewollt - dem Verdacht aussetzen, es ginge nur um das Grundstück. Denn die Zahl der Stadtverordneten, die einen Aufsichtsratsposten bei einem potenziellen Interessenten für das Grundstück an der Bruchstraße haben, ist nicht niedrig.
10:21
Die SPD will nur ihren dicken Kopp durchsetzen und verkennt die Lage. Sie ist es nicht gewohnt, dass ihr jemand wiederspricht!