Steinfurt an der Ruhr

Niederrhein ist überall“, pflegte früher der Moerser Kabarettist Hanns-Dieter Hüsch zu sagen. Einmal im Jahr denke ich mindestens an diesen Spruch. Immer dann nämlich, wenn Franz-Xaver Ohnesorg das neue Programm des Klavierfestival Ruhr vorstellt. Was verbindet nun den Impresario mit dem verstorbenen Kabarettisten?

Für Ohnesorg ist scheinbar Ruhr überall. Ich habe mich extra noch einmal vergewissert. Das große Festival trägt den Namen des Flusses, der durch unsere Stadt fließt noch immer. Viele Pianisten werden hier nicht mehr angeschwemmt, obwohl die Stadthalle über eine von den Künstlern viel gerühmte Akustik verfügt, ist sie vom Festival nur vier Mal gebucht worden. Das waren früher deutlich mehr. Im Programm wundert man sich dann, was plötzlich alles zum Ruhrgebiet Zählt: Düsseldorf sind wir ja längst gewohnt, die beschweren sich nicht, schließlich profitieren sie ja von dem kulturellen Angebot. Aber Köln, Wuppertal und Schwelm?

Der Neueste Coup der Intendanten ist die Annektierung von Steinfurt - das ist ja noch hinter Münster! Andreas Haefliger spielt dort Beethoven. Die Kreissparkasse macht’s möglich. Und das scheint der wahre Grund für die Auswahl der Orte. Gibt’s denn hier zu wenig Sponsoren? Und Moers, die Hüschs alte Heimat, darf im Programm auch nicht fehlen. Und auch da steckt das Kreditinstitut dahinter.