„Stage Festival“ in Mülheim zeigt Kleinkunst mit Zugkraft

„The Bombastics“ kommen am 23. Juli mit Clownsbeat: „Lustig, aber kein Klamauk“, betonen die drei Profi-Musiker, Clowns und Entertainer.
„The Bombastics“ kommen am 23. Juli mit Clownsbeat: „Lustig, aber kein Klamauk“, betonen die drei Profi-Musiker, Clowns und Entertainer.
Foto: Gross
Was wir bereits wissen
Die Freilichtbühne wird für Artisten, Comedians und Straßenkünstler zum Experimentierfeld für neue Programme. Über 20 Ensembles aus Europa zu Gast.

Mülheim.. Die Idee ist simpel, aber von bestechendem Mehrwert für alle: Ihre brandneuen Produktionen bringen die Künstler aus dem Probenraum erstmals unter Realbedingungen ans Publikum. „Vier Tage lang in Folge können sie sich damit unter Publikum ausprobieren“, sagt Gert Rudolph. Neben Bremen, Osnabrück und Löhne testen Artisten, Jongleure, Comedians, Dichter, Klangpoeten, Performer und Tänzer bei der städteübergreifenden Veranstaltungsreihe ihre neuen Nummern auf der Mülheimer Freilichtbühne. Auf die Donnerstagsreihe wird zum zweiten Mal mit dem „Stage Festival“ vom 23. bis 26. Juli Kleinkunst satt vier Tage lang draufgesetzt.

So ist im Laufe der Jahre ein komplettes Kleinkunst-Festival entstanden. Diesmal sind 21 Ensembles mit 33 Künstlern aus Deutschland, Israel, Italien, Belgien, der Schweiz und England Open Air auf der großen Freilichtbühne an der Dimbeck zu Gast.

Bekannte Namen und etablierte Künstler sind dabei

Die Mülheimer kommen dabei gratis in den Genuss jener Spielarten, die das Genre Straßentheater und Kleinkunst bietet. Bekannte Namen und etablierte Künstler sind darunter wie „La Signoras“ mit dem Comedy-Club, „Wildes Holz“ mit „Highway zu Hell“ auf der Blockflöte oder Robert Gernhardt-Preisträger und „Stern“-Hauslyriker Thomas Gsella mit Texten „Gegen Alles!“.

Gerd Rudolph, Künstlervermittler und Veranstalter, hat das Programm eingestielt. Einer, der bekennt: „Straßentheater ist mein Metier.“ Ebenso stark steht er hinter dem Verein „Art Obscura“. Da sich Rudolph auch bei den „Reglern“ mit einbringt, war es nur eine Frage der Zeit, Kleinkunst zu bringen, die mit Partnern und Sponsoren möglich gemacht wird. Vor vier, fünf Jahren wurde die Donnerstagsreihe gestartet, erläutert Rudolph: „Mit Einzelterminen haben wir angefangen, ausprobiert.“

„Schöne Sachen an einem schönen Ort“

Die Kleinkunst auf der Freilichtbühne sprach sich herum. „Teils ist es dasselbe Publikum, wie bei der Mittwochsreihe“, erläutert Rudolph: „Das befruchtet sich gegenseitig.“ Bei vielen Gästen, die von außerhalb kämen, sei es auch derselbe Überraschungseffekt beim Besuch der Freilichtbühne: „Schöne Sachen an einem schönen Ort.“ Familien mit Kindern sind gern dabei, „aber auch ältere Leute aus dem Viertel und theaterinteressiertes Publikum aus Mülheim und den Nachbarstädten“.

Zum Auftakt der Saison vergangenen Donnerstag mit „zwei sehr schönen Programmen“ machte Rudolph geschätzte 220 bis 250 Besucher aus, „obwohl es brüllend heiß war“. Übermorgen lockt ab 19 Uhr ein akrobatischer „Traumurlaub“ und eine nostalgische Feuershow mit Artistik und Jonglage.